Hybrid

Bild

Originaltitel: Super Hybrid Alternativtitel: Hunter, Hybrid 3D
Darsteller: Shannon Beckner (Tilda), Oded Fehr (Ray), Ryan Kennedy (Bobby), Melanie Papalia (Maria), Adrien Dorval (Gordy), Duncan Fisher (Teenager), Josh Strait (Al), Kent Nolan (Teenager als Kent Wolkowski), Tim McGrath (Oliver)
Produktionsfirma: Stallion Media
Produktion: Christian Arnold-Beutel, Oliver Hengst, Siew-Loong Tim Kwok (als Tim Kwok), Sinead Smyth, Elizabeth Wang-Lee
Regie: Eric Valette
Drehbuch: Benjamin Carr (als Neal Marshall Stevens)
Musik: Thomas Schobel, Martin Tillman
Kamera: John R. Leonetti
Schnitt: James Coblentz
Special Effects: Dean Campbell
Visual Effects: Milton Adamou, Chad R. Stephens
Verleih: universum film
ErstauffĂĽhrung: Deutschland 22.8.2010 (Berlin Fantasy Filmfest), Spanien 10.8.2010 (Sitges International Fantastic Film Festival), Frankreich 28.1.2011 (GĂ©rardmer Film Festival), universum film 15.7.2011 USA 2010
94:36 Minuten (Zusatzmaterial: Featurettes: Under the hood 10:09, The look 7:49, The Cars 1:25, The special effects 2:34, The stunts 11:01; Interview mit: Shannon Beckner (Tilda) 4:20, Melanie Papalia (Maria) 1:25, Ryan Kennedy (Bobby) 2:19, Oded Fehr (Ray) 4:06; B-Roll 20:32; Trailer 2:06) 11 Kapitel
2,35:1 (1080p/24, 2D + 3D)
Deutsch DTS-HD 5.1, Englisch DTS-HD 5.1; Untertitel: ---
Regionalcode: B Blu-ray-50 (32,7 GB) FSK: 16


Inhalt:
Ein mattschwarzer Chevy Nova durchstreift die Nacht, zwei durch die Gassen ziehende Jugendliche bemerken ihn kaum beim Vorbeigehen – bis an seiner Stelle plötzlich eine rote Corvette steht. Der Wagen ist nicht nur offen, die Schlüssel stecken sogar, und so können die beiden nicht widerstehen, um sofort einen hohen Preis dafür zu bezahlen. Kurz darauf wird der Nova in einen Unfall verwickelt und landet in einer kurz vor der Schließung befindlichen Werkstatt der hiesigen Polizei zur Untersuchung, wo nach kurzer Zeit alle Beschädigungen des Crashs verschwinden. Nachdem der Mechaniker Hector verschwunden ist, dauert es nicht lange, bis seine Kollegin Tilda dabei ist, als Al das nächste Opfer des Hybriden wird. Danach gibt es für die restlichen Mechaniker nur noch eins zu tun – sie versuchen mehr oder weniger erfolgreich zu überleben…

