Silent Hill: Revelation

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Originaltitel: Silent Hill: Revelation Alternativtitel: Silent Hill: Revelation 3D
Darsteller: Adelaide Clemens (Heather / Alessa), Kit Harington (Vincent), Carrie-Anne Moss (Claudia Wolf), Sean Bean (Harry), Radha Mitchell (Rose Da Silva), Malcolm McDowell (Leonard), Martin Donovan (Douglas), Deborah Kara Unger (Dahlia), Roberto Campanella (Red Pyramid), Erin Pitt (Sharon / Young Alessa), Peter Outerbridge (Travis Grady), Jefferson Brown (Detective Santini), Milton Barnes (Detective Cable), Heather Marks (Suki), Rachel Sellan (Mannequin Mädchen), Michel C. Foucault (Geschäftsmann), Arlene Duncan (Lehrer), Jason Best (Der Schlachter), Chad Camilleri (Angreifer), Sergey Shpakovsky (Burgerbrater), Lawrence Dickison (Obdachloser), James Kirchner (grauer Mann / Silent Hill Bürger), Jacky Lai (Studentin), Tig Fong (Sanitäter #1), Dean Copkov (Sanitäter #2), Boyd Banks (Priester), Conrad Bergschneider (Hausmeister), Darren Josephs (uniformierter Polizist), Peter Schoelier (Vagrant Mumbler), Chris Anton (Monster im Nebel -uncredited), James Collins (böser Hausmeister -uncredited), Cassie Owoc (Mädchen auf Bus -uncredited)
Produktionsfirma: Davis Films
Produktion: Don Carmody, Samuel Hadida
Regie: Michael J. Bassett
Drehbuch: Michael J. Bassett, Laurent Hadida (Adaptation) Vorlage: Konami (Videogame)
Kamera: Maxime Alexandre
Musik: Jeff Danna, Akira Yamaoka
Schnitt: Michele Conroy
Special Effects: Brendan Carmody, Michael Innanen
Verleih: Lionsgate
ErstauffĂĽhrung: 25.10.2012, Deutschland 29.11.2012 Concorde 18.4.2013 Frankreich USA Canada 2012
90:52 Minuten (+ Zusatzmaterial: Making-Of: Silent Hill in 3D 2:23; Entfallene Szenen 11:14; Die Kreaturen von Silent Hill 2:12; Die Schauspieler 2:39; Bei den Universal Hollywood Horror Nights 4:30; Kinotrailer: Deutscher Trailer 1:59, Original Trailer 2:18) 13 Kapitel
Widescreen 2,40:1 anamorph
Deutsch Dolby Digital 5.1, Deutsch DTS 5.1, Englisch Dolby Digital 5.1, Audiokommentar von Regisseur Michael J. Bassett Dolby Digital 2.0; Untertitel: deutsch, deutsch Audiokommentar
Ländercode: 2 DVD 9 (6,99 GB) FSK 16


Inhalt:
Heather plagen Alpträume von einem Ort, der nur Schrecken für sie bedeutet: Silent Hill – als sie aufwacht schenkt ihr nicht nur ihr Adaptivvater Harry vorzeitig zum achtzehnten Geburtstag die Weste die sie im Traum anhatte, er sagt auch genau die Worte, die sie bereits aus der Vorahnung kennt. Der erste Tag in der neuen Schule verläuft zunächst wie immer: eine wie auswendig gelernte, leicht verbitterte Ansprache an die Klasse, doch dann wird alles schlagartig anders. Am helllichten Tag hat sie nicht nur Visionen von schrecklichen Wesen, diese greifen auch noch in die Realität ein und töten oder entführen Menschen die ihr helfen wollen. Auch Harry wird entführt, damit Heather freiwillig nach Silent Hill zurückkehrt – an diesen Ort des Schreckens und der fürchterlichen Kreaturen. Auf ihrem Weg durch die Hölle auf Erden arbeitet sie sich von einem Level des Grauens und von einem Monster zum nächsten…

