New Police Story

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Originaltitel: San ging chaat goo si Alternativtitel: Jackie Chan’s New Police Story, Police Story 5, San Gingchat Gusi, Xin jing cha gu shi
Darsteller: Jackie Chan (Chan Kwok Wing), Nicholas Tse (Frank Fung), Charlie Yeung (Ho Yee), Charlene Choi (Fa SaSa), Daniel Wu (Joe Kwan), Dave Wong (Sam), Andy On (Tin Tin Law), Terence Yin (Fire), Hayama Go (Max Leung), Coco Chiang (Sue Chow), Deep Ng (Wings Team Mitglied), Kenny Kwan (Rothaar), Kenneth Low (Wings Team Mitglied), Hoi Lin als Andrew Lin (Wings Team Mitglied), Tony Ho (Wings Team Mitglied), Timmy Hung (Wings Team Mitglied), Tin Chiu Hung (Wings Team Mitglied), Sammuel Pang (Wings Team Mitglied), Carl Ng (Wings Team Mitglied), Philip Ng (Wings Team Mitglied), Samuel Pang (Wings Team Mitglied), Rongguang Yu (Kwun), Chun Sun (Joes Vater), Wu Bai (Fungs Vater), John Sham (Eric Chow) Chun Loong Wong (Duty Officer), Kai Chi Liu (Chief Wong), Steven Cheung (GrĂĽnhaar), Linden Goh (Fung), Ken Lo (Wings Polizei Kollege)
Produktionsfirma: Arclight Films, Emperor Motion Pictures, JCE Movies Limited
Produktion: Willie Chan, Solon So, Barbie Tung, Jackie Chan (Executive Producer)
Regie: Benny Chan
Drehbuch: Alan Yuen
Kamera: Anthony Pun
Musik: Tommy Wai
Schnitt: Chi Wai Yau
Stunt Choreograph: Bradley James Allan, Bradley James Allan, Jackie Chan Stunt Team, Chung Chi Li
Verleih: e-m-s
ErstauffĂĽhrung: Hongkong: Kino: JCE 24.09.2004, Frankreich: Kino: Metropolitan FilmExport 13.07.2005, Deutschland: Kino: 3L Film 13.10.2005 e-m-s 30.3.2006 Hongkong / China 2004
118:13 Minuten (+ Zusatzmaterial: DVD1: Originaltrailer 2:27; Deutscher Kinotrailer 1:59; TV-Spot 1 0:16; TV-Spot 2 0:15; Making of New Police Story 15:34; Bio- & Filmografie Jackie Chan 10 Seiten; DVD2: Jackie Chan vor der SeverinsbrĂĽcke 5:36; Interviews mit Cast & Crew 44.27; Szenen vom Set 59:40; Pressekonferenz 36.37; Filmpremiere 8:37; Musikvideo 2:39), 8 Seiten Booklet, Kartonschuber, 20 Kapitel
Widescreen 2,35:1 anamorph
Deutsch Dolby Digital 5.1, Kantonesisch Dolby Digital 5.1, Deutsch DTS; Untertitel: deutsch
Ländercode: 2 DVD-9/9 FSK: keine Jugendfreigabe


Inhalt:
Der ehemals hoch dekorierte Hongkonger Senior Inspektor Chan Kwok Wing fristet sein Dasein mittlerweile als Trunkenbold, der sich mehr in Bars und der Gosse herumtreibt, als bei seiner Freundin Ho Yee. Alles war in Ordnung und Wing ein Vorbild für seine gesamte Truppe, bis es vor einem Jahr bei der Verfolgung einer Truppe einer jugendlichen Verbrecherbande unter der Führung von Joe Kwan zu einer tragischen Fehleinschätzung seitens des Polizisten kommt. Die Jugendlichen sehen die Aussage von Wing, er würde sie innerhalb von drei Stunden hinter Gitter bringen, als eine Kriegserklärung und so bereiten sie eine tödliche Falle in einem verlassenen Lagerhaus vor. Auf diese Weise gerät die gesamte Einheit in Gefangenschaft, und trotz der Spielchen, zu denen Wing von der Bande gezwungen wird, gelingt es ihm nicht, auch nur einen seiner Männer zu retten. Erst der junge Polizist Frank Fung kann sein großes Vorbild aus dem Sumpf des Selbstmitleids ziehen, und ihn dazu bringen, dass er – zusammen mit ihm – den Fall und sein normales Leben wieder aufnimmt. Doch auch dieses Mal ist es alles andere als einfach, die jugendlichen Verbrecher Dingfest zu machen, zumal die Polizeibehörde nicht ganz so hinter dem Beamten steht, wie es eigentlich sein sollte…

