Das Kovak Labyrinth

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Originaltitel: The Kovak Box Alternativtitel: La Caja Kovak
Darsteller: Timothy Hutton (David Norton), Lucía Jiménez (Silvia Mendez), David Kelly (Frank Kovak), Georgia Mackenzie als Georgia MacKenzie (Jane Graham), Gary Piquer (Jaume), Annette Badland (Kathy), Jorge Aguado de Gabriel (Mann mit Karte), Cristóbal Anaga (Polizist an Tür), Christopher de Andrés (Sanitäter), Ana Asensio (CNW Ansager), Nina Bagusat (Stewardess), Keith Bartlett, Jorge Bosch, Nicholas Boulton (US Consulate Beamter), Luis Callejo (Höhlen Wärter), Kwenya Carreira (Thomas), Helena Carrión (Darstellerin), Félix Casales (Hospital Polizist), Fede Celada (Rettungssanitäter), Leslie Charles (Villa Managerin), Vicente Colomar (Hotel Rezeptionist), Félix Cubero (Lift Boy), Lorena Garcia (Stewardess), Tacho González (Fred), Jeff Harding, Alexander Herrmann (flirtender Partygast), Alberto Lopez (Reiseveranstalter), Albert López-Murtra, Molly Malcolm (Psychiater), Iván Morales (Charlie), Pepe Ocio (Hotelpage), Fiona Ormiston (Mary), May Pascual (Charlies Nachbar), Pepe Pau, Montse Pla (Letzte Stewardess), Álvaro Roig (Hotel Manager), Artur Sala als Arturo Sala (Tätowierter), Colin Stinton, Dan Strauss (Doktor), Ben Temple (Roy), Tilly Vosburgh (Amy), Andres Ysbert (Taxifahrer)
Produktionsfirma: Filmax International, Picasso Estudios, Castelao Productions
Produktion: Álvaro Augustín, Julio Fernández
Regie: Daniel Monzón
Drehbuch: Daniel Monzón, Jorge Guerricaechevarría
Musik: Roque Baños
Kamera: Carles Gusi
Schnitt: Simon Cozens
Spezialeffekte: Javier Jal
Visual Effects: Ivan Busquets, Jordi San Agustín
Verleih: e-m-s
Erstaufführung: Canada 18.7.2006 (Montréal Fantasia Festival), Spanien 10.2006 (Sitges Film Festival), Spanien 15.1.2006 (Festival Internacional de Cinema Negre de Manresa), Spanien 12.1.2007, Niederlande 22.4.2007 (Amsterdam Fantastic Film Festival), USA 15.5.2007 (DVD Premiere) e-m-s media 17.1.2008 Spanien/England 2006
104:11 Minuten (+ Zusatzmaterial: Bei den Dreharbeiten 10:46; Originaltrailer: deutsch 1:28, englisch 1:28; Making of 15:43; Musikvideo: Gloomy Sunday 3:29; Artworkgalerie 1:59), 16 Kapitel
Widescreen 2,35:1 anamorph
Deutsch Dolby Digital 5.1, Englisch Dolby Digital 5.1, Deutsch DTS; Untertitel: deutsch, deutsch Textübersetzung/spanische Original Passagen
Ländercode: 2 DVD-9 (7,78 GB) FSK 16


