Joachim Harksen
Der Ausflug des Thomas Kohn ins Land ohne Wiederkehr

Thomas Kohn war ziemlich wĂŒtend, der gestrige Tag war wirklich ĂŒbel gelaufen, einer jener Tage die man am besten so schnell wie möglich wieder vergisst. Oder besser gesagt, einer von den Tagen an welchen man am besten den Wecker in die Ecke schmeißt, sich Stöpsel in die Ohren packt, umdreht und einfach weiterpennt. Thomas war jetzt 42 Jahre alt – und Single. Der Blick in den Spiegel machte ihm auch kaum Hoffnung, ein braunhaariger Typ mit deutlicher Stirnglatze und einem Doppelkinn, das die Folge von zu wenig Sport und falscher ErnĂ€hrung war. Hier musste etwas geschehen. Aber nicht heute. Er nahm sich vor, bei nĂ€chster Gelegenheit ins Gym zu gehen und was zu tun. Zeit hatte er seit gestern reichlich. Da er nach langem Überlegen seinen Job gekĂŒndigt hatte; es war einfach nicht mehr auszuhalten. Die stĂ€ndigen Intrigen im BĂŒro. Man musste jedes Wort auf die Goldwaage legen. An sich mochte Thomas seinen Job im Vertrieb. Aber wie das Leben so spielt
 Sollten sie machen, was sie wollten. Sie wĂŒrden es ohne ihn machen. Aus und vorbei! Was sollte es? Lamentieren nutzte nichts, wie hatte seine Mutter frĂŒher immer gesagt: Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Außerdem gab es ja auch noch Positives. Ein Ausflug stand an. Thomas wollte mit Freunden einen Ausflug in den Wald machen. Genauer, ein Wald bei OsnabrĂŒck, das nicht allzu weit entfernt war. Wandern und auch ein bisschen die Kulturgeschichte erfahren. Schließlich war das fĂŒr ihn, eine Chance, wenigstens fĂŒr eine Zeit lang, die Misere zu vergessen und eine schöne Zeit mit seinen Freunden zu verbringen. Thomas hoffte auch auf gute Fotos, seine geheime Leidenschaft. Das Wetter schien zumindest auf seiner Seite zu sein. Nachdem es in der Nacht heftig geregnet und gestĂŒrmt hatte, zeigte sich der Himmel im schönsten Blau, das man sich vorstellen konnte. Die schlechte Stimmung war sozusagen wie weggewaschen. Keine Wolke stand am Himmel, wie er feststellen konnte, sobald er das Haus verlassen und sich erst mal eine Kippe angezĂŒndet hatte. Das Auto war startklar und stand vollgetankt auf dem Parkplatz. Als er Platz genommen und den SchlĂŒssel im Schloss umgedreht hatte, erwachte die Zwei-Liter-Maschine des schwarzen Suzuki-Jeeps gehorsam zum Leben und lief mit sattem Brummen. Die Straßen waren um diese Zeit ohnehin noch nicht so arg ĂŒberlastet, so dass Thomas gut zu seinem Ziel durchkam. Im Gasthaus, „zum Hasen“ sollten seine Freunde Hans und Gerda bereits warten. Sie waren jung verliebt, beide 40 und hatten jeweils ein Kind, ein Sohn und eine Tochter, die typische Patchworkfamilie. Beide kannte er schon recht lange, als Sie noch kein Paar waren, die hĂŒbsche wilde Gerda war mal eine Zeit lang seine Freundin gewesen, fĂŒr seinen Geschmack feierte Sie aber zu gerne. Mit der Treue nahm sie es auch nicht so genau, was schließlich zur Trennung fĂŒhrte, Hans wurde der Nachfolger und Sie hatten beide auch grade keine Arbeit. Zeit hatten also alle drei reichlich verfĂŒgbar. Soweit, so gut. Vor dem Gasthaus, bei dem es sich um ein renoviertes FachwerkgebĂ€ude handelte, welches einen angenehm gemĂŒtlichen Charme verbreitete, waren sogar ParkplĂ€tze zu bekommen, was nicht immer der Fall war. Das Handy lĂ€utete, Hans war dran. Das war kein gutes Zeichen. „ Ja, eeeeeeeeeeehhh alddddder, wat gejat?“ „Bis jetzt gut, erzĂ€hl mir aber jetzt nicht, dass Ihr nicht kommen könnt. Ich bin schon im Hasen.