Meinung:
„Ivanova hat Recht, und zwar immer. Ich werde auf Ivanova hören. Ich werde stets Ivanovas Befehlen Folge leisten. Ivanova ist Gott. Und wenn so etwas noch mal geschieht, wird besagte Ivanova Ihnen persönlich den Arsch aufreißen.“
Wie schon der Titel vermuten lässt, handelt es sich nicht einfach nur um einen weiteren, in diesem Fall den fünften, Teil der Hongkong Filmreihe Police Story. Mit New Police Story wollte Jackie Chan nach eigenen Angaben neue Wege gehen – weg vom Klamauk hin zu ernsthafter Action. Es kann sicherlich auch daran gelegen haben, dass von der ursprünglichen Kernbesetzung nicht jeder zur Verfügung stand und deshalb auf neue Charaktere ausgewichen wurde. Nach Arbeiten für Hollywood kehrt Chan stets gerne nach Hongkong zurück – wie beispielsweise nach Shanghai Knights (2003), Rush Hour 2 (2001) und Shanghai Noon (2000), auf die stets mindestens ein in Hongkong entstandener Film folgte. Daraus wurden zwar auch nicht immer große Werke, doch es zeigte sich stets deutlich mehr Herzblut in den Filmen. Nach leicht gemachtem Geld kann er in seinem Heimatland viel mehr Einfluss auf den Film selbst haben, und so seine eigenen Ideen verwirklichen, anstatt immer als der Slapstick Quotenchinese verheizt zu werden. Um dem durch die amerikanischen Klischees entstandenen Image als reiner Action Klamauk Darsteller entgegenzuwirken, versucht Jackie Chan nun in anderen Breichen wie Drama Fuß zu fassen. Das geschieht sicherlich nicht nur, aufgrund der störenden Festlegung auf ein Genre, sondern auch weil das Multitalent mittlerweile auch aus eigener Sicht zu alt für die halsbrecherischen Stunts wird. Doch keine Angst, auch in New Police Story gibt es wieder reichlich Action – nur auf den Klamauk wird seitens Chan komplett verzichtet, so dass lediglich sein Filmpartner Nicholas Tse für ein paar humorvolle Einlagen sorgt. Ansonsten geht es, den sozialkritischen Themen entsprechend, sehr ernsthaft zu – was für die meisten Fans sicherlich sehr ungewohnt ist. Die wirklich sehr rücksichtslosen Jugendlichen als Spiegel der heutigen (nicht nur asiatischen) Gesellschaft handeln zwar nachvollziehbar, aber zum Glück werden Ihre Taten nicht als heroisch oder ähnliches dargestellt. Etwas störend wirkt hier, dass auch der große Jackie Chan nach eigenen Aussagen davon überzeugt ist – und es auch hier sehr klar zum Ausdruck bringt –, dass Computerspiele eine große Teilschuld am Verhalten der Jugendlichen besitzen. Doch zum Glück wird auch klar gezeigt, wie sehr auch das Elternhaus an den Greultaten mitschuldig ist. Die Morde sind fast schon melodramatisch nachgezeichnet und die Opfer plastisch, so dass die von der Charakterzeichnung her mögliche Identifikation mit den Tätern bitter ausfällt. Ihnen gegenüber steht ein verwandelter Chan, der alles dransetzt, einen am Boden zerstörten und dem Alkohol verfallenen Charakter zu präsentieren. An dieser Stelle zeigt sich, wie wenig er eigentlich von einem Charakterdarsteller hat – seine Wurzeln liegen schließlich auch eher beim Kampfsport. Doch durch seine hart erarbeitete Erfahrung als Schauspieler schafft er es trotzdem, der Figur des Polizisten eine glaubhafte Tragik zu verleihen, und dem Zuschauer das Mitfühlen zu ermöglichen. Allerdings versieht er sein Spiel dabei partiell mit etwas zu viel Pathos, durch den es in diesen Momenten einfach zu dick aufgetragen wirkt. Zum Glück steht der Figur noch der nicht ganz so ernste Kollege zur Seite, von Nicholas Tse verkörpert, der teils schon fast Chan die Show stielt. Sein Charakter ist einfach liebenswert in seiner jugendlich naiven und teils sogar etwas ungeschickten Art – dies wird von dem jungen (er ist genau halb