Doom

id Software
Bethesda
ASIN B00MHTETSQ


Inhalt:
Als ich erwache, liege ich auf einem Steinblock und rund um mich bricht das Chaos los. MerkwĂĽrdige Gestalten schwanken auf mich zu, sabbernd, mit Klauen nach mir ausgestreckt. Mehr Gerippe denn Menschen. Es sind Untote. Heilige ScheiĂźe!
Ich wälze mich zur Seite, krache auf den Boden und finde eine Pistole dort. Sofort greife ich zu, drehe mich um und pumpe dem ersten Zombie eine Salve heißer Geschosse in den zuckenden Körper, der zurücktaumelt und vergeht.
Dann drehe ich mich dem zweiten Untoten zu, er ist schon bei mir, packt meinen Hals. Mit einem beherzten Schlag befreie ich mich von dem Monster und ziele ihm zwischen die Augen. Ohne zu zögern drücke ich ab. Der Zombie geht zu Boden und verschwindet. Er hinterlässt Health-Packs und Munition. Beides nehme ich gern auf, fühle mich erfrischt.
Überall Funkenflug aus Instrumentenbänken. Irgendetwas läuft hier ganz schön schief. Monstermäßig schief.
Nachdem ich auf den Schalter gedrückt habe, öffnet sich die Tür in den nächsten Raum. Dort steht in eine Art Schrank meine Ikone: der Anzug! Mein Marine-Anzug! Und hey – er passt noch!
Also dann – auf in die nächste Schlacht!
Mein Weg durch die Mars-Station wird noch ein blutiger werden, das spĂĽre ich!

Meinung:
DOOM ist die Neuinterpretation des Klassikers von 1993 und stammt – wie könnte es auch anders sein – vom texanischen Studio „id Software“. Der Titel hat eine lange und wechselvolle Entstehungsgeschichte. Zunächst als „Doom 4“ angekündigt, dann vom Gameplay her in eine andere Richtung gewechselt als „Doom 3“, was intern nicht gefallen konnte und schließlich die Neuorientierung zurück zu den Wurzeln. Kann dabei ein gutes Spiel herauskommen? Nach all dem Hin und Her in der Entwicklung?
Um es vorweg zu nehmen: Oh ja – und wie!
Hintergrund:
Ein Doom-Spiel mit Hintergrundgeschichte? Ja, tatsächlich. Aber man sollte keine Innovation erwarten und eine diffizile Charakterzeichnung. Dennoch ist der Ausbruch einer Dämoneninvasion auf dem Mars (nicht neu) gekoppelt mit der Frage nach der Identität des Spieler-Charakters (das ist neu) interessant genug, dass man immer wieder aufhorcht, wenn kurze Story-Sprengsel eingeworfen werden. Doch deswegen – ganz ehrlich – spielt man nicht DOOM.