Inhalt:
Der Schriftsteller David Norton sitzt mit seiner Freundin Jane in einem Flug nach Mallorca, um dort bei einer Schriftsteller Tagung einen Vortrag zu halten. Er ist völlig in das Geschehen der Geschichte versunken, die er gerade schreibt, in welcher ein Passagier mit seinem Notebook mittels organischer Verbindung Daten austauscht, als seine Frau ihn in die Realität holt und er die schlechte Qualität der Story konstatiert. Auf der Veranstaltung angekommen hat er dann nichts Besseres zu tun als nach seinem Vortrag unwissentlich den Präsidenten der Stiftung vor den Kopf zu stoßen, weil dieser die Originalausgabe von Gloomy Sunday, dem ersten Buch von David, signiert haben wollte. Kurz darauf macht er Jane einen Heiratsantrag, doch das Glück soll nicht lange anhalten, denn nachdem er ein seltsames Video mit einem sich selbst tötenden Affen gesehen hat, ist seine Frau nach einem Telefonanruf aus dem Hotelzimmer gesprungen. Silvia Mendez, die mit in seinem Flieger war, geschieht das gleiche, doch sie überlebt und flieht aus dem Krankenhaus, in dem auch Jane eingeliefert wurde. Nach dem Tod seiner Verlobten will David abfliegen, wie auch Silvia – doch beide werden durch seltsame Begebenheiten auf der Insel gehalten, und die Todesfälle halten weiter an…

Meinung:
Daniel Monzón liefert mit La Caja Kovak, so der spanische Titel, einen Thriller mit interessanten Motiven und adäquaten Handlungselementen ab. Der Autor, der trotz etlicher Bestseller immer noch dem Erfolg seines ersten Werkes nachläuft bietet eine für den Zuschauer eingängige Möglichkeit sich in die Handlung hineinzufinden. Timothy Hutton, ist einigen Zuschauern sicherlich mit seiner Hauptrolle in Stephen Kings Stark (The Dark Half) im Gedächtnis haften geblieben – ähnlich wie auch in dieser Verfilmung eines Stephen King Buches wird auch hier ein Autor mit seinem Werk auf fatale Weise konfrontiert. Hutton ist für diese Rolle eine äußerst gute Wahl, doch leider verleiht er ihr durch den Mangel an transportierten Emotionen nicht die Plastizität, die möglich gewesen wäre. Die Figur ist Sympathieträger und Identifikationsfigur keine Frage, aber es fehlt halt das letzte Quäntchen für eine herausragende Darstellung, was schade ist, weil das Potential offensichtlich vorhanden wäre. Lucía Jiménez kommt gleichwohl ihrer ansonsten guten schauspielerischen Leistung als weiblicher Hauptpart ebenfalls nicht ausreichend aus sich heraus, um dem Zuschauer uneingeschränkt Zugang zu der gejagten jungen Frau zu bieten. David Kelly (Der Sternenwanderer, Charlie und die Schokoladenfabrik, Mean Machine – Die Kampfmaschine) zeigt eine erstaunliche Präsenz. Der scheinbar harmlose alte und gebrechliche Mann, der jedoch tatsächlich Tendenzen zu einem Josef Mengele hat, sorgt alleine durch seine geheimnisvolle Aura für den notwendigen Mad Scientist. Leider verlässt auch dieser Schauspieler sich auf diese Tatsache und liefert weder ein besonders grausam noch ein besonders harmlos gestaltetes Spiel. Dieser Mangel an Plastizität und persönlichem Zugang ist umso erstaunlicher, als dass Regisseur Daniel Monzón (Heart of the Warrior) und Drehbuchautor Jorge Guerricaechevarría (Films to Keep You Awake: The Baby's Room, Ferpektes Verbrechen – Crimen ferpecto, 800 Bullets) eigentlich recht gute Charakterzeichnungen vorlegen. Die Story bietet außerdem neben dem unerreichten Erstlingswerk auch noch eine Schreibblockade, die sich in ein Hineinziehen in die eigene Geschichte wandelt. Das ist jedoch nur der Anfang, denn neben dieser in der Literatur schon häufig verwendeten Geschichte (unter anderem Stark von Stephen King) gibt es noch reichlich überraschende Details mit denen diese Rahmenhandlung angereichert wird. Dabei bleibt das Geschehen trotz gewisser Science Fiction Elemente, und einem Ausflug in die organisch-mechanische Horrorwelt von David Cronenberg, stets im Realistischen verankert. Das zeigt sich auch bei der Wahl des örtlichen Hintergrunds, die mit einer ruhigen, fast schon beschaulichen Seite von Mallorca (nicht die deutsche Seite!), äußerst glücklich getroffen wurde. Die Heimatinsel von Daniel Monzón bietet jedoch nicht nur Stoff für schöne und ausschweifende dynamische Kamerafahrten von Carles Gusi (Heart of the Warrior, Torrente – Der dumme Arm des Gesetzes, Aktion Mutante), sondern ist auch mit den „Höhlen der Hölle“ eine schaurig schöne Kulisse für das blutige Finale. Das Tüpfelchen auf dem sprichwörtlichen „i“ ist der Score von Roque Baños (Films to Keep You Awake: To Let, Fragile – A Ghost Story, Ein Ferpektes Verbrechen – Crimen ferpecto), mit seinen teils bombastischen Passagen. Insgesamt kann Das Kovak Labyrinth den Pendants aus Hollywood, bis auf das etwas abflachende letzte Drittel stets gute Paroli bieten – womit auch im Bereich des Thrillers bewiesen ist, dass man aus Spanien filmtechnisch einiges erwarten kann. Witziger weise stammt der einzige Preis den, der Film kassieren konnte, vom Sweden Fantastic Film Festival 2006, bei welchem er in der Kategorie „Bester Film“ den Publikumspreis bekam.

