ZurĂĽck in die Vergangenheit

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Originaltitel: Deuxième vie Alternativtitel: Le 11ème commandement; Mon futur et moi
Darsteller: Maria de Medeiros (Laurie), Isabelle Candelier (Sonia), Patrick Braoudé (Vincent), Daniel Russo (Ronny), Gad Elmaleh (Lionel), Elie Semoun (Steve Michaud), Thierry Lhermitte (Forsan), Sonia Vollereaux (Carole), Wojciech Pszoniak als Wojtek Pszoniak (Vincent's Vater), Ginette Garcin (Henriette), Anne Abel (Marina), Jim Redler (Cédric), Doud (Polizist 1), Philippe Lelièvre (Polizist 2), Rémy Roubakha (jüdischer Mann), Yacine Abdeldjebar (Jeune beur foot), Laurent Artufel (jugendlicher telefonierender Mann), Frédérique Bel (kleine Freundin des Vaters von Vincent), Guila Braoudé (Sarah), Ilan Braoudé (Sohn des Rabbi Lionel), Jonas Braoudé (Sohn des Rabbi Lionel), Laurine Bresler (Soubrette accorse), Tiffany Breuvart (Empfangsdame in Degan Halle), Joseph Chanet (Majordome philippin), Philippe Chantier (Pizzaverkäufer), Cheyenne Corre (Sekretärin bei Degan), Christina Crevillén (Beraterin in Degan Halle), Jacques Davidovici (orthodoxer Jude), Julie Dray (Sylvie, Sekretärin 1), Brigitte Drhey (Frau mit Renault 5), Yves Girard (Jeune homme frappeur), Noël Haidra Bury (Serveur Wanadoo), Serge Kroukopf (Le curé/Préposé colonne Morris), Christophe Landeau (Mann in Telefonkabine), Isabelle Le Nouvel (La couturière), Sylvain Madigan (orthodoxer Jude), René Milio (Gaston), David Moreau (Etudiant couple), Raphaëlle Moussafir (Polizeiagent 3), Irina Ninova (Sekretärin 4 bei Degan), Thierry Nzeutem (Pizzalieferant Thuram), Luc Palun (Gardien du ciemtière), Françoise Pinkwasser (Mediziner im Hospital), Stéphanie Rebato (Etudiante couple), Philippe Royer (TV Moderator), Léon Salama (Patron Sonia), Sacha Santon (religiöser Jude), Annie Savarin (Prostituierte), Alain Serval (religiöser Jude), Jacques Vincey (Assistent im Hospital), Sarah Vinitzki (Mutter von Vincent), Marie Vinoy (Sekretärin 2), Bernard Warnas (Automechaniker), Malik Zidi (Kellner im Cybercafé)
Produktionsfirma: U.G.C. Y.M., L’Abre et la Colombe, France 3 Cinéma, M6 Films, Canal+
Produktion: Patrick Braoudé, Yves Marmion
Regie: Patrick Braoudé
Drehbuch: Patrick Braoudé, Francis Palluau
Musik: Jacques Davidovici
Kamera: Philippe Pavans de Ceccatty
Schnitt: Catherine Renault
Verleih: e-m-s
ErstauffĂĽhrung: 25.10.2000 (Frankreich) Anolis Entertainment 5.8.2004 Spanien 2000
96:16 Minuten (+ Zusatzmaterial: Trailer 1:37; Bildergalerie 2:02), 20 Kapitel
Widescreen 1,78:1 anamorph
Deutsch Dolby Digital 5.1, Französisch Dolby Digital 5.1; Untertitel: Informationen deutsch, deutsch
Ländercode: 2 DVD-9 (6,13 GB) 4 Seiten Booklet FSK 16


Inhalt:
Vincent ist ein zweiunddreißigjähriger Mann, der scheinbar unfähig, ist Entscheidungen zu treffen – sei es der Kinderwunsch seiner Traumfrau Laurie oder die Farbe der neuen Schuhe, er bekommt stets panische Hustenanfälle. Kurz bevor alles eskaliert baut er mit seinem Wagen einen Unfall und findet sich danach 16 Jahre später 1998, nach dem Fußballsieg seiner französischen Landsleute, wieder – um entsetzt festzustellen, was aus ihm geworden ist. Seine ökologischen Ideale hat er genauso verraten wie seine besten Freunde, nur um das zu werden was er stets verachtet hat: ein Kapitalist. Verheiratet ist er mit der damaligen Schuhverkäuferin Sonia, die ebenfalls nicht seinen Idealen entsprach – mit ihr hat er sogar die Kinder zu denen er sich bei Laurie nie durchringen konnte. Doch ist wirklich alles verloren oder kann er wieder zurück in die Vergangenheit und alles besser machen…

Meinung:
„Was würdest du tun, wenn …“ „… Du die Vergangenheit ändern könntest?“ und der deutsche Titel suggerieren ein wenig, dass es sich hierbei um einen Fantasy Film handelt. Ursprünglich war das Skript von Francis Palluau auch so konzipiert, doch Patrick Braoudé konnte sich für eine Zeitreisegeschichte nicht erwärmen. Durch gemeinsame Umarbeitung entstand deshalb aus der Grundidee eine Komödie, bei der die Auswirkungen von Entscheidungen in der Gegenwart auf die Zukunft betrachtet werden. Die phantastischen Elemente dienen dabei nur als Kulisse und ihr Hintergrund wird nicht aufgeklärt, was allerdings angesichts der Geschichte nicht ins Gewicht fällt. Die Möglichkeiten, die ein Blick in die eigene Zukunft bietet, sind mehr als ausreichend – wer würde nicht gerne ein zweites, besseres Leben führen? Es gibt zwar auch einige Momente zum Nachdenken, doch der leichte Spaß steht klar im Vordergrund, ohne in Slapstick wie auf dem Backcover genannten Louis de Funes Filme abzugleiten. Humorvoll, witzig und teilweise sogar putzig geht es fast die gesamte Laufzeit zu, in der es nie langweilig wird – unter anderem wenn ein Schuhkauf zu einer sehr sexuellen Sache wird. Trotz der Tatsache, dass Zurück in die Vergangenheit im Millennium Jahr fertiggestellt wurde, nimmt man ihm sofort die Darstellung der frühen neunziger ab. Der krasse Unterschied zwischen den Jahrzehnten wird ebenfalls glaubhaft, wenn auch meist überspitzt, umgesetzt. Da gibt es Cafés, in denen alle nur noch surfen und nach dem Lieblingsserver gefragt wird… Trotz, oder gerade wegen der Leichtigkeit lacht man gerne und häufiger, als es bei den meist etwas verkrampften Kollegen hinter dem großen Teich der Fall ist. Das liegt auch vielleicht zum Teil daran, dass man erkennt, dass hier alles noch handgemacht ist: Patrick Braoudé kümmert sich nicht nur mit um die Produktion, führt Regie und hat das Drehbuch mit umgeschrieben – er hat auch noch gleich die männliche Hauptrolle übernommen. Dabei zeigt er erstaunliches Talent; erstaunlich deshalb, weil er hierzulande eher durch das amerikanische Remake mit Hugh Grant seiner zweiten Regiearbeit Neun Monate bekannt sein dürfte. Auch sein Regieerstling Super! Meine Eltern lassen sich scheiden! bekam eine entsprechende Neufassung verpasst – für großen Erfolg scheint Braoudé einfach das markante Gesicht zu fehlen. Ganz anders die Hauptdarstellerin Maria de Medeiros, die nicht nur in Single Again sondern vor allem auch Pulp Fiction ihr Können innerhalb einer sehr großen Produktion unter Beweis stellen konnte. Ihr Spiel ist hier angenehm locker und leicht, während ihr Kollege schon eher hart an sich und seiner Rolle arbeiten musste. Schlussendlich ergibt sich jedoch ein harmonisches Ganzes, in welchem alle Charaktere sehr gut miteinander harmonieren und sich gegenseitig stets die richtigen Pässe zuspielen.

Ausstattung:
Das Bild der DVD aus dem Hause Anolis Entertainment ist angenehm ausgewogen und analoge Defekte fallen nicht ins Auge. Die Schärfe ist durchweg gut und liefert auch ansprechende Werte im Detail – lediglich die Bewegungsschärfe kann nicht ganz überzeugen. Der Kontrast versorgt die kräftigen Farben mit einem guten Schwarzaufbau, und auch die Kompression fügt sich angenehm ins Gesamtbild ein.
Der Ton kann nicht ganz so gut punkten, weil die Abmischung nicht immer für optimalen direktionalen Klang sorgt. Beide Spuren bieten gute Dialogverständlichkeit und lassen sich keine Ausfälle zu Schulden kommen. Die Synchronisation bietet gute Hausmannskost und ist für Zuschauer ohne sehr gute Sprachkenntnisse im Französischen empfehlenswert, obwohl optionale Untertitel vorhanden sind.
Die Extras beschränken sich leider auf einen französischen Trailer und eine Bildergalerie, die zeigen, dass es auch bei Anolis Paketzukäufe gibt, die einfach mit vermarktet werden. Das Menü wirkt diesmal auch recht einfallslos und starr. Als kleine Entschädigung ist zumindest ein Booklet beigelegt, welches zwar grafisch nicht so gut umgesetzt, aber zumindest recht informativ ausgefallen ist.

Fazit:
Sehr unterhaltsame französische Komödie – leider nicht so liebevoll auf DVD gebracht !!!

© Heiko Henning
18.10.2007


Infos beim Vertrieb/Verlag:
http://www.e-m-s.de/dvd.php?name=115500 (externer Link!)

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Letzte Aktualisierung: 03.07.2017, 12:13 Uhr
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