so alt wie sein Kollege) Mimen plastisch und glaubhaft umgesetzt. Dadurch füllt er auch mehr den Film aus, als es beispielsweise Charlie Yeung vermag, die in der Rolle der Freundin eher etwas im Hintergrund steht. Die Darstellerriege die den bösen Jugendlichen sehr passend Leben einhaucht setzt sich aus hierzulande fast komplett unbekannten Gesichtern zusammen, die auch optisch frischen Wind in die Produktion bringen. Eine ebenfalls tragende Rolle spielen natürlich die Kampfszenen, gleichermaßen ernsthaft umgesetzt, was dem Film angesichts der Grundstimmung sehr gut tut. Hier gibt es keine Akrobatischen Höchstleistungen bei harmlosen Auseinandersetzungen mit Augenzwinkern. Wenn hier jemand kämpft, geschieht dies zum Schutz für Leib und Leben oder als ein Angriff auf ebendies, was auch mehr als einmal klargemacht wird. Bei der reichlich umgesetzten Action mit etlichen herumfliegenden Kugeln werden auch – für Chans Verhältnisse – extrem viele Menschen getötet. Dies ist einerseits recht blutig ausgefallen (vor allem angesichts der Altersfreigabe), andererseits jedoch auch optisch sehr ansprechend eingefangen. Selbstredend sind natürlich auch die in den ersten Police Story Teilen verwendeten Glas Elemente enthalten – hier geht reichlich, wunderschön umgesetzt, zu Bruch. Auf der anderen Seite gibt es auch neben den Kämpfen noch einiges an Akrobatik, die – wie das senkrechte Abseilen von einem Wolkenkratzer mit einem Fahrrad – für offene Münder sorgt. Auch eine etwas andere Fahrt mit einem Bus verdient echte Hochachtung, da hier, wie im restlichen Film, absichtlich fast komplett auf CGI Spielereien verzichtet wurde. Auch sonst wird auf eine ansprechende Optik wertgelegt, die mit harter Arbeit und Herzblut realisiert wurde. Hierfür zeichnet sich neben Jackie Chan, der als Executive Producer seine Finger fast überall im Spiel hatte, vor allem Benny Chan (Jackie Chan ist Nobody) mit seiner Regiearbeit verantwortlich. Nicht ganz so gut ist hingegen die Arbeit von Alan Yuen ausgefallen, da dessen Drehbuch einige Löcher bei Logik und dem Handlungsverlauf zu beklagen hat. Auch die rasante Action kann nicht über alle Unzulänglichkeiten im ursprünglichen Stoff hinweghelfen. Auf einmal finden zwei Beamte Hinweise, die zuvor der gesamte Polizeiapparat übersehen hat – selbst dem harten Action Freund stoßen hier ein bis zwei Fakten bitter auf. Positiv überraschen kann hingegen Anthony Pun mit seiner ersten großen Kameraarbeit, die angenehm erfrischende Fahrten durch die Handlung bietet. Rasant ist die Kamera immer direkt am Geschehen, egal wo dies gerade stattfindet – eben auch direkt dran, wenn ein Bus Amok fährt oder Menschen vertikal an einem Hochhaus herunter laufen. Dabei merkt man auch ein gewisses Maß an Lokalkolorit, der Hongkong von einer sehr interessanten Seite präsentiert. Die innovative Führung bietet außerdem ein paar nette neue Ideen, die so aus amerikanischen Landen nicht zu erwarten gewesen wären. Abgerundet wird alles letztendlich mit den Klängen von Tommy Wai, der beim Tempo gut zu unterstützen weiss – allerdings hätte auch er sich in Punkto Dramatisierung etwas zurückhalten, und nicht so auf die Tränendrüse drücken sollen. An diesem Punkt sei natürlich auch noch das Hauptthema erwähnt, welches von Chan selbst eingesungen wurde, und eindrucksvoll zeigt, was der Gute noch so alles kann. Störend ist leider das scheinbar allgegenwärtige Product Placement, welches zwar meist im Hintergrund geschieht, aber doch ständig präsent ist. Insgesamt sprechen auch die Preise für den Film eine deutliche Sprache; Golden Horse Film Festival: 4 Preise, 3 Nominierungen sowie die Hong Kong Film Awards: 8 Nominierungen.

