Deadline #9

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DIN A4 116 Seiten
Auflage: 20000 Exemplare
28.5.2008 500
ISBN 419-7-42600-500
deadline Magazin
Yazid Benfeghoul und Andreas Martin Peter GbR
SpieserstraĂźe 34
66386 St. Ingbert
yazid@deadline-magazin.de
http://www.deadline-magazin.de


Inhalt:
Die Titelstory An American Crime verdeutlicht, dass die deadline auch vor realem Horror nicht die Augen verschließt – und das bedrückende Drama mit realem Hintergrund mit einer entsprechend guten Wertung versieht. Gut kommen auch The Happening, Funny Games U. S., The Incredible Hulk (inklusive Der unglaubliche Hulk Staffel 1+2) und Interview weg, die alle durchweg als empfehlenswert vorgestellt werden. Das Interview mit Neil Marshall lohnt alleine schon die Anschaffung des Heftes – der Gute spricht nämlich nicht nur über seinen neuen Film Doomsday (zu dem es natürlich auch eine Review gibt) sondern auch über The Descent, Dog Soldiers sowie seinen persönlichen Filmgeschmack. Neben Kritiken zu The Bank Job (Tip), Hancock (Preview) und dem Remake von Prom Night (Absolut unterirdisch!) verdeutlicht das Interview mit Chris Carter, welches auf dem Set des zweiten Akte X Films geführt wurde, wie sehr sich das Magazin vom Underground der Wurzeln weiterentwickelt hat – der Filmemacher hätte sich seinerzeit sicherlich nicht so viel Zeit für ein Fanzine genommen. Hispano Horror unter „El Claudillo“ bricht eine Lanze für die unbekannte spanische Filmlandschaft der 70er Jahre, die durch das Franco Regime Außerlandes wenig bis keine Beachtung fanden – Björn Eichstädt stellt nicht nur wortgewandt einige Vertreter dieser Gattung vor, sondern zieht auch noch interessante Parallelen zur italienischen Filmwirtschaft dieser Zeit. Die Rubrik Animeskop ist leider diesmal mit zuckersüßem Kinderkram und anderweitigem Schrott überlaufen, wobei seltsamerweise nicht nur Helge Dawo für die Auswahl gesorgt hat, aber eine Warnung vor etwas weniger berauschendem ist ja auch schon was. In Texthilo wirft Thilo Gosejohann diesmal ein Auge auf „Filme, die es gar nicht gibt“, was sich sehr informativ wie auch humorvoll gestaltet, spätestens wenn man über den im Giftschrank verwahrten Gehversuch im Filmbusiness von Zlatko Trpkovski liest. Cinéma Extrême – das große Frontier(s) und Inside Interview-Special mit den Machern und den Rechteinhabern: Xavier Gens, Franck Ribière, Vérane Frédiani, Marco Weber und Wolfgang Carl bietet einen interessanten Ansatz angesichts der Tatsache, dass beide französische Filme innerhalb kürzester Zeit die aktuellen Grenzen bei Gewaltdarstellung und Tabus gesprengt haben. Es werden den jeweiligen Regisseuren und hiesigen Label Verantwortlichen jeweils die gleichen Fragen gestellt, was einen interessanten Vergleich bietet. Leider sind es weder besonders viele Fragen, noch die Interviewpartner besonders gesprächig. Vom Postal Dude zum McDonald’s Guy kann durchaus als Karriere angesehen werden – Zack Ward nimmt es mit einer gewaltigen Portion Humor und gibt sich auch ansonsten in seinem Interview sehr sympathisch. Kurz und schmerzlos ist wieder Underdogs – Independentfilme und andere Auswüchse ausgefallen, wo es zu sechs Streifen was zu lesen gibt, von denen die Hälfte laut Autoren lohnenswert ist. „Ungewöhnliche Animationsfilme“ der zweite Teil ist sicherlich keine sehr leichte Kost, aber auf jeden Fall lesenswert, da Dr. Martin Schmitt abermals die etlichen Fakten mit einer passenden Portion Humor garniert. Heimservice – neu auf DVD bringt wieder über einhundert Reviews und außerdem kurze aber nette Interviews mit Elmar Berger (100 Tears) und Andy Fetscher (Bukarest Fleisch). Televisionen – TV-Serien auf DVD gestaltet sich angenehm abwechslungsreich und stellt neben einigen bekannten Fernsehgrößen auch unbekanntere Vertreter der Spezies mit sinnvoller Bewertung vor. Hennes Benders Hörsturz schleudert dem Leser das Hörfutter um die Ohren – und das wieder einmal auf äußerst humorvolle und lockere Weise. In ZeichentriX – Comics am Rand werden diesmal nur zwei hochkarätige Comics ausführlich vorgestellt, während die restlichen sechs sich eine Seite teilen müssen, was insgesamt etwas merkwürdig gewichtet ausschaut. Ausgewogener erscheint demgegenüber Spieltriebe – Geballer in schönster Form, wo bei Spielen mehr Abwechslung und Ausgeglichenheit geboten wird. Herr Buttgereit empfiehlt hat vor allem „Erinnerungen an Klaus Kinski und Brunhilde Haemmerli“ zum Inhalt, doch es fehlen natürlich auch nicht solch wichtige Dinge wie eine Empfehlung für den Schocker Inside.

Meinung:
Vor allem die Vielseitigkeit bei Autoren und Themen fällt diesmal ins Auge. Es wird wirklich abwechslungsreiche Kost für den – nicht nur – Filmfreund geboten. Dieser muss auch nicht mehr wirklich aus dem Bereich des Horrors stammen, da neben diesem Genre auch der Mainstream ausreichend bedient wird. Das machen unter anderem auch Interviews wie das mit Chris Carter klar, die sicherlich auch Magneten für die Kiosk Käufer darstellen. Von der Schreibe her sind auch die meisten Beiträge routiniert genug um bei der breiten Masse Akzeptanz zu finden.

Ausstattung:
Die Seitenzahl wurde wieder auf die üblichen 116 Seiten reduziert – diese stellen also auch weiterhin den Standard da. Für einen „Allesleser“ stellt das mehr als genug dar, zumal der Zeitabstand zwischen den Ausgaben mit zwei Monaten demgegenüber nicht gerade hoch ausfällt. Das Layout ist auch größtenteils routinierter, weshalb gewisse Ungereimtheiten im Seitenaufbau umso stärker auffallen – die grundsätzliche Richtung stimmt jedoch.

Fazit:
Vielseitig bei Inhalt und Themen !!!

© Heiko Henning
20.10.2008


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Letzte Aktualisierung: 03.07.2017, 12:13 Uhr
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