Midnight Mass

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Originaltitel: Midnight Mass
Darsteller: Douglas Gibson (Pater Joe Cahill), Pamela Karp (Gwen Waters), Marvin W. Schwartz (Pater Alberto Palmeri), Julia Cornish (Raven), David Dwyer als Dave Dwyer (Carl Edwards), Mariana Matthew als Mariana Matthews („Mickey“ Edwards), St James (Vichy #1), Eric Saviano (Vichy #2), Rev (Vichy #3), Candice Leigh Bauman (Blonde Frau), Dawn Vicknair (Sue), Ron Wybraniec (Shotgun Biker), Heather McGrath (kleines Mädchen), Elizabeth Vance (Dakota), Tony Mandile (Finnegan), Larry Dane (Nachrichtensprecher), Rebecca Newland (Nachrichtensprecherin), Keith Lister (Nachrichtensprecher), Harry Ferone (Interviewer), F. Paul Wilson (Noah Randall), Scott Ruisch (CDC Sprecher), Annie Moll als Ann Marie Pacer (Intern), Kelly Gesualdo (Tattoo Mädchen), John Henning (Face)
Produktionsfirma: Midnight Mass Productions LLC
Produktion: Greg Morelli
Regie: Tony Mandile
Drehbuch: F. Paul Wilson, Tony Mandile Vorlage: Novelle von F. Paul Wilson
Kamera: Tom Agnello als Thomas Agnello
Musik: John Angier; Songs: Caster, London after Midnight
Schnitt: Tom Agnello als Thomas Agnello
Special Effekts: Peter Gerner, Tony Mandile
Verleih: e-m-s
ErstauffĂĽhrung: 2003 e-m-s 4.11.2004 USA 2002
98:16 Minuten (+ Zusatzmaterial: Making of – Behind the Scenes 38:16, Bloopers/Outtakes 2:22, Originaltrailer 1:23), 16 Kapitel
Widescreen 1,85:1 anamorph
Deutsch Dolby Digital 2.0, Englisch Dolby Pro Logic, Deutsch Dolby Digital 5.1, Englisch Dolby Digital 5.1; Untertitel: ---
Ländercode: 2 DVD-9 FSK: Keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG


Inhalt:
Die Menschheit wird durch erschütternde Nachrichten schockiert, die von einer grassierenden Seuche berichten, denen etliche Menschen zum Opfer fallen – nur wenige trauen sich, die Wahrheit auszusprechen. Gwen Waters wandert durch verlassene Strassen, um schließlich mit ansehen zu müssen, wie ein junges Mädchen von den so genannten Vichys gekidnappt wird. Diesen Handlangern, denen die Unsterblichkeit von ihrem Vampirmeister versprochen wurde, kann Gwen gerade noch entkommen, woraufhin sie den Entschluss fasst, etwas gegen die Untotenplage zu unternehmen. Sie sucht und findet Pater Joe Cahill, den katholischen Priester, und kann ihn nach etwas hin und her dazu überreden, wieder zu seinem Kloster St. Anthony zurückzukehren. Zusammen mit einigen Ortsansässigen Menschen wird der geschändete Ort gereinigt, doch die Zeit drängt, denn der Showdown mit Pater Alberto Palmeri, dem Vampiroberhaupt steht unmittelbar bevor…