Ausstattung:
Die Bildqualität bietet keinen Anlass zur Beschwerde – alles in allem sehr solide das Ganze – leider scheint das Bild an den Seiten leicht beschnitten. Die Schärfe liegt im sehr guten Bereich, und die Kompression läuft bis auf ein minimales Rauschen angenehm unauffällig im Hintergrund. Der Kontrast ist so gut austariert, dass sogar feine Details im Dunklen nicht untergehen – die Farben sind ebenfalls sehr natürlich bis plastisch ausgefallen.
Trotz der akustisch meist ruhigeren Passagen wird auch von direktionalen Effekten Gebrauch gemacht, die in allen drei Tonspuren zur Geltung kommen. Die beste Wahl ist wieder die DTS Spur, die einfach mehr Druck macht und das meiste Volumen bietet. Wenige Passagen enthalten spanischen Originalton, was jedoch an keiner Stelle negativ auffällt.
Das Zusatzmaterial ist mal wieder für eine reguläre Veröffentlichung recht üppig ausgefallen – bei anderen Labels auf jeden Fall keine Selbstverständlichkeit. Bei den Dreharbeiten ist als Einstieg leider nicht ideal: unkommentierte Bilder vom Dreh, die weder kommentiert noch mit Untertiteln versehen sind. Originaltrailer deutsch und englisch sind vom Bildmaterial wieder einmal identisch und leider nur in Letterboxed enthalten. Am interessantesten dürfte für die Zuschauer auf jeden Fall das viertelstündige Making of sein, in welchem Daniel Monzón und Timothy Hutton unter anderem erzählen, was sie an dem Projekt gereizt hat – leider sind keine Untertitel für den englischen Ton enthalten. Das Musikvideo: Gloomy Sunday besteht aus Filmausschnitten und Gesangspassagen von Lucía Jiménez, die eine ruhigere Version des Liedes zum Besten gibt, als diejenige, die man während des Filmes hört. Als Sahnehäubchen gibt es noch eine Artworkgalerie, wobei dieses nicht wirklich gesüßt ist – ganz nett anzuschauen aber es wird nichts Neues geboten.

Fazit:
Empfehlenswerter Thriller aus spanischen Landen – willkommene Abwechslung zum angloamerikanischen Markt !!!

© Heiko Henning
6.5.2008


Infos beim Vertrieb/Verlag:
http://www.e-m-s.de/dvd.php?name=116407 (externer Link!)




Letzte Aktualisierung: 17.11.2018, 22:29 Uhr
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