Deadline #12

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DIN A4 128 Seiten
Auflage: 20000 Exemplare
19.11.2008 500
ISBN 419-7-42600-500
deadline Magazin
Yazid Benfeghoul und Andreas Martin Peter GbR
SpieserstraĂźe 34
66386 St. Ingbert
yazid@deadline-magazin.de
http://www.deadline-magazin.de


Inhalt:
Die Titelstory The Strangers erscheint diesmal auf den ersten Blick nicht ganz so spektakulär, weil es sich nicht um einen neuen Meilenstein handelt – doch innerhalb der Review wird klar, dass grundsolide und packende Unterhaltung geboten wird, was deutlich mehr ist als die derzeitigen Kollegen vorweisen können. In dem Interview mit Regisseur Bryan Bertino wird umso klarer, wie überraschend die Qualität des Films ist – handelt es sich doch um das Erstlingswerk des Regisseurs und Drehbuchautors, dem die eher konservativen Universal Pictures zehn millionen Dollar in die Hand gedrückt haben. Breitwand – jetzt im Kino zeigt dann mit Max Payne das krasse negativ Gegenüber, da hier wirklich nichts richtig gemacht wurde. Doch zum Glück gibt es auch noch Quarantäne, der weitestgehend überzeugt. Eher als Durchschnitt gehen dann Die Eylandt Recherche und Righteous Kill – kurzer Prozess durch, was dem geneigten Leser jeweils eine gute Orientierungshilfe gibt. Als „Hart, schnell und gut“ wird natürlich Death Race bezeichnet, was auch in den Interviews mit Interviews mit Jason Statham und Paul W.S. Anderson klar zum Ausdruck gebracht wird. Mit Lakeview Terrace, Das neue Leben des Herrn Horten – O’Horten, Transsiberian, Der Tag an dem die Erde stillstand, Palermo Shooting, Der Mann, der niemals lebte, So finster die Nacht wird dann das Portfolio an aktuellen Erscheinungen angenehm abgerundet. Sitges Film Festival bietet neben einer bunten Mischung der vorgestellten Filme auch noch ein Interview mit Christopher Denham anlässlich seines Regie und Drehbuch Debüts Home Movie. Animeskop kommt in dieser Ausgabe recht kurz und Helge Dawo bestreitet mit seiner ganz eigenen Meinung wieder einmal etwa die Hälfte der vorgestellten Filme. Texthilo – die Kolumne von Thilo Gosejohann bricht eine, wenn auch mit einem Augenzwinkern gemeinte Lanze für TV Trash – Na warte, Arte! Viennale 2008 bietet zwar nur einen extrem kurzen Abriss zu den gezeigten Streifen, aber das Interview mit der Explotations Produzentin, Regisseurin und Autorin Stephanie Rothmann (The Working Girls, The Velvet Vampire, Blood Bath) entschädigt für einiges. Spieltriebe – Geballer in schönster Form ist erstaunlich reichhaltig ausgefallen und bietet zudem eine recht breite Palette an vorgestellten Spielen für PC und Konsolen. Mondo Macabro ist ein Film Label, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, alle erdenklichen Trash Perlen zu veröffentlichten – Dr. Martin Schmitt & Björn Eichstädt machen sich dankenswerterweise daran, die jeweiligen Veröffentlichungen auf ihre Goutierbarkeit zu untersuchen. Splendid ist ebenfalls ein Labelportrait wert, und so werden – leider nur sechs – Aushängeschilder der deutschen Verleger reviewt. Heimservice – neu auf DVD beinhaltet abermals über 100 Reviews und zusätzlich noch interessante Interviews mit Patrik Syversen (Manhunt – Backwoods Massacre), Peter Koller (Auf bösem Boden) und Fernanda Romero (The Eye), was insgesamt wieder „Information Overflow“ bedeutet. Ergänzend gibt es noch Reviews zu Film Klassikern und Fernsehserien, welche dieses Mal neben Vertretern von Mystery und Action auch Comedy vorstellen. ZeichentriX – Comics am Rand machen ihrem Untertitel leider wieder alle Ehre, da nur drei Seiten erübrigt wurden – dafür werden abermals wahre Perlen vorgestellt. Return from Hell – Olaf Ittenbach über sein Projekt Legend of Hell fasst in einem kurzen Interview zusammen, wieso sich einer der Pioniere des deutschen Homemade nun doch nicht aufs Altenteil zurückzieht. Die Rubrik Underdogs besteht diesmal aus einer Review (!), einem kurzen Abriss zum Indigo Filmfest Vol. 4 und vor allem einem sehr interessanten und humorvollen Interview mit Manuel Francescon und Bernhard Lenz zu ihren Freax Filmen und Liveauftritten. Ebenfalls informativ ist der Wortwechsler mit Tim Sullivan (2001 Maniacs, Driftwood), der einen sehr offenen und freundlichen Eindruck hinterlässt. Hennes Benders Hörsturz fördert abermals absolute Perlen und Warnung vor Ungoutierbarem zutage, was die durchgängige Qualität der Kolumne abermals untermauert und zeigt, dass der Comedian auch auf dem Gebiet des Hörspiels sehr kompetent ist. Passend zur Rubrik gibt es dann den Wortwechsler mit Synchronpabst Rainer Brandt, der einigen Lesern jedoch nicht nur aus Hörspielen, sondern vor allem durch seine revolutionäre Synchronarbeit bei Filmen mit unter anderem Bud Spencer und Terrence Hill oder Louis de Funès sowie der Serie Die Zwei bekannt sein dürfte – hier erzählt er wie alles anfing und ihm die Ideen kamen frei von der Leber weg. Einen satten Querschuss zum Abschluss ist dann die Kolumne von Jörg Buttgereit, in welcher der sympathische Berliner einen erstaunlichen Rundumschlag zum gesamten aktuellen Geschehen abgibt.

Meinung:
Trotz der gestiegenen Seitenzahl sind immer noch Rubriken dabei, die am platzmäßigen Existenzminimum krebsen. Entweder die Unwucht ergibt sich aus der weiter steigenden Übermacht an Inhalten, oder es ist einfach nicht mehr Stoff für diese Bereiche da. In beiden Fällen sollte überlegt werden ob das Heft nicht konsequent weiterentwickelt werden sollte, damit es nicht in breit gefächert aber teilweise halbgar daher kommt. Die Beiträge sind demgegenüber aber durchweg solide und durchdacht geschrieben, so dass dieser Eindruck durch diesen Punkt etwas relativiert wird. Der Querschnitt der Schreiber sorgt für einen netten Kontrast zum Mainstream der Blätterlandschaft, wenn es für mache Leser sicher auch gewöhnungsbedürftig daherkommt, so konträre Schreibstile nacheinander zu verarbeiten.

Ausstattung:
Damit diese Vielseitigkeit nicht zu Uneinheitlichkeit wird, sollte das Layout klare, gleiche Strukturen schaffen um das Konsumieren zu erleichtern. Das ist leider immer noch nicht durchweg der Fall. Auch an diesem Punkt sollte – trotz oder gerade wegen der vielen Innovation – noch gearbeitet werden.

Fazit:
Pflichtprogramm für Film- und Medienbegeisterte – mit kleinen Schönheitsfehlern !!!

© Heiko Henning
13.5.2009


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Letzte Aktualisierung: 02.10.2017, 23:48 Uhr
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