Deadline #2

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DIN A4 128 Seiten
Auflage: 20000 Exemplare
28.3.2007 500
ISBN 419-7-42600-500
deadline Magazin
Yazid Benfeghoul und Andreas Martin Peter GbR
SpieserstraĂźe 34
66386 St. Ingbert
yazid@deadline-magazin.de
http://www.deadline-magazin.de


Inhalt:
Wieder verspricht das Cover nicht zu viel, denn in „Breitwand – jetzt im Kino“ gibt es gleich als erstes eine Preview zum Grindhouse Double Feature Death Proof und Planet Terror. Unter anderem folgen Reviews zu The Hills have Eyes 2, Ghost Rider – zu dem ein interessantes Interview mit Nicolas Cage geführt wurde – 300 in Film- und Comicform. „Das Special – Christian Viel“ gibt wohlwollende Kommentare zu dessen etwas eigenwilligen Filmen und hält außerdem noch ein umfangreiches Interview mit dem Regisseur und seinem Mitstreiter John Fallon bereit. „Frischfleisch – Neuigkeiten und Gerüchte“ fasst in kurzen Schnipseln zusammen, was die Leserschaft in der nächsten Zeit und wahrscheinlich in einer der kommenden Ausgaben erwarten wird. Im „Berlinale – Special“ (richtig, die Ausgabe beginnt mit lauter Specials) tobt sich Manuel Ewald auf zehn Seiten mit mehr oder minder langen Reviews voll aus. Auch das „Animeskop“ hält wieder einmal für jeden etwas bereit, zumal die Reviewer, wie auch die vorgestellten Filme, unterschiedlicher nicht sein könnten. Demgegenüber bietet das „Asian Film Network – Special“, in dem die kommenden Veröffentlichungen des ambitionierten Labels vorgestellt werden, homogenere Rezensionen. Polarisierend ist sicherlich das „Borat – Special“ inklusive Interview, doch beim näheren Hinsehen findet auch dieser Beitrag seine Daseinsberechtigung im Heft. „Horror, privat – mit Simon Gosejohann“ macht den guten Herrn mal so richtig sympathisch, denn frappanter als hier wurde der Wandel im Horrorkino selten zusammengefasst. „Worldwild – internationale Filme“ gibt einen kleinen Überblick zu Veröffentlichungen, wobei wirklich empfehlenswertes leider nicht dabei ist. Lustig wird es bei „Der Kampf des Jahrhunderts – Sylvester Stallone in Köln“, da es sich hier nicht um die eigentliche Pressekonferenz, sondern um das Drumherum dreht. „Hirntot – die freundliche Rätselecke“ bietet diesmal sogar gleich zwei Rätsel – dafür von der leichteren Sorte, was nicht für die Einsendungen zur ersten Ausgabe spricht. „Underdogs – Independentfilme und andere Auswüchse“ hält sogar ein paar Ausnahmeperlen parat, die vielleicht den einen oder anderen zum Konsum von Homemade Streifen bewegen können. „BUBBA HO-TEP & Interview mit Bruce Campbell“ gibt die volle Ladung zum neuzeitlichen Kultstreifen von Don Coscarelli – die Hintergrundinformationen beschränken sich dabei nicht nur auf den Film, denn Campbell zeigt sich recht gesprächig, weshalb es auch sehr schade ist, dass nach knappen anderthalb Seiten das Interview bereits ein jähes Ende findet. „Televisionen – TV-Serien DVD-Boxen“ fasst auf viereinhalb Seiten die aktuellen Serien Erscheinungen auf DVD zusammen, wobei es einiges Interessantes zu entdecken gibt. „Heimservice – neu auf DVD“ setzt dann gleich mit den Fullfeature Kollegen nach, und das mit geballten vierzig Seiten (inklusive Klassiker Rubrik). „William Girdler – Systemtheoretiker“ trifft sicherlich nicht den Geschmack eines jeden Lesers, doch gerade solche Artikel unterstreichen die Eigenständig des Magazins. „ZeichentriX – Comics am Rand“ führen leider auch ein Randdasein, da lediglich zwei Seiten mit ebensoviel Reviews den Weg in die Rubrik gefunden haben. Bei „Nachschlag – Literatur vom Fach“ sieht es genauso aus, aber vielleicht findet sich hierfür noch ein Rezensent. Die „Kolumne: Herr Buttgereit empfiehlt“ bildet den krönenden, wenn auch recht kurzen, Abschluss der Ausgabe, in welcher er noch einmal in seiner einzigartigen Weise sehr lohnenswertes ans Tageslicht zerrt.

Meinung:
Nicht nur der Umfang ist gestiegen, sondern auch die Vielfalt der Schreiber, wie man am Intellektuellen Anteil von Dr. Martin Schmitt erkennen kann. Bis hin zu der sehr eigenen Art von Geschmack und Schreibweise von Helge Dawo ist wirklich alles vertreten. So ist es für den Leser sehr gut möglich, sich auf einen oder mehrere Schreiber festzulegen, denen er blind vertrauen kann, was Empfehlungen betrifft. Für die Auswahl an filmischen und andersartigen Stoffen gilt das Gleiche, da auch in diesem Punkt noch weiter zugelegt wurde. Immer wieder wird der Rezipient mit Werken konfrontiert, mit denen er nicht gerechnet hätte – sei es weil er sie nicht kennt, oder sie einfach nicht hier erwartet hätte. Selbstredend werden absolute Geheimtipps ausgegraben und adäquat präsentiert, sowie zu Blockbustern der ganz eigene Senf hinzugegeben. Trotz der größeren Vielfalt erscheint das Ganze recht homogen in der Art der Bewertung und der Präsentation. Insofern zeichnet sich ein klarer Trend Richtung professionellen Magazin ab – wann und ob die Macher vom Heft leben können, bleibt abzuwarten. Dem Leser wird jedoch auf jeden Fall eine fast schon im Mainstream Format aufgezogene Publikation mit Inhalten von Fans für Fans.

Ausstattung:
Als wäre die Startausgabe nicht schon seitenstark genug wird noch einmal nachgelegt: 16 Seiten mehr wurden gefüllt, und das nicht mit Werbung! Das Layout ist immer noch verspielt – vielleicht an mancher Stelle noch mehr als im Vorgänger. Das sorgt hier und da für nicht gerade optimale Übersichtlichkeit, was eigentlich schade ist, da die Ansätze hierzu vorhanden sind. Auch gestalterische Fehler wie beispielsweise den partiell zu stark in den Anschnitt gesetzten Text hätten nicht unbedingt sein müssen. Beim Fließtext wurde jedoch zur Leserlichkeit beigetragen, indem mehr Absätze eingebaut wurden. Mal sehen, was diesbezüglich die Nummer drei bringt.

Fazit:
Nach dem sehr ambitionierten Erstling gibt es eine mehr als wĂĽrdige Nachfolge !!

© Heiko Henning
30.6.2007


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Letzte Aktualisierung: 23.05.2017, 18:06 Uhr
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