“ „Eeeeeee hhhhh Mann, dadd tut mir abba leid, du weest ja, dad Gerda schwanger ist, Sie hat sich vorhin ĂŒbergeben, ist glooobe ick heute nicht so dolle. Lass uns den Tripp auf ein andermal verschieben.“ „Alles klar Mann, können wir machen.“ Ich legte auf und dachte mir dabei was fĂŒr ein mieser LĂŒgner. Thomas wusste genau dass Gerda und er sich am Abend vorher einen auf die Lampe gegossen hatten, kein Wunder dass es Gerda schlecht war. Aber was sollte es. So konnte er sich einem anderen Projekt widmen, das er schon lĂ€nger geplant hatte. Er wĂŒrde einem Großsteingrab unweit von OsnabrĂŒck einen Besuch abstatten. Es hatte auch den passenden Namen dafĂŒr: Teufels Backtrog, oder auch Teufels Teigtrog. Thomas war frĂŒher schon mal in der Gegend gewesen und daher wusste er um die Geschichten, die in der Gegend kursierten. Aber es waren eben nur lokale Mythen, die keiner wirklich ernst nahm. Die Leute erzĂ€hlten sich schon seit Jahrhunderten Geschichten, dass an diesem Ort im Wald seltsame Dinge vor sich gingen, der Teufel sei schon öfter gesehen worden. Thomas interessierte sich schon lange fĂŒr alten Volksglauben, Mythen und MĂ€rchen. Warum also sollte er nicht sein Reiseziel etwas Ă€ndern, und sich sozusagen beim Satan zu Kaffee und Kuchen einladen? Er grinste bei diesem Gedanken. Zwar war er kein Ghosthunter, aber Diese Dinge hatten ihn schon immer fasziniert. Ein Blick auf die die Uhr verriet dass eine Stunde Fahrtzeit vor ihm lag, immer vorausgesetzt der Verkehr war nicht zu dicht. Vor Fahrtantritt genehmigte er sich aber noch eine ausgiebige Mahlzeit. Dann holte er sich noch drei PĂ€ckchen Zigaretten und zwei Flaschen Zero Coke vom Kiosk. Jetzt konnte es losgehen. Thomas hatte tatsĂ€chlich GlĂŒck und kam glatt durch. Nach einer Stunde lagen die Außenbezirke von OsnabrĂŒck vor ihm, dank Navi erwischte er auch gleich die richtige Ausfahrt zu den GrĂ€berstĂ€tten. Inzwischen war das Wetter leicht umgeschlagen. Der bislang so freundlich azurblaue Himmel hatte eine graue FĂ€rbung angenommen. Wolken waren im Anmarsch. Auch war durch das offene Fenster wahrzunehmen, dass der Wind langsam an StĂ€rke zunahm. Allerdings lagen immer feste Schuhe und eine zusammenlegbare Regenjacke im Auto, etwas Regen wĂŒrde schon nicht wehtun. Außerdem war da auch schon der Parkplatz, welcher erfreulicherweise nicht allzu dicht beparkt war. Einige Fahrer von Touristenbussen standen in einer Ecke zusammen und palaverten bei Kaffee und Zigaretten. Ein paar Kinder rannten umher und spielten Fangen. Dazwischen der entnervte Ruf einer Mutter. „Carina, nun komm endlich, wir wollen heim!“ UnwillkĂŒrlich fiel sein Blick auf die Frau, sie war recht hĂŒbsch, noch sehr jung, um die dreißig, eine blonde MĂ€hne, die im aufkommenden leichten Wind umherflog. Enge Jeans mit extra eingerissenen Löchern gaben den Blick auf einen braungebrannten Körper frei. Dazu trug Sie eine leichte, weiße Seidenbluse mit BauschĂ€rmeln und dazu hohe weiche, schwarze bis an die Knie reichende Stulpenstiefel. Sie sah ein bisschen wie eine Piratenbraut aus. In sein Blickfeld kam nun auch ein etwa achtjĂ€hriges, ebenfalls blondes MĂ€dchen, das seiner Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten zu sein schien. Es musste die Tochter der Frau sein. Ja richtig, die kleine ging leicht schmollend auf Ihre Mutter zu, die sie in Empfang nahm und beide gingen Hand in Hand zu einem schwarzen Mercedes, in dem ein Mann auf die beiden wartete. Thomas kĂŒmmerte mich nicht weiter um die Szene. Er suchte nach dem richtigen Weg. Er hatte seine Jacke und den Fotoapparat aus dem Wagen geholt und ihn abgeschlossen. Als er in Richtung der GrĂ€ber losging, passierte er eine Gruppe Busfahrer, die aber nur gelangweilt dastanden und sich dann weiter Ihrem GesprĂ€ch widmeten. Einer allerdings sprach Thomas dann doch kurz an. „He Sie, Herr! Das Wetter schlĂ€gt um, es wird dunkel, Sie sollten nicht allein in den Wald gehen. Die Touristen kommen gleich wieder, dann sind Sie hier ganz allein. Niemand kann ihnen helfen, wenn ihnen was passiert!