Ratten – sie sind überall

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Originaltitel: The Rats Alternativtitel: The Colony; The Rats – Sie sind überall!
Darsteller: Mädchen Amick (Susan Costello), Vincent Spano (Jack Carver), Shawn Michael Howard (Ty), Daveigh Chase (Amy Costello), David Wolos-Fonteno (Ray Jarrett), Sheila McCarthy (Miss Paige, Susans Boss), Elisa Moolecherry (Nyla), Joe Pingue (Karl), Kathryn Winslow (Queen), Aron Tager (Janitor), Yanna McIntosh (Doktor), Jennifer Coristine (Kindermädchen), Kim Poirier (Jay), Balázs Koós (Techniker), Jackie Laidlaw (Schlampe), Dominic Cuzzocrea (nervöser Fahrer), Cabral Richards (Schaffner), Philip DeWilde (Artie), Bryan J. Thomas als Brian Thomas (Rettungsschwimmer), Teo Weyman (grosses Kind), Shane Daly (Polizist), Bubba (Versand Vorarbeiter), Jason Sharman (U-Bahn Fahrgast)
Produktionsfirma: Fox Television Studios
Produktion: Bob Roe
Regie: John Lafia
Drehbuch: Frank Deasy
Kamera: ---
Musik: Elia Cmiral
Schnitt: Michael N. Knue
Spezialeffekte: Marianne Klein
Verleih: e-m-s
Erstaufführung: Premiere – P1 30.5.2003 e-m-s 16.9.2004 USA 2002
84:17 Minuten (+ Zusatzmaterial: Deutscher Originaltrailer 1:42; Biographie & Filmographie: Mädchen Amick 4 Seiten, Vincent Spano), 12 Kapitel
Widescreen 1,78:1 anamorph
Deutsch Dolby Digital Pro Logic, Englisch Dolby Digital 5.1, Deutsch Dolby Digital 5.1; Untertitel: --
Ländercode: 2 DVD-9 FSK: 16


Inhalt:
In dem New Yorker Nobelkaufhaus Garsons wird eine Frau in einer Umkleidekabine von einer Ratte gebissen – Susan Costello, die für das Wohlbefinden der Kundschaft des Hauses zuständig ist, findet zunächst in einem scharkantigen Nagel die Ursache und beruhigt die Frau zusätzlich mit ein paar Annehmlichkeiten. Es stellt sich jedoch schnell heraus, dass die Kundin mit der Weil-Krankheit infiziert wurde, die durch Ratten übertragen wird. Um das Problem zu lösen, bekommt Susan von ihrer Chefin den Auftrag, die dafür zuständigen zu feuern und den besten Kammerjäger anzuheuern. Jack Carver, so der Name des Spezialisten, findet auch relativ schnell heraus, wo sich die kleinen Biester aufhalten, doch da das Nest sich nicht direkt im Haus befindet, kommt von Susans Vorgesetzter der Befehl, den Spezialisten wieder zu entlassen, doch angesichts der Bedrohung will dieser auf keinen Fall das Feld räumen. Da sie sich für das Wohl ihrer Kunden verantwortlich fühlt, und von der Stadt keine Hilfe zu erwarten ist, macht sich die Angestellte zusammen mit dem Jäger auf, um der äußerst großen und nebenbei auch noch überdurchschnittlich stärkeren und klügeren Nagerpopulation auf die Pelle zu rücken…