Ausstattung:
Das Bild der e-m-s DVD macht auf den ersten Blick einen erstklassigen Eindruck und bietet erstaunlich gute und saubere Farben gepaart mit ansprechendem Kontrast. Natürlich gibt es ein paar analoge Defekte vom Master, doch über diese sieht man bei asiatischen Produktionen mittlerweile hinweg – dort hat Film einfach einen anderen Stellenwert als beispielsweise in Amerika. Etwas problematisch wird es allerdings bei der im Prinzip gut ausgefallenen Schärfe, die durch den wahrscheinlichen Einsatz eines Rauschfilters nun bei schnellen Schwenks zu Bewegungsunschärfen führen.
Der Ton bietet hingegen keinen Anlass zur Kritik, da hier das „Rundum sorglos Paket“ mit reichlich akustischen Effekten und ansprechendem Score geboten wird. Die Originalspur klingt leider im Gegensatz zur Synchronisation dumpfer und ist so angesichts der guten Übersetzung nicht zu empfehlen. Es fliegen die Kugeln wirklich mal um die sprichwörtlichen Ohren und der Subwoofer sorgt für reichlich Druck – leider in der DTS Spur nicht ganz so überzeugend wie in der Dolby Digital Variante.
Das Zusatzmaterial ist in dieser 2 DVD Special Edition reichlich vorhanden. Noch auf der ersten Film DVD sind bereits der Originaltrailer – leider nur Letterboxed – ein Deutscher Kinotrailer mit anamorphem Bild noch zwei TV-Spots enthalten. Außerdem wurde noch das gut synchronisierte Making of New Police Story sowie Textseiten mit Bio- & Filmografie von Jackie Chan auf die Scheibe gequetscht. Die zweite DVD beinhaltet dann als erstes Jackie Chan vor der Severinsbrücke, wo sich zeigt, wie hart das Leben eines Filmstars ist, der sich immer und immer wieder in neuen Posen von der Presse ablichten lassen muss. Die Interviews mit Cast & Crew sind leider mit teils groben Schnitten zusammengefügt, was bei einer Gesamtlänge von fast einer Dreiviertelstunde und entsprechender Zeit etwas unverständlich ist. Einige Passagen scheinen nicht oder nur unvollständig übersetzt worden zu sein. Die Crew, allen voran natürlich Jackie, reden zunächst über ihre Rollen und dann ein wenig über das Set und die Kollegen. Die Szenen vom Set zeigen die Hintergründe, mit denen man sich auch gut und gerne mal wieder die Illusionen nehmen kann, so man sie denn hat – auf jeden Fall erfährt der Zuschauer hier wie die Kunststücke realisiert wurden. Bei der Pressekonferenz wird klar, was auch sonst schon durchgeschienen hat: der Herr Chan scheint teils von sich eingenommen zu sein, weshalb er auch auf manche Fragen so eingeht, wie er es verstanden haben will. Ansonsten ist er jedoch sehr redselig und so bekommt der Fan reichlich Infos über den Alleskönner. Die Filmpremiere schließt den Kreis zur Severinsbrücke – es offenbart sich, was alles für Filmpromotion getan wird und scheinbar auch getan werden muss. Zum Abschluss gibt es noch das Musikvideo zu dem Titel con Chan, welches aus Szenen des Films und Musikstudio Aufnahmen besteht. Die DVD wurde mit einer Einleitung von Jackie Chan versehen, in welcher er den Zuschauern der Special Edition viel Spass bei seinem Film wünscht – er weiss auch, dass sie Spass haben werden! Danach geht es mit einem strategisch gewählten Filmausschnitt weiter, der in das Menü überleitet – alles in 16:9 kodiert. Der verwendete Ausschnitt der Musikuntermalung ist zwar mit der Zeit etwas enervierend, ansonsten weiss die Gestaltung jedoch zu gefallen. Zusätzlich ist noch ein Booklet mit Gewinnspiel und ein – wie bei Special Editions von e-m-s üblich –Kartonschuber dabei.

Fazit:
Prädikat: Sehr unterhaltsamer, von Chan äußerst ernst gemeinter Action Film mit teilweisem Drama Einschlag !!!

© Heiko Henning
22.4.2006


Infos beim Vertrieb/Verlag:
http://www.e-m-s.de/dvd.php?name=115912 (externer Link!)

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Letzte Aktualisierung: 23.05.2017, 18:06 Uhr
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