“ Er sah sich den Sprecher an, ein Ă€lterer, freundlicher Mann, der die sechzig mit Sicherheit schon ĂŒberschritten hatte. Das schlohweiße Haar saß dicht und wie angeklebt auf seinem Kopf mit dem wettergegerbten Gesicht. Er war leger gekleidet und sah Thomas freundlich an. „Vielen Dank, fĂŒr die Warnung. Herr?“ „Einfach nur Toni.“ Er lĂ€chelte und reichte ihm die Hand. Thomas gab ihm seine zum Gruß. „Ich heiße Tom.“ „Ich bin das erste Mal hier Toni, ist das denn hier gefĂ€hrlich? Ich bin nicht eben schreckhaft.“ Der weißhaarige wiegte kurz den Kopf und ĂŒberlegte. „GefĂ€hrlich an sich nicht, aber es wird bald dunkel, der Wald ist sehr dicht und gerade wenn man sich nicht auskennt, sollte man nicht alleine gehen, die Wege sind rutschig, wie Schmierseife, wenn es regnet. Hier verschwinden auch immer wieder Leute. Erst letzten Monat ist ein alter Mann hier verschwunden, er hat wohl Pilze gesucht. Hauser hieß der glaube ich. Der ist nie mehr wieder gekommen. Der Wald hat ihn sich geholt.“ Seine Stimme hatte sich bei den letzten Worten zu einem verschwörerischen FlĂŒstern gesenkt. Thomas konnte nichts gegen den Schauer tun, welcher ĂŒber seinen RĂŒcken rann. „Heh, Toni, haste wieder einen gefunden, dem du deine Schauergeschichten andrehen kannst?“ Die anderen MĂ€nner waren aufmerksam geworden und lachten ĂŒber den letzten Spruch. Es war ein noch junger Mann aus der Gruppe der Fahrer der gesprochen hatte. „Wissen Sie, der Toni ist ein herzensguter Mensch, aber er ist halt auch ein Spinner, der den alten Schmarrn glaubt.“ Toni drehte sich unwirsch um. „Ach ja Stefan, werde du doch erst mal erwachsen, und ihnen empfehle ich, gehen Sie nicht alleine da rein der Wald ist dunkel und sehr groß.“ Er bedankte sich trotzdem bei Toni fĂŒr den Rat. Danach nickte er Toni freundlich zu und drehte sich um. „Na ja, wenn`s denn unbedingt meinen!“ „VorlĂ€ufig ist ja noch Nachmittag und es regnet noch nicht. Toni wandte sich wieder seinen Kollegen zu und hatte Thomas bereits vergessen, als dieser sich auf den Weg machte, welcher gut ausgebaut, aber durch den aufkommenden Nieselregen, der aber nur ganz fein als SprĂŒhregen durch die BĂ€ume fiel und vom dichten grĂŒnen BlĂ€tterdach weitgehend gestoppt wurde, schon leicht rutschig wurde. Es wurde merkbar dunkler. Das Licht wurde absorbiert, noch bevor es den Boden erreichte. Thomas ĂŒberlegte, ob Toni nicht vielleicht doch recht hatte, mit seiner Warnung, heute auf diesen Ausflug zu verzichten. Er schalt sich einen Narren und marschierte weiter. Die Hinweisschilder besagten, dass in etwa zehn Minuten der Platz erreicht sein sollte. Vielleicht kamen noch ein paar gute Fotos heraus. Munter marschierte er weiter, und war schon recht gut vorangekommen, als sein Blick von etwas blinkendem auf dem Boden eingefangen wurde. Er stutzte kurz und dachte, vielleicht hat ein Tourist eine Dose weggeworfen. Aber das blinken wurde deutlicher und nahm seine Blicke gefangen. Er ging in die Richtung und bemerkte dass etwas auf oder eher im Boden blinkte. Ihm war nicht