Gameplay:
Man spielt DOOM wegen dem Gameplay! Und das ist hammermäßig gelungen! Und nein – bei DOOM darf man nicht nur in Hochdeutsch schreiben, denn DOOM ist hart, dreckig und vor allen Dingen blutig. DOOM rockt!
Zurück zum Gameplay: Wenn man als Spieler die ersten Schritte in DOOM macht, wird man überrascht sein davon, wie schnell die Bewegungen sind. Wo andere Shooter auf „Shift“ die Rennen-Funktion legen, ist sie beim DOOM standardmäßig eingeschaltet und ist dazu noch um den Faktor 10 schneller. DOOM legt auf die „Shift“-Taste die Gehen-Funktion! Aber hey – wer braucht die schon, wenn man durch die Levels flitzen kann wie Tony Hawk nur ohne Skateboard? Genau.
Wer DOOM spielt, sollte sich verabschieden vom Deckungs-Geschleiche anderer Shooter, denn dann wird man sofort von den agilen Dämonen umrundet, umsprungen und weggeballert. Man muss sich auf den Flow einlassen, mittanzen und die Monster umrunden, um sie dann in die ewigen Jagdgründe zu befördern.
Dazu stehen dem Spieler die klassischen Schießprügel zur Verfügung. Die Palette reicht von der Pistole, über die beliebte Shotgun bis hin zur BFG. Doch damit ist es nicht getan. Die Macher von id Software gehen noch einen Schritt weiter und verbinden das klassische Gun-Gameplay mit modernen Elementen. So kann man die Sekundärfunktion der Waffen erst ausrüsten, dann in mehreren Stufen aufleveln, indem man sich Gun-Punkte verdient. Die erhält man für Aktionen wie „Erledige 3 Gegner mit Glory-Kills von oben“ und dergleichen mehr.
Die Lebensenergie wird aber ganz traditionell in dem Maps als Health-Pakete wieder aufgefrischt. DOOM geht also nicht den modernen Weg, dass sich die Gesundheit von selbst wieder regeneriert, wie es seit „Call of Duty 2“ gang und gäbe ist.
Auch die RĂĽstungsteile muss man im Level aufsammeln, wie in den alten Doom-Zeiten. Diese RĂĽstung kann man ebenfalls aufrĂĽsten, indem man in den Maps Upgrade-Speicherkarten findet. Zu finden gibt es in den Maps aber noch viel mehr. Alte Doom-Karten und Sammelfiguren beispielsweise.
Die im Vorfeld vieldiskutierten Glory-Kills sind Spezialmanöver, die man ausführen kann, sobald ein Gegner angeschlagen ist. Dann beginnt er zu pulsieren und torkelt auf der Stelle. Geht man nun an ihn heran und drückt die Nahkampf-Taste, wird der Feind abhängig von der anvisierten Körperpartie getötet. Das wird extrem blutig ausgeführt, also ist klar: DOOM nicht für Kinder geeignet – ganz und gar nicht. Die Glory-Kills bremsen die Action kaum aus, nehmen das Tempo nur wenig raus. Dafür sind sie für das Gameplay dahingegen relevant, da sie Munition sparen und zudem per Glory-Kill erledigte Gegner mehr Munition und Health auswerfen als normal erledigte Feinde.
Die Levels sind vertikaler als früher und immer wieder gibt es die berühmten Arena-Kämpfe: Man kommt in einen Bereich, die Tür geht zu und die Action mit den Gegnern geht los – und man kommt erst wieder raus, wenn alle Feinde erledigt sind. Das hört sich generischer an, als es sich spielt. Die unglaublich rasante Action macht dieses „Gefangen-Sein“ in der Arena mehr als lohnenswert.

Grafik und Sound:
DOOM legt die Messlatte für Grafikfetischisten eine Lage höher. Die Grafik ist hochaufgelöst und strotzt nur so von Details. Egal ob das Monsterdesign oder die Gebäude: Alles wurde mit großer Liebe für Kleinigkeiten designt. Auch die Partikeleffekte suchen ihresgleichen. Überall sprühen Funken, werden Staubfontänen über die Landschaft geweht.
Die Beleuchtung verdient großes Lob. Sie ändert sich dynamisch und ist nach Kämpfen manchmal anders als vorher.
Der Sound ist fett, die Waffen hören sich satt an, die Monster grummeln wie man sich das wünscht. Der Soundtrack ist wieder Heavy Metal, da kreischen die Gitarren und wummern die Bässe. Grandios!

Multiplayer:
Im Multiplayerbereich war das erste „Doom“ eine Revolution. Das ist das neue DOOM im Jahr 2016 nicht. Es lehnt sich an moderne Spielgewohnheiten an mit den Loadouts, hat dann mit den Möglichkeiten zur Dämonenverwandlung ein interessantes Element, bleibt aber hinter den Erwartungen etwas zurück und kann wenig neue Akzente setzen.

Fazit:
Das neue DOOM ist eine Offenbarung. Die Singleplayer-Kampagne rockt die Hütte durch das schnelle Tempo, das befriedigende Treffer-Feadback und das satte Waffengefühl. Die Mischung aus Moderne und Klassik funktioniert wunderbar. Auch die Glory-Kills fühlen sich stimmig an, die Upgrads der Waffen und Rüstungen ebenso. Damit ist DOOM eine positive Überraschung geworden und sollte von jedem zelebriert werden, egal ob er das klassische Doom gespielt hat oder nicht. DOOM ist zu Software geformter Rock’N’Roll! Keep on rockin!

2016


Infos beim Vertrieb/Verlag:
http://doom.com/de-de/ (externer Link!)

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Letzte Aktualisierung: 23.05.2017, 18:06 Uhr
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Version: 5.0