Deadline #3

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DIN A4 116 Seiten
Auflage: 20000 Exemplare
30.5.2007 500
ISBN 419-7-42600-500
deadline Magazin
Yazid Benfeghoul und Andreas Martin Peter GbR
SpieserstraĂźe 34
66386 St. Ingbert
yazid@deadline-magazin.de
http://www.deadline-magazin.de


Inhalt:
Breitwand – jetzt im Kino bietet nicht nur dem Coverbild entsprechend eine interessante Preview zu Hostel 2 sondern auch ein brandaktuelles Interview mit Regisseur Eli Roth. Als Ergänzung zur Preview im letzten Heft darf der kurze Abriss zu Quentin Tarantinos Death Proof – Todsicher angesehen werden, denn hier geht es weniger um den Film selbst, als das Drumherum und das Scheitern des Grindhouse Doublefeatures an sich. Hot Fuzz – zwei abgewichste Profis wird adäquat vorgestellt – Transformers, Die Fährte des Grauens und 28 weeks later leider nur relativ kurz angerissen, was gerade bei letzterem besonders schade ist. Frischfleisch – Neuigkeiten und Gerüchte kommt mit anderthalb chaotisch anmutenden Seiten recht kurz, aber in Zeiten des Internets ist diese Rubrik auch sicherlich schwer zu halten. Dead by Dawn Filmfest eröffnet den Reigen an Festivalberichten mit Berichten zu lediglich sechs Fullfeature Filmen und einer Seite Kurzfilmen, was insgesamt etwas schmalbrüstig wirkt. Den Mad Scientists nimmt sich Dr. Martin Schmitt an – allerdings nicht im Kino des Jetzt sondern der Explotation der filmischen Anfangszeit, was sich nicht nur humorvoll liest, sondern auch äußerst professionell verfasst wurde. Das Animeskop bietet auf acht Seiten wieder einmal reichlich Abwechslung, wobei die Empfehlungen bei etwa einem Drittel für den Normalleser mit Vorsicht zu genießen sind, da der entsprechende Rezensent Helge Dawo nicht nur seine ganz eigene Art der Schreibe, sondern einen ebensolchen Geschmack hat. Kontrovers geht es auch mit dem Drehtagebuch Special zu Bloodrayne 2 und Tunnelrats zu, in welchem der umstrittene Regisseur Uwe Boll vornehmlich die Probleme beim Filmemachen zusammenfasst. Nippon Connection 2007 ist ganz offensichtlich eine Reise wert, was nicht zwingend durch die Anzahl der Filmrezensionen (ganze 3!), sondern vielmehr durch das äußerst lohnenswerte Interview mit Shinya Tsukamoto (Haze, Tokyo Fist, Tetsou 1 & 2) verdeutlicht wird. Horror Privat lässt dieses Mal Hennes Bender zu Wort kommen, der sich – in seiner gewohnten Comedy Art – „Mein bescheuertstes Double-Feature“ als Thema nimmt. Worldwide – internationale Filme werden auf fünf Seiten zusammengefasst, was angesichts der schieren Masse an Veröffentlichungen verhältnismäßig wenig erscheint, doch ergänzend muss man hier ja die Festival Reviews mit einrechnen. Under Dogs, die Rubrik zu Homemade Streifen, sowie das Label Portrait zu Atomik Films bieten einiges an Stoff für den Freund der filmischen Eigenproduktionen. Der Letzte macht das Licht aus – Endzeit im Wandel bietet eine interessante Übersicht zu den Themen von Filmen mit – zu ihrer Zeit – apokalyptischen Themen, wobei Germaine Paulus es gut versteht, die Probleme der jeweiligen Epoche gut wiederzugeben. Der Umfang von Televisionen zeigt deutlich, dass sich auf dem TV Serien DVD Markt so einiges tut, wobei offensichtlich nicht alles empfehlenswert ist. Heimservice – neu auf DVD liefert ein ähnliches Bild, wobei diese Rubrik mit vierunddreißig Seiten wieder einmal den verhältnismäßig größten Part einnimmt, und sogar noch ein ansprechend ausführliches Interview mit Daniel Brühl – zu Cargo im Besonderen und seiner internationalen Karriere im Allgemeinen – enthält. Udine Far East Film 2007: Manuel Ewald lässt sich nicht nur über das Festival und seinen verträumten italienischen Veranstaltungsort, sondern auch über vier der dort aufgeführten Filme aus. Die Zeichentrix räumen den Comics dieses Mal auch etwas mehr Platz ein und so wird reichlich hochinteressante Lesekost vorgestellt. Zum Abschluss bricht Thilo Gosejohann noch eine Lanze für Synchronisationen und Herr Buttgereit darf wieder empfehlen.

Meinung:
Wieder brandaktuell und ganz nah dran – so wünscht man sich seine Filmzeitschrift, aber warum klappt das eigentlich hier besser als bei den Großen? Wahrscheinlich weil man es hier mit Leuten zu tun hat, die leben was sie schreiben. Durch die große Anzahl an Autoren (fast dreißig!) ist abermals für eine breite Palette von Interessen gesorgt, die adäquat verarztet werden. Bei jedem merkt man die Liebe zum Thema deutlich und fast alle liefern eine gut lesbare und teilweise sogar sehr aussagekräftige Schreibe. Die Seitenzahl hat sich derweil wieder auf 116 eingependelt, weshalb auch ein paar Bereiche aufgrund der Vielfalt nicht mehr ganz so üppig wegkommen. Dafür ist es dann auch wieder für den Normalsterblichen Leser möglich bis zum Erscheinen der nächsten Ausgabe alles durchgearbeitet zu haben. Statt der zusätzlichen Seiten gibt es ein Poster zu Hostel 2 und City Kill, was zwar den einen oder anderen Leser ein wenig an Bravo und Pop Rocky Zeiten erinnern wird, aber doch ein sehr netter Zug ist und vielleicht sogar an der einen oder anderen Stelle sehr nett aussieht.

Ausstattung:
Also sind aller guten Dinge drei? Nun ja fast, denn das Layout kann immer noch nicht ganz überzeugen. Es ist zweifelsohne sehr innovativ, aber trotzdem – oder partiell auch deswegen – nicht wirklich gut lesbar. Ist es bei Frischfleisch noch einfach nur chaotisch, mutieren die Seiten mit neun Kurzreviews auf einer Seite durch äußerst kleine Schrift zu einer wahren Bleiwüste. Auch in Bereichen wie den TV DVD Reviews mit nur vier Texten pro Seite fällt dies negativ auf und hier sind auch Seitenüberschriften kaum lesbar, weil sie farbig auf farbigem Grund gesetzt sind. Auch so interessante neue Textwolken, in denen Schlagwörter mit Größe hervorgehoben sind, wie man es beispielsweise aus Internet Blogs kennt, verfehlen ihr Ziel. Alles scheint einfach zu viel Innovation gegenüber der Lesbarkeit zu sein – teilweise ist weniger wirklich mehr, oder es muss schlicht und ergreifend noch an den Feinheiten geschliffen werden, damit das Konzept greift.

Fazit:
Inhaltlich wieder einmal bombastisch, wenn man auch merkt, dass platzbedingt zusammengestrichen werden musste – das Layout ist leider noch immer gewöhnungsbedürftig und erschwert das Lesen teilweise !!!

© Heiko Henning
12.11.2007


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Letzte Aktualisierung: 23.05.2017, 18:06 Uhr
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