Meinung:
Irgendwie fühlt man sich in die Achtziger zurückversetzt, als das Horrorgenre noch überflutet wurde mit etlichen Streifen, die von Kultträchtig bis Trash pur die gesamte Palette abdeckten. Midnight Mass, zwanzig Jahre nach diesem Hoch entstanden, kann sicherlich eher in die zweite Kategorie eingeordnet werden, da mit wenigen bis gar keinen Mitteln ein Vampirstreifen zusammengezimmert wurde. Der bis dahin eher durch seine Special Effects Arbeiten bekannte Tony Mandile versuchte mit seinem ersten Featurefilm (wer denkt da an den hiesigen Herrn Ittenbach?) einen etwas bekannteren Namen mit ins Boot zu holen. Der alternde Autor F. Paul Wilson, offensichtlich angewidert durch die Darstellung der Vampire bei Anne Rice, erklärte sich schnell bereit, nicht nur eine seiner Novellen zur Verfilmung zu stellen, sondern auch noch gleich an dem Drehbuch mitzuarbeiten. Genützt hat das allerdings nicht wirklich etwas, da die Handlung vor Logiklöchern nur so strotzt. Notdürftig werden Handlungselemente, wie eine unnötige nächtliche Fahrt der Hauptprotagonistin samt Angriff eines Blutsaugers eingebaut, um Zwischengeschehnisse einzuweben. Doch dadurch wird dem Linearen und der Vorhersehbarkeit nicht wirklich entgegengesteuert, sondern eher weiteres Unvermögen gezeigt. Eindrucksvoll verkörpert von dem Finale der angesprochenen Szene, bei welcher der Vampir sich selbst an einem verdächtig spitzen, zufällig im Weg stehenden Ast selbst ausschaltet. Umgesetzt wurde die Geschichte mit Schauspielern, die zwischen „alt und ausgemustert“ und „jung und stümperhaft“ rangieren. An mancher Stelle wird man sogar positiv überrascht, doch gerade die immer wieder auftauchenden, durch die Handlung stolpernden, Gruftis prägen den negativen Gesamteindruck. Das dann auch noch die entsprechenden Klischees – mitsamt Blut trinken und Sado/Maso Sex – ausgiebigst bedient werden, stört sicherlich nicht nur die Freunde der dunklen Szene. Analog zu den „düsteren Gestalten“ gibt es natürlich ebensolche Musik – ob allerdings die Leute von London After Midnight wissen, für was ihre Titel herhalten, sei infragegestellt. Wer als Gorehound auf die Effekte des Homemade Streifens abfährt, wird zumindest mit ein paar blutigen Momenten sowie einer relativ ansehnlichen Melting Szene belohnt, die etwa auf dem Niveau guter Indies liegen.

Ausstattung:
Was die DVD Umsetzung angeht, so darf man bedingt durch die Qualität des Ausgangsmaterials nicht allzu viel erwarten. So ist das Bild zwar, entsprechend des geringen Alters, frei von Artefakten und analogen Defekten, doch sowohl die durchschnittliche Schärfe als auch das Grundrauschen wirken störend. Der matschige, fast verschwommene, mit Griesel durchsetzte Eindruck wird auch nicht durch den wohl als Stilmittel eingesetzten Blauschimmer behoben.
Um den Ton ist es auch nicht besser bestellt, da sowohl in den Originalen, wie auch den deutschen Spuren das Gehörte recht leise und verrauscht ist. Die Dialoge wirken partiell dumpf und der Dynamikumfang ist ziemlich schmal ausgefallen. Räumlichkeit braucht man bei den beiden 5.1 Tonspuren nicht zu erwarten – sowohl die hinteren Lautsprecher, wie auch der Sub langweilen sich, ähnlich wie der Zuschauer, fast den gesamten Film über.
Das recht nett gestaltete, anamorph codierte Menü ist noch das Beste an der güldenen Scheibe, die neben dem Film auch noch ein wenig Zusatzmaterial zu bieten hat. Das Making of – Behind the Scenes hat eine noch schlechtere Bildqualität und ist zudem schlecht geschnitten, bietet dafür aber mit Behind the Scenes Material und frei plaudernden Beteiligten angenehme Abwechslung zu dem aus Hollywood üblichen Lobhudeleien. Störend ist allerdings die Tatsache, dass zum englischen Material keine Untertitel vorhanden sind – ähnlich sieht es auch bei den Bloopers/Outtakes und dem Originaltrailer aus.

Fazit:
Vorhersehbarer Vampirstreifen billiger Machart – entsprechend dazu ist auch die Qualität des Films auf DVD !!!

© Heiko Henning
5.1.2005


Infos beim Vertrieb/Verlag:
http://www.e-m-s.de/dvd.php?name=115537 (externer Link!)

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Letzte Aktualisierung: 03.07.2017, 12:13 Uhr
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