aufgefallen, dass er den Weg verlassen hatte. So sehr nahm ihn das Blinken gefangen. Als Thomas die Stelle erreichte, die etwas abseits vom Weg lag, bĂŒckte er sich. Da war irgendwas leicht im Boden vergraben. So dass etwas Kraft aufgewendet werden musste. Nach zwei Minuten hatte er es geschafft. Es war etwas Rundes. Vielleicht ein GeldstĂŒck, dachte er. Als Thomas das runde matt, silbrig glĂ€nzende Teil in die Hand nahm und sah, was es war, stutzte er ĂŒberrascht. Es war eine MĂŒnze, oder eine Medaille, augenscheinlich schon recht alt. Mit merkwĂŒrdigen Schriftzeichen versehen, die er nicht lesen konnte. Er hatte wohl eine alte MĂŒnze gefunden. Sie war so groß, wie eines der alten FĂŒnfmarkstĂŒcke, aber sehr viel schwerer mit einer grĂŒnlichen Patina ĂŒberzogen. Thomas ĂŒberlegte kurz, wer die wohl hier verloren haben konnte. Gedankenverloren spielte er mit dem GeldstĂŒck in seinen Fingern. Wobei er sie interessiert zwischen den Fingern drehte und wendete. Dabei bemerkte er nicht, dass es immer dunkler wurde. Der Nebel kam in dichten Schwaden und sehr schnell auf, innerhalb kurzer Zeit war die Sicht extrem eingeschrĂ€nkt. Thomas fĂŒhlte, wie in ihm die Panik hochkam. Sie kroch langsam und schleichend, wie ein Raubtier durch seine Glieder, wobei Sie ihm eine GĂ€nsehaut verursachte. An sich war er kein Ă€ngstlicher Mensch, aber diese unheimliche Stimmung wurde ihm dann doch zu viel. Der Nebel schien wie dicke Watte, jedes GerĂ€usch aufzusaugen, praktisch zu schlucken. Die Sicht war extrem schlecht. Plötzlich fiel ihm auf, dass es fast vollkommen still geworden war. Ungewöhnlich, etwas Ungutes machte sich langsam bereit, schien nach ihm greifen zu wollen. Aber das war nur Einbildung, versuchte er sich zu beruhigen. Alles wurde durch den Nebel unscharf, konturlos, wie mit einem Weichzeichner Programm verfremdet. Der Weg begann sich immer mehr in eine Rutschbahn zu verwandeln. Da der Boden durch den zunehmenden Regen und den Nebel aufgeweicht wurde. Zudem war der Weg leicht abschĂŒssig und nicht eben. Angesichts der UmstĂ€nde entschied er sich fĂŒr den RĂŒckweg. Das Wetter hatte gesiegt. Die Sicht wurde immer schlechter. Irgendwann, war der Punkt erreicht, an dem man keinen Meter weit mehr sehen konnte. Er war in Schwierigkeiten. Das war keine Frage. Da er die Gegend nicht kannte und allein war, wie es schien. Langsam wurde ihm klar, dass er sich verirrt hatte, Schilder waren keine mehr zu sehen. Er hatte sich verirrt. Thomas hatte diesen Gedanken noch nicht ganz zu Ende gedacht, als er plötzlich ein leises Murmeln vernahm. Das einzige GerĂ€usch, ansonsten war es still. Es hörte sich an wie Stimmen, die da durch den dichten Nebel drangen. Erleichtert atmete er auf. Die Panik die in ihm hochgekommen war, wich langsam wieder. Da waren andere Menschen, die hoffentlich den Weg kannten. Thomas folgte also entschlossen dem GerĂ€usch. Das Murmeln wurde etwas lauter. Ja, das waren Menschen. Er konnte allerdings nicht verstehen, was sie sprachen. Der Nebel verschluckte die GerĂ€usche wie ein Wattebausch. Die Richtung stimmte aber, da die GerĂ€usche lauter wurden, je mehr er in Ihre Richtung ging. Nach einigen Minuten wuchs eine dunkelgraue Masse aus dem Nebel. Sie hob sich deutlich gegen die hellere Nebelwand ab. Die Steine, nun konnte sich Thomas wieder orientieren. Aber etwas war seltsam, etwas schien anders zu sein. Es war nicht nur dunkelgrau, was ja zu erwarten war. Sondern er sah auch einen grĂŒnlichen Schein. Erst nur ganz leicht. Aber als er nĂ€her kam. Wurde das