Paris by night of the living dead

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Originaltitel: Paris by night of the living dead
Darsteller: David Saracino (der Bräutigam), Karina Testa (die Braut), Dominique Bettenfeld (der Priester) Olivier Bach (Zombie), Christophe Lemaire (Zombie), Cyril Delavenne (der unsichtbare Zombie), Pascal Goubereau (Uzi im Auge Zombie), Rurik Sallé (Zombie)
Produktionsfirma: Bach Films
Produktion: Olivier Bach, Eric Fantone
Regie: Grégory Morin
Drehbuch: David Neiss
Musik: Erwann Kermorvant
Kamera: François Reumont
Schnitt: Noémie Moreau
Verleih: Anolis Entertainment
ErstauffĂĽhrung: Frankreich 2009 Frankreich 2009
12:03 Minuten (+ Zusatzmaterial: Don’t mess with french zombies 14:56; Zombing of 63:14; Galerie 3:24) Wendecover keine Kapitel
2,35:1 anamorph
Deutsch Dolby Digital 5.1, Französisch Dolby Digital 5.1, Audiokommentar von Gregory Morin und Eric Fantone Dolby Digital 2.0, Zombie-Audiokommentar Dolby Digital 2.0; Untertitel: deutsch, deutsch Audiokommentar von Gregory Morin und Eric Fantone, deutsch Zombie-Audiokommentar
Ländercode: 2 DVD-5 (4,02 GB) FSK: 18


Inhalt:
In einer Kirche findet eine beschauliche Trauung statt, bei der scheinbar nur das Brautpaar anwesend ist – doch wie schon aus einer seltsamen Äußerung des Pfarrers zu entnehmen ist, stimmt hier etwas nicht. Pünktlich nach dem Jawort tauchen Zombies auf und schnappen sich den Geistlichen, und dem jetzigen Ehepaar bleibt nur, die Waffen zu ziehen und die Untoten niederzumähen. Das Massaker setzt sich nach einer kurzen Flucht auf einem Schrottplatz fort, und es werden alle Register des Abschlachtens gezogen…

Meinung:
Frankreich ist nicht grade bekannt für seine lange Tradition an Zombiefilmen, und nun gibt es gleich zwei Veröffentlichungen innerhalb kurzer Zeit. Doch im Gegensatz zu dem Longplayer Die Horde handelt es sich bei Paris by night of the living dead trotz des enorm längeren Titels um einen Kurzfilm von gerade mal 10 Minuten Spielzeit. Doch dieser Shorty hat es in sich, denn nicht nur die Darsteller sind mit David Saracino (Frontière(s), The Da Vinci Code – Sakrileg, Die purpurnen Flüsse 2 – Die Engel der Apokalypse) und Karina Testa (Frontière(s)) teils prominent vertreten. Auch der Look des Films entspricht ganz klar dem einer professionellen Produktion und keinesfalls einem Homemade Film, der mit Freunden entstanden ist. Mit Bach Film fand sich zum Glück ein Geldgeber, der half, dieses Projekt mit einer zweijährigen Entstehungszeit zu realisieren. Dass sich die Produzenten selbst und auch das Produkt nicht allzu ernst nehmen, zeigt schon der lustige Einstieg mit Oliver Bach als growlender Zombie – als Analogie zum MGM Löwen im Vorspann. Durch die Produktionsfirma gab es die Möglichkeit, professionelle Mittel wie beispielsweise Kamerakran einzusetzen, was einiges an zusätzlichem Reiz in den Bildern schafft. Doch auch ohne diese Möglichkeiten gelingt Grégory Morin erstaunliches mit erstaunlich wenigen Mitteln. Mit viel Enthusiasmus und einiger harter Arbeit hat er das geschafft, woran viele Homemade Regisseure scheitern: eine Atmosphäre bei welcher dem Zuschauer nicht auffällt, dass es sich nicht um einen professionell gedrehten Film handelt. Die Erfahrungen, die Morin offensichtlich mit seinen bisherigen Kurzfilmen Dernier cri (2005), Belle ordure (2004), Antinome (2000) und Kontrat (1998) gesammelt hat, zahlen sich auf jeden Fall aus. Nicht nur bei der Inszenierung wurde äußerst diszipliniert und trotzdem innovativ gearbeitet – auch die Effekte sind dankenswerter Weise soweit möglich direkt vor Ort realisiert. Lediglich in der teilweise notwendigen Nachbearbeitung wurden hier die Ergänzungen digital eingefügt. Sehr viel Wert wurde auch auf die Atmosphäre gelegt, die durch Originalschauplätze in adäquater Farbstimmung eingefangen wurden. Es gibt nicht nur Szenen in der Kirche Mantes-la-Jolie, die vom gleichen Architekten wie Notre-Dame stammt – auch vor dem bekannten Bauwerk selbst wurde gedreht. Auch der Champs-Elysées ist eingebunden, wenn hier die Realisierung auch alles andere als einfach war. Besonders stolz sind die Macher jedoch auf die Genehmigung in Katakomben drehen zu dürfen, da solche Erlaubnisse kaum einem Filmteam zuteilwerden. Möglich wurde das Ganze durch den äußerst kreativen Umgang mit dem Drehbuch, welches an die Verantwortlichen der jeweiligen Orte gegeben wurde. Abgerundet wird der positive Eindruck von netten Zitaten der Großen des Films, und das nicht nur im Titel – sei es Romero, Miike (Dead or alive) oder klassischen Horrorfilmen im Einzelnen.

