Deadline #6

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DIN A4 116 Seiten
Auflage: 20000 Exemplare
21.11.2007 500
ISBN 419-7-42600-500
deadline Magazin
Yazid Benfeghoul und Andreas Martin Peter GbR
SpieserstraĂźe 34
66386 St. Ingbert
yazid@deadline-magazin.de
http://www.deadline-magazin.de


Inhalt:
Sowohl das Cover als auch die Titelstory erinnern an alte Gory News Tage, denn Seed vom umstrittenen Regisseur Uwe Boll ist von der Machart her überraschend Homemade like, wobei sich zeigt, dass auch dieser Herr die eine oder andere Überraschung bereit hält. „Englishman in Hollywood – im Gespräch mit David Slade“ gibt es ein paar sehr interessante Fakten zu seinen Filmen 30 Days of Night und Hard Candy, leider beschränkt sich das Interview auf zwei Seiten, was an dieser Stelle definitiv zu wenig erscheint. „Breitwand – jetzt im Kino“ beginnt mit einer Review von Schwerter des Königs – Dungeon Siege mitsamt sehr lohnenswerter Verlosung dem dazu passenden und sehr informativen „Lovely Leelee – Im Gespräch mit Leelee Sorbieski“. Die Besprechung von Tödliche Versprechen stimmt angenehm auf das „David Cronenberg – Special“ ein, welches Lust auf mehr macht und die Zeit bis zur nächsten Ausgabe mit dem zweiten Teil des Artikels über das Ausnahmetalent unerträglich lang erscheinen lässt. Auch American Gangster, Mr. Brooks, Die Todeskandidaten, Aliens vs. Predator 2, Hitman – jeder stirbt allein werden nicht nur adäquat vorgestellt, es gibt sogar drei dazugehörige Gewinnspiele. „Worldwide – internationale Filme“ besteht diesmal wieder aus genau fünf Reviews, was die Rubrik ein wenig unterbesetzt erscheinen lässt. Ähnlich sieht es beim „Asia Film Fest“ aus, allerdings finden neben den vier vorgestellten Filmen noch ein paar andere zumindest Erwähnung. „Captain Berlin versus Hitler“ wird als Theaterstück von Jörg Buttgereit zwar auch mittlerweile im Mainstream bemerkt, doch dem Deadline ist es zu verdanken, dass auch die Interessierten darauf aufmerksam gemacht werden. Das „Sunfilm Labelportrait“ krankt ebenfalls am mangelnden Umfang, doch es wird trotzdem ein relativ guter und nicht unkritischer Überblick zum Filmrepertoire abgeliefert. Das „Animeskop“ stellt zwar auch nicht so viele japanische Zeichentrickfilme vor, doch dafür sind fast alle mit gut bis hervorragend als Bewertung eine Empfehlung für den Leser. Bei dem „Zürich Film Festival“ werden neben Erwähnungen von anderen Filmbeiträgen lediglich die beiden Erstlingswerke Fuerte Apache und Chapter 27 mit je einer Besprechung hervorgehoben. „Oh Herr, lass Hirn regnen!“ denkt sich Dr. Martin Schmitt bei seinem sehr humorvoll verfassten Artikel über filmische Werke, die sich um die graue Masse drehen, wobei er eine spaßig unterhaltsame Rahmenhandlung für die Rezensionen erschafft. „Underdogs – Independentfilme und andere Auswüchse“ stellt in dieser sechsten Ausgabe statt Filmen mal ein Festival vor: Das Independent Filmfest im Saarland – Indigo Filmfest Vol. 3. „Nachschlag – Literatur vom Fach“ bietet vor allem qualitativ echte Perlen des Buchmarktes, was eine deutliche Steigerung zu den bisherigen, eher stiefmütterlichen, Ausgaben dieser Rubrik darstellt. Der „Heimservice“ hat seinen Umfang gehalten und bringt neben über hundert Reviews (diesmal mit meist durchschnittlichem Fazit) zu DVD Veröffentlichungen inklusive Klassiker Rubrik auch noch ein interessantes Interview mit der Stuntfrau Zoë Bell (Death Proof). Angenehm anders ist „Frei ab 28 Jahren!“ – Thilo Gosejohann liefert wieder einmal eine erfrischende Sicht der Dinge, was das wahre Grauen der mittlerweile etwas in die Jahre gekommenen Horrorfans angeht. „Televisionen“ legt gleich zu Anfang mit einem Special zur Geschichte von Die Sopranos los, und auch sonst gibt es diesmal reichlich interessantes und überraschendes Material über Serien DVD Boxen. Essentiell ist auf jeden Fall „Hennes Benders Hörsturz“, weil der Comedian immer wieder erstaunliche Perlen zutage fördert und zu jeder Veröffentlichung die passenden Worte findet. „Zeichentrix – Comics am Rand“, Nomen est omen, stellt gute bis sehr gute Vertreter der Gattung vor, wobei sich der Leser sicherlich wieder einmal mehr wünscht. Das Beste kommt abermals zum Schluss, denn „Herr Buttgereit empfiehlt“ stellt einen würdigen Abschluss da, der in sehr flottem Stil von einem Thema zum nächsten hüpft und trotzdem stets den Kern der Sache trifft.

Meinung:
Erneut wurde ein Bund aus etlichen Inhalten geschnürt, die insgesamt gesehen eine äußerst vielseitige und doch homogene Mischung bieten. Durch die Vielseitigkeit wünscht man sich jedoch fast überall mehr Inhalt und meint etwas anderem würde relativ gesehen zu viel Platz eingeräumt werden. Objektiv betrachtet herrscht jedoch überall diese Knappheit, oder anders ausgedrückt: kurz und knapp. Mehr Seiten wären hier natürlich angenehm, doch das ist aus zwei Gründen nicht wirklich sinnvoll. Zum einen müssten die Hefte dann teurer gemacht, oder der Anteil von Werbung gesteigert werden. Und zum zweiten käme der Leser bis zum Erscheinen der nächsten Ausgabe nicht mit dem Konsumieren hinterher. Stilistisch sind die Schreiber noch nicht ganz auf einer Ebene, was jedoch nur bei der unterschiedlichen Bewertung auffällt, die durch das Schulnotenähnliche System direkt vergleichbar sind. Eine Besprechung ohne eine solche Wertung wäre bei einer solch breiten Leserschaft sicherlich etwas unkritischer. So sollte der Leser am besten vor der Entscheidung für oder gegen ein Werk überprüfen ob der Autor auf seiner Wellenlänge ist.

Ausstattung:
Das innovative Layout sorgte mittlerweile auch außerhalb des Leserkreises für Aufsehen und so wurde Deadline hierfür der Saarländische Staatspreis für Design 2007 verliehen. Damit verbunden ist auch eine Nominierung für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2008 – wenn das nicht angesichts des Inhaltes erstaunlich ist, weiss ich auch nicht mehr. Sicherlich nähert sich der Inhalt auch dem Mainstream an, was jedoch auch zum großen Teil darin begründet liegt, dass die harten Horror Sachen immer mehr zu Mainstream werden.

Fazit:
Äußerst vielseitige Ausgabe – mehr davon bitte !!!

© Heiko Henning
27.3.2008


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Letzte Aktualisierung: 03.07.2017, 12:13 Uhr
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