Leuchten intensiver, als ob man eine grĂŒne Neonröhre eingeschaltet hĂ€tte. Der Nebel selbst leuchtete. Was um alles in der Welt konnte das sein? Die Stimmen wurden nun auch lauter. Es waren verschiedene Stimmen zu unterscheiden. Junge, alte, gebrechliche, die aber anscheinend nicht miteinander zu reden schienen. Es war ein Durcheinander von Stimmen. Auch die Laute waren seltsam. Thomas vermutete dass sich da jemand in einer fremden Sprache unterhielt. Vielleicht Touristen aus dem Ausland dachte er sich. Die gewaltigen Steine des HĂŒnengrabes sah er jetzt deutlich vor sich. Ihr dunkles Grau, wurde vom grĂŒnen intensiven Leuchten ĂŒberlagert. Die Menschen konnte er noch nicht sehen. Oder doch? Er erschrak. Von einer Sekunde auf die andere, hatte sich die Situation verĂ€ndert, er war in ein grauenhaftes unverstĂ€ndliches Geschehen geraten, das Raubtier Panik schlug erneut unerbittlich zu. Jetzt spĂŒrte er auch, wie er von dem grĂŒnen Schein erfasst wurde. Er war nicht warm, wie er zuerst angenommen hatte. Etwas anderes nahm er war. Er pulsierte, Thomas wurde von einer Art Energiestrom erfasst. Langsam erwachte er aus der Erstarrung, die ihn erfasst hatte. Einem ersten Impuls folgend wollte er nur noch hier wegkommen. Plötzlich war ihm klar, dass er hier in eine Falle geraten war. Die fĂŒr ihn böse Folgen haben konnte. Aber der Energiestrom hatte Thomas bereits erfasst und hielt ihn eisern umklammert. Flucht war unmöglich. Er fĂŒhlte, wie er langsam immer mehr in Richtung der großen Megalithen gezogen wurde. Es erinnerte an den Flughafen Amsterdam. Dort gab es TransportbĂ€nder fĂŒr die Passagiere, auf denen man vorwĂ€rts befördert wurde, ohne laufen zu mĂŒssen. Etwas Ă€hnliches passierte hier auch. Er wurde eingehĂŒllt wie in einen Kokon aus grĂŒnem Licht und langsam aber sicher immer weiter auf den Felsen gezogen. Schließlich war er ihm so nahe, dass er ihn berĂŒhren konnte, wenn er nur die Hand ausstreckte. Jetzt musste er eigentlich die harte Wand fĂŒhlen. Aber nichts geschah, so dass seine Überraschung immer mehr wuchs. Er fĂŒhlte nichts. Der Felsen hatte keine Materie. So wurde Thomas von der unerklĂ€rlichen Kraft in den Felsen hineingezogen. Dieser Vorgang passierte recht schnell und war völlig gerĂ€uschlos. Er war so ĂŒberrascht, dass ihm nicht mal die Zeit blieb, um zu schreien. Er drang durch die Ă€ußere Schicht des Felsens und sah vor sich eine grau schimmernde FlĂ€che. Die ihn in sich aufsog, wie ein Schwamm das Wasser. Thomas war im Felsen gefangen.

„Heh Toni, hast du irgendwas gefunden?“ „Nein John, wir können die Suche aufgeben, den Typ finden wir nicht mehr, wie hieß der, Tom oder so, vielleicht war er auf der Flucht und ist untergetaucht. Wir schleppen seinen Jeep ab, wenn er wieder auftauchen sollte, können wir ihm den Wagen ĂŒbergeben.“ „Glaubst du er taucht wieder auf?“ Stefan ein junger blonder Mann hatte die Frage gestellt, die alle im Suchtrupp umtrieb, aber niemand offen aussprechen wollte. Toni antwortete: „Er ist bestimmt hier, das wisst ihr so genau wie ich.“ Alle lachten, „Ja, ja, Toni, die Steine haben ihn sich geholt.“ Die Gruppe verließ lachend den Platz der Steine.
Thomas hatte alles sehen und hören können. In der Hand hielt ich noch die MĂŒnze, eine Stimme sagte, „Du hast gewĂ€hlt. Du hast meine MĂŒnze genommen, du wurdest bezahlt. Deine Seele gehört mir.“ Seine Schreie verwehten ungehört.
Unendliche Stille.

Ende

Sept. 2010




Letzte Aktualisierung: 23.05.2017, 18:06 Uhr
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