Galerie des Grauens #03
Auf U-17 ist die Hölle los

Bild

Originaltitel: The Atomic Submarine Alternativtitel:
Darsteller: Arthur Franz