Meinung:
Nachdem Christophe Gans (Der Pakt der Wölfe, Crying Freeman – Der Sohn des Drachen, H. P. Lovecrafts Necronomicon) bereits im Vorfeld zur ersten Verfilmung des Videospiels von Konami stark mit den Vorurteilen der Spielefans zu kämpfen hatte, gab es bei der Fortsetzung schon vor dem Dreh Probleme. So schlug Gans aus terminlichen Überschneidungen heraus seiner Mitarbeit aus und es galt einen Nachfolger zu finden. Produzent Samuel Hadida (Resident Evil 1-5, Solomon Kane, Das Kabinett des Doktor Parnassus), der bis dahin alle Fullfeature von Gans produziert hatte, suchte nach einem Ersatz und fand ihn in mit Michael J. Bassett (Wilderness, Deathwatch), mit welchem er bereits bei der respektablen Literaturverfilmung Solomon Kane zusammengearbeitet hatte. Der Regisseur nahm sich auch noch gleich des Drehbuchs an, da der ursprünglich hierfür vorgesehene Roger Avery (Pulp Fiction, Killing Zoe, Reservoir Dogs – Wilde Hunde), der auch den ersten Teil schrieb, aufgrund einer Anklage und anschließender Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung nicht zur Verfügung stand. Erfahrung hatte Bassett auf diesem Gebiet schon bei seinem Erstling Deathwatch und kurz zuvor bei Solomon Kane gesammelt. Im Skript strebt er die Transformation von mystisch verklärter Schauermär mit äußerst dichter Atmosphäre des Vorgängers zum gradlinigen Handlungsstrang mit eingestreuten Erklärungen der Hintergründe an. Er knüpft dabei an die Handlung des ersten Teils an und greift die des dritten Spiels auf, ohne jedoch die Chance zu nutzen, die mittlerweile reichhaltige Welt der Reihe einzubeziehen. Andererseits setzt er zumindest am Anfang die Kenntnis des Vorgängers und beziehungsweise oder der Spiele voraus, da der Zuschauer bis etwa zur halben Spielzeit mitten in der Handlung ausgesetzt wird und erst nach und nach Erklärungen mittels Backflashs eingestreut werden. Zunächst erscheinen dies und der frühe Einstieg in den Ort Silent Hill, der bei Gans erst sehr spät erfolgte, für Freunde des ersten Films als eine interessante Art der Fortsetzung. Doch das frühe Auftauchen des gespenstischen aus Ascheregen resultierenden Nebels sowie das nach Computerspielmanier ablaufenden durchhetzen von Monsterlevels lässt leider nicht das durch abgehoben verschrobene beklemmende Gefühl wach werden, welches Silent Hill zu dem Überraschungserfolg bei einer eigeschworenen Fangemeinde werden ließ. Sicherlich sind die grusligen Empfindungen eines Spieleerlebnisses nicht direkt auf die Leinwand transportierbar, doch dieser Aspekt wird hier – im Gegensatz zur Version von Gans, die hieraus einen Großteil ihres Reizes zog – außen vor gelassen. Stattdessen setzt Bassett vor allem auf den Schauwert der Vorlage, und so gibt es reichlich Monster und Perversitäten zu sehen, die die breite Masse der Zuschauer sicherlich anfixt, doch für gepflegten Schauer reicht die Monsterhatz nicht. Zudem werden die Kreaturen (ähnlich Hellraiser 3) klar in Szene gesetzt, so dass sie gut zu erkennen sind – das freut einerseits das Auge und bestimmt auch die Spielerbasis, aber der Geist wird zu stark entlastet. Horror im Kopf entsteht deshalb aber nicht und das ist ja bekanntlich derjenige, der den Urängsten am nächsten ist. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Monsterdesigns bis auf die aus Teil eins bekannten Pyramid Head sowie die gesichtslosen Krankenschwestern nur wenig verstören und partiell auch nur sehr kurze Screentime haben. Auch zusammengesuchte Elemente wie der an Ring orientierten Aufmachung von Alessa, oder in den mittlerweile nicht mehr ganz taufrischen Schockmomenten, die in den frühen Zweitausendern das Kino unsicher gemacht haben, hinterlassen keine wirklich Begeisterung. Optisch sehr erfrischend sind derweil Analogien wie das in die Kamera spritzende Blut (vor allem auf 3D ausgerichtet), dass für den einen oder anderen Erschrecker gut ist. Was es wirklich schön schaurig werden lässt ist der Score von Jeff Danna nach der Vorlage in den Spielen von Akira Yamaoka, der zum ersten Teil einen angenehmen emotionalen Bezug herstellt. Ein Manko ist auch die Cast, denn trotz der hochkarätigen Besetzung wirken die Leistungen vor der Kamera nicht wirklich berauschend. Carrie-Anne Moss (Fido, Matrix 1-3, Memento) ist in ihrem Outfit das stark an eine böse Elbin aus Mittelerde erinnert kaum zu erkennen und muss auch gegen diese Maskerade anspielen. Sean Bean (Game of Thrones – Das Lied von Eis und Feuer, The Hitcher, Herr der Ringe) wirkt in seiner Rolle als Vater blass und wenig emotional, ganz anders als im ersten Teil. An dieser Stelle ist es auch nicht hilfreich, dass er wie bei Silent Hill von Florian Krüger-Shantin und nicht von Torsten Michaelis, wie seinen großen Rollen durch die er in der Zwischenzeit sehr bekannt wurde, synchronisiert wird. Dadurch ist auch stimmlich keine Tiefe und Emotion zu fühlen, die wahrscheinlich noch etwas herausgerissen hätte. Malcolm McDowell (Halloween 1-2, Lexx, A Clockwork Orange) spielt als blinder und verrückter Greis sehr schön auf, doch auch er scheitert an den Begrenzungen seiner Rolle. Positiv fällt auch die bislang eher durch Serien bekannte Hauptdarstellerin Adelaide Clemens (X-Men Origins: Wolverine) in ihrer doppelt tragischen Rolle auf, die den Film sogar bis zu einem gewissen Grad mit ihrem Spiel tragen kann. Eine Offenbarung wie der Titel verspricht ist das Ergebnis allerdings leider trotzdem nicht geworden, obwohl das Potential, welches in Ansätzen aufblitzt, immer wieder zu sehen ist.

