Gisaku

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Originaltitel: Gisaku Alternativtitel: Gisaku e a Chave do Tempo
Darsteller: Animationsfilm
Produktionsfirma: Filmax Animation
Produktion: Julio FernĂĄndez
Regie: Baltasar Pedrosa
Drehbuch: Angel E. Pariente
Musik: Óscar Araujo
Kamera: Ricardo Boix, Javier Gomez Cardona
Schnitt: FĂ©lix Bueno
Verleih: e-m-s
ErstauffĂŒhrung: 4.3.2005 Japan, 17.3.2006 Spanien e-m-s media AG 10.5.2007 Spanien 2005
Spezialeffekte: Francisco Álvarez
Visual Effects: Jesus del Campo
74:54 Minuten (+ Zusatzmaterial: Originaltrailer: deutsch 2:05, englisch 2:05; Making Of 6:56; Behind the Scenes - Clip 2:45; Bildergalerie 2:29) 14 Kapitel
Widescreen 1,78:1 anamorph
Deutsch Dolby Digital 5.1, Englisch Dolby Digital 5.1, Deutsch DTS; Untertitel: deutsch
LĂ€ndercode: 2 DVD-9 (6,04 GB) FSK: 12


Inhalt:
Im Japan des Jahres 1620 öffnet sich ein magisches Tor, welches alle 385 Jahre irgendwo auf der Welt eine Verbindung zu anderen Dimensionen herstellt. Gorkan, einer der gefĂ€hrlichsten Teufel, durchschreitet mit einer Gruppe von DĂ€monen und Gisaku, dem grausamsten unter ihnen, das Tor und besiegt bis auf Yohei die gesamte Gruppe der Samurai, die das Tor bewachen. Somit gibt es nur noch einen WĂ€chter fĂŒr den SchlĂŒssel von Izanagi, mit diesem kann zwar das Tor geschlossen werden, aber Gorkan kann geschwĂ€cht als Mensch entkommen und Gisaku wird durch das Schlucken vom Herzteil des SchlĂŒssels handzahm. 2005 steht in Spanien die wiederholte Öffnung des Tores kurz bevor, und so erwacht Yohei aus seinem fast vierhundertjĂ€hrigem Schlaf, um gleich Bekanntschaft mit dem Jungen Riki zu machen, der ihm beim Zurechtkommen in der völlig verĂ€nderten Welt hilft. Auf dem Weg zum Tor und dem nach dem SchlĂŒssel gierenden Gorkan trifft der Samurai außerdem den menschlichen Luchs Linceto und die intelligente, aber sehr arrogante junge Moira – zusammen macht sich die kleine Truppe auf den gefĂ€hrlichen Weg zu den weiteren vier Teilen des SchlĂŒssels


Meinung:
Ein spanischer Anime? Ja, und in Anbetracht der Ware, die uns teilweise aus dem Mutterland der Animes kredenzt wird, ein gar nicht mal so schlechter! Im Vergleich zu den meist höher budgetierten japanischen Animes oder Zeichentrickware aus Hollywood hat die Animationsabteilung aus dem Hause Filmax qualitativ solide Arbeit abgeliefert. Das Bild wirkt insgesamt etwas zu glatt und die HintergrĂŒnde an mancher Stelle zu wenig plastisch, da die Computercoloration fĂŒr weniger Bildhaftigkeit sorgt. Einige Feinheiten und Details sorgen dessen ungeachtet fĂŒr die nötige PlastizitĂ€t und Blickfang. Die Geschichte startet im damaligen Japan und wird nach kurzem Vorspann dann im heutigen Spanien fortgefĂŒhrt, was insgesamt in einem recht fließenden Übergang geschieht. Die ZusammenhĂ€nge zwischen den LĂ€ndern mit schon vor Jahrhunderten vorhandenen starken politischen Beziehungen und einer jeweiligen Botschaft erscheint im ersten Moment etwas konstruiert, stört jedoch im Laufe der Handlung nicht weiter. Was darĂŒberhinaus auffĂ€llt, sind die stark mit spanischem Lokalpatriotismus versetzten Botschaften, die vor allem dem jugendlichen Publikum die typischen Werte wie Freundschaft, Ehre und Mut vermitteln. Das zeigt auch, welche Zielgruppe klar angesteuert wurde: Ähnlichkeiten mit Disneys Atlantis – Das Geheimnis der verlorenen Stadt sind klar erkennbar. Auch die Tatsache, dass auf blutige Szenen bis auf wenige Ausnahmen verzichtet wurde, deutet daraufhin, dass vor allem Kinder angesprochen werden sollen. Doch wie auch bei anderen fĂŒr das junge Publikum gedrehten Filmen ist der Unterhaltungsfaktor auch bei Ă€lteren Zuschauern vorhanden. Das wird auch durch eine Geschichte unterstĂŒtzt, die neben interessanten Ideen sogar BezĂŒge zu antiken Geschichten besitzt. Die vielgenannte Familienunterhaltung wird hier also konsequent umgesetzt, da auch die Eltern etwas geboten bekommen. Der ĂŒber sechs Minuten lange Abspann zeigt ĂŒbrigens ein Musikvideo, bei dem spanische Rocker zusammen mit einer Geisha zeigen, was sie so an soften Tönen drauf haben. Regisseur Baltasar Pedrosa wurde fĂŒr Gisaku 2006 in der Kategorie bester Animationsfilm bei den Goya Awards nominiert.

Ausstattung:
Auf den ersten Blick fallen die krĂ€ftigen und klaren Farben auf, die vom Medium DVD sehr gut wiedergegeben werden. Der Kontrast liefert sehr gute Werte und auch die SchĂ€rfe ist aufgrund fehlenden Weichzeichners gut ausgefallen. Analoge Defekte sind – wie zu erwarten – nicht zu beklagen, und die Kompression arbeitet unauffĂ€llig im Hintergrund.
Der Ton ist fĂŒr einen Animationsfilm erstaunlich differenziert und bietet sehr gute DirektionalitĂ€t mit ansprechenden akustischen Effekten in allen Spuren. Die deutsche DTS Spur bietet sogar noch etwas mehr Druck und kristallklaren Klang – so will man die Vorteile von DTS vorgefĂŒhrt bekommen. Die DialogverstĂ€ndlichkeit ist in allen Varianten sehr gut – dabei ist zu bemerken, dass der Originalton nicht in Spanisch, sondern in Englisch aufgenommen wurde.
Die obligatorischen Originaltrailer in Deutsch und Englisch sind zwar in Letterboxed, aber mit sehr gutem Bild als Zusatzmaterial dabei. Das Making Of ist recht informativ, wenn auch leider die Macher nicht genug Zeit bekommen, ihre interessanten AuskĂŒnfte zur Entstehung mitzuteilen. Der Behind the Scenes – Clip ist ganz witzig anzuschauen, da hier einfach kurze Schnipsel der Produktion wild aneinandergereiht wurden. Eine Bildergalerie mit ein paar netten Shots schließt dann leider auch schon die Extras Box wieder.

Fazit:
Sehr schöner spanischer Anime – nicht nur das junge Publikum wird gut unterhalten !!!

© Heiko Henning
21.6.2007


Infos beim Vertrieb/Verlag:
http://www.e-m-s.de/dvd.php?name=116213 (externer Link!)

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Letzte Aktualisierung: 23.04.2017, 13:14 Uhr
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