Meinung:
Ein FSK 12 Horrorfilm ist ja meistens eher auf subtilen Grusel ausgerichtet – doch was für einen Sinn macht da 3D? Die zwei ersten Eindrücke des Covers relativeren sich, wenn man die Blu Ray in den Player schiebt, denn was einen hier erwartet ist Creature Horror der etwas anderen Art. Hybrid gewinnt hier in Bezug auf den Untertitel „Ein Auto zum Sterben“ eine ganz neue Bedeutung – da steckt nicht teils elektrische Antriebskraft, sondern ein hybrides Wesen drinnen. Warum es nun grade in Form eines Automobils auf die Jagd geht, bleibt dabei, wie einige andere Handlungselemente, im Dunklen. Die inhaltlichen Vorbilder sind klar und werden partiell sogar zitiert: Predator, Christine oder gar Trucks. Technisch wurde das Ganze von Eric Valette (US-Remake von One missed call) auch gegenüber dem Budget solide umgesetzt und sogar die CGI schauen nicht nach C64 aus. Leider gibt das Drehbuch nicht wirklich genug Stoff für die Hälfte der Laufzeit her, schon gar nicht für die gesamte. Es wird dummerweise gar nicht versucht, dieses massive Defizit durch Eigenironie oder reichlich wie auch immer geartetem Humor zu überdecken. Damit nicht genug, denn der Film nimmt sich selbst auch noch todernst und bietet somit noch nicht mal Trash Liebhabern eine wirkliche Freude. Die Darsteller – unter anderem der blass agierende Oded Fehr (unter anderem Carlos Oliveira in Resident Evil: Apocalypse, Resident Evil: Extinction und Resident Evil: Retribution) – spielen ebenfalls recht erfolglos gegen das magere Skript an, welches ihnen nicht wirklich irgendeine Art von Hintergrund bietet. Shannon Beckner scheint Potential zu haben, was sie jedoch in einem anderen Film unter Beweis stellen muss, da hier auf jeden Fall die Gelegenheiten fehlen. Dadurch ist natürlich auch keinerlei Bezug zu den Figuren möglich und so kann beim Zuschauer nicht der Hauch des Involviert seins erzeugt werden. Die übertriebene Dramatik bei dem jeweiligen Ableben der Protagonisten wirkt auch unpassend – besser wäre hier etwas überzeichnet Blutiges mit einem Funken schwarzen Humor gewesen. Lediglich John R. Leonetti, der digital auf Red Camera gedreht hat, liefert hier mit stimmigen Bildern solide Arbeit ab. Besonders ärgerlich ist die Tatsache, dass ein Teil der schätzungsweise 13 Millionen Dollar Produktionskosten aus Deutschland kamen – damit hätte man hierzulande sicherlich, auch in 47 Produktionstagen, den einen oder anderen vielversprechenden Nachwuchsfilm fördern können.

Ausstattung:
Das Bild kann als durchweg gut bezeichnet werden, denn sowohl Schärfe wie auch die genretypisch eher zurückhaltenden Farben sind sauber auf das Medium gebracht. Defekte (analoge ja ohnehin nicht) gibt es nicht zu vermelden, in dunklen Bereichen tritt allerdings partiell Rauschen auf. Der 3D Effekt wird sauber reproduziert und kann in einigen Momenten für plastische Eindrücke sorgen.
Ähnlich hört sich auch der Ton an, denn alles ist grundsolide und bietet eine schöne Räumlichkeit, die sehr gut zu den Bildern passt. Es wird genug Druck auf die Rears und auch den Woofer gegeben, so dass es tonal nichts zu meckern gibt. Der Fokus liegt aber auf jeden Fall mehr auf Masse, als auf Klasse – hier wird nicht diffizil sondern eher mit der groben Kelle gearbeitet.
Das Zusatzmaterial besteht vor allem mal aus den kurzen Featurettes: Under the Hood, The Look, The Cars, The Special Effects, The Stunts, die allesamt nette Hintergrundinformationen zeigen, aber nicht zuletzt aufgrund fehlender Untertitel nicht wirklich erschöpfend sind. Unterhaltsam sind die wie üblich eher überschwänglichen Interviews mit Shannon Beckner, Melanie Papalia, Ryan Kennedy und Oded Fehr – teils ganz nett, teils gewollte und nicht gekonnte Witze über Canada. Abschließend gibt es noch eine B-Roll sowie einen deutschen Trailer.

Fazit:
Etwas mehr Handlung, etwas mehr Mut zur Eigenironie und etwas mehr Enthusiasmus bei allen Beteiligten – und das wäre ein wirklich unterhaltsamer Film geworden !!!

© Heiko Henning
21.10.2011


Infos beim Vertrieb/Verlag:
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Letzte Aktualisierung: 03.07.2017, 12:13 Uhr
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