Meinung:
Wieder einmal ist der Tierhorror für eine Verfilmung gut, da sich durch die Urängste der Zuschauer schnell Ekel oder Grauen erzeugen lassen – in diesem Fall geschieht dies für eine amerikanische TV Produktion. Was allerdings als erstes in Auge fällt, ist der Name der Hauptdarstellerin, denn Mädchen Amick (Wounded, Twin Peaks: Fire Walk with Me, Sleepwalkers) dürfte spätestens seit der Kultserie Twin Peaks allen Fans des Genres ein Begriff sein. Doch dass auch bei Fernsehproduktionen ein bekannter Name noch kein Garant für Qualität ist, dürfte sich auch schon herumgesprochen haben. Doch zusammen mit Vincent Spano (Deathlands, The Prophecy 3: The Ascent, Rumble Fish) sorgt die sympathische Schauspielerin gleich zu Anfang durch ihre glaubhaft transportierte Angst für einen positiven Eindruck, wie man ihn von solch entsprechend günstig produzierten Werken her eigentlich nicht gewohnt ist. Ähnlich ist es auch mit den CGI Effekten, die erstaunlich sauber und sogar relativ realistisch umgesetzt wurden – nur an wenigen Stellen geht das Gesehene scheinbar komplett an den Naturgesetzen vorbei. Die Mischung aus realen und computeranimierten Ratten ist dabei recht gut gelungen, und so gibt es nicht nur bei den menschlichen, sondern auch den tierischen Darstellern nichts zu meckern. Nicht alleine durch die Mengen der Nager und ein paar blutige Effekte, sondern auch die Inszenierung des Ganzen stellt sich partiell beim Zuschauer schon der eine oder andere Schauer ein. Doch zum Glück hat sich John Lafia (Child's Play 2; TV Serien: The Dead Zone, Babylon 5, Freddy's Nightmares), der sich unter anderem auch für das Drehbuch von Child's Play verantwortlich zeichnete, nicht alleine auf die Zugkraft der Viecher verlassen, und gibt den Figuren neben der Hatz auch noch Raum für ein wenig Beziehungsgeschichte und Hindernisse wie die unwillige Stadtverwaltung, was der Spielzeit ihre Berechtigung gibt. Natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt, und so gibt es andererseits einige Klischees, die reichlich bedient werden: die Schöne, der Held, der getreue Gehilfe, die bedrohte Tochter sowie die unter den Teppich kehrenden Behörden. Trotz der Tatsache, dass nie wirkliche Langeweile aufkommt, bietet die Handlung keine wirklichen Überraschungen oder gar Plot Twists. Was den Bodycount angeht, so ist dieser zwar – für einen Fernsehfilm – recht blutig umgesetzt, aber alles andere als hoch, was schon störend auffällt, zumal es zusätzlich an der Glaubwürdigkeit rüttelt. Was ebenfalls bitter aufstoßen lässt, ist der scheinbar unvermeidliche Cliffhanger am Ende des Films. Insgesamt ist der Film vielleicht nicht ganz so unterhaltsam wie die deutsche TV Produktion von PRO 7 Ratten – sie werden dich kriegen!, die mal besser ausgefallen ist, als das scheinbare amerikanische Vorbild. Ob die DVD in jedes gut sortierte Regal gehört, ist fraglich – da einmaliger Konsum ausreicht, kann man sicherlich auch beim nächsten Videothek Besuch ausleihen oder auf die Free TV Premiere warten.

Ausstattung:
Was die DVD Umsetzung angeht, so sollte man bei einer Fernsehproduktion natürlich nicht allzu viel erwarten, und so ist die Qualität des Bildes erwartungsgemäß im Mittelfeld angesiedelt. Die Farben sind kräftig und es gibt keine Bildfehler oder ähnliches zu sehen. Allerdings ständig ein gewisses Grundrauschen zu sehen und die Schärfe Werte sind nicht optimal.
Die Anordnung der Tonspuren ist wieder einmal etwas unglücklich, und so startet man dadurch standardmäßig mit Pro Logic. Einen großen räumlichen Unterschied merkt man bei der 5.1 Variante allerdings auch nicht – es gäbe allerdings auch keine wirklich passenden Momente hierfür. Dafür glänzen beide Spuren durch gute Verständlichkeit und klare Übermittlung.
Schwach sieht es auf jeden Fall bei den Extras der DVD aus, denn neben den üblichen Trailern für Titel aus dem Programm von e-m-s gibt es nur weniges. Ein Deutscher Originaltrailer sowie Biographien/Filmographien zu Mädchen Amick und Vincent Spano sind sehr spartanisch, und es wird klar, dass vom Titel nicht viel Umsatz erwartet wird. Selbst wenn kein Material zum Film selbst vorhanden gewesen wäre, hätte ein Zusatz wie beispielsweise ein Artikel zum Tierhorror oder den Ratten im Film sicherlich nicht geschadet.

Fazit:
Kein unbedingtes Muss, aber zumindest solide Unterhaltung !!!

© Heiko Henning
5.10.2004


Infos beim Vertrieb/Verlag:
http://www.e-m-s.de/dvd.php?name=115533 (externer Link!)

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Letzte Aktualisierung: 12.03.2017, 22:33 Uhr
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