Ausstattung:
Anolis Entertainment hat, nach Staplerfahrer Klaus, wieder einmal den Mut bewiesen, einen Kurzfilm wie einen Fullfeature Film auf DVD zu veröffentlichen. Allerdings hapert es diesmal leider beim Authoring ganz deutlich, denn nicht nur beim Einlegen nervt das verhinderte Überspringen des Vorspanns. Es sind außerdem keinerlei Kapitel gesetzt, was bei einem zehnminütigen Kurzfilm ja OK sein mag, aber bei langen Making Of Passagen wirklich störend auffällt. Auch das Bild lässt etwas zu wünschen übrig, wenn beispielsweise die Kompression durch Blockbildung in Erscheinung tritt. Die Schärfe liegt in partiell schwacher Ausprägung vor und sorgt somit für weiche Bilder. Die stilistisch bearbeiteten Farben wirken sehr kühl, bis hin zu zweifarbig, was jedoch als Stilmittel gedacht ist.
Sowohl das französische Original, wie auch die deutsche Synchronisation wirken insgesamt wenig plastisch. Dialoge, sofern vorhanden, und die meisten Geräusche ertönen aus der Front – nur manche Effekte und Musik wurden auf die Rears gelegt. Wirkliche Direktionalität darf man von einem Homemade Kurzfilm jedoch nicht unbedingt erwarten.
Das Zusatzmaterial ist derweil sehr üppig ausgefallen und bietet mit Don’t mess with french zombies einen sehr guten viertelstündigen Einstieg in die Entstehung des Films. Wer es ganz genau wissen will, ist bei dem über eine Stunde laufenden Zombing of bestens aufgehoben – lobenswerter Weise gibt es zu beiden Inhalten optionale deutsche Untertitel. Um das Trio voll zu bekommen, ist noch eine Galerie mit einigen Bildern enthalten. Der Audiokommentar von Gregory Morin und Eric Fantone erklärt einige Hintergründe zu den einzelnen Szenen, womit auch der deutsche Zuschauer dank Untertitel etwas anfangen kann. Nicht ganz so ist es mit dem Zombie-Audiokommentar – auch hier gibt es eine Übersetzung, doch das vermeintliche Untoten Gestammel ist nicht wirklich witzig genug, um selbst bei so kurzer Spielzeit nicht zu nerven.

Fazit:
Ein mit viel Tempo und Herzblut erstellter Horrorspaß – leider nicht optimal auf die Disc gebracht !!!

© Heiko Henning
4.10.2010


Infos beim Vertrieb/Verlag:
http://anolis-film.de/ (externer Link!)

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Letzte Aktualisierung: 23.05.2017, 18:06 Uhr
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