Ausstattung:
Das Bild der DVD ist in Ordnung, wenn auch alles andere als perfekt – es gibt keine analogen Defekte oder Rauschen zu vermelden, was bei einem so aktuellen Film allerdings auch ein Armutszeugnis wäre. Der Kontrast schwankt, aber die Schärfe ist gut und Details werden sauber transportiert. Die teilweise verfremdeten Farben sind Stilmittel und hier kann nur wenig Aussage zur Qualität der Wiedergabe getroffen werden.
Wie auch inhaltlich sieht es bei dem Ton wesentlich besser aus, denn vor allem die DTS Spur kann aufgrund der Klarheit und Dynamik begeistern. Die Dialogverständlichkeit ist übergreifend gut, wenn auch insgesamt etwas zu leise, und auch der Bass wird sauber an den Hörer gebracht. Das wirkliche Highlight ist aber die Direktionalität, welche die sehr gut abgemischten Effekte und musikalischen Schockmomente äußerst präzise im Raum positioniert.
Bei den Extras ist die DVD leider nicht so gesegnet wie ihr HD Pendant: das Making-Of: Silent Hill in 3D ist leider lächerlich kurz und entsprechend wenig essentiell. Sehr interessant sind hingegen die Entfallene Szenen mit Audiokommentar des Regisseurs. Nette Featurettes gibt es noch zu den Themen: Die Kreaturen von Silent Hill, Die Schauspieler und Bei den Universal Hollywood Horror Nights. Unvermeidlich außerdem Kinotrailer: Deutscher Trailer und Original Trailer. Hörens- beziehungsweise lesenswert ist der Audiokommentar von Michael J. Bassett, in welchem er von sich aus schon feststellt, was nicht so toll geworden ist und welche Mühe er sich andererseits mit der Vorlage gemacht hat, in die er sich extra eingearbeitet hat.

Fazit:
Viele Chancen von denen leider nur wenige genutzt werden – eher im Mittelfeld weit unter der ersten Verfilmung !!!

© Heiko Henning
6.5.2013


Infos beim Vertrieb/Verlag:
http://www.facebook.com/silenthill2.film (externer Link!)

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Letzte Aktualisierung: 23.05.2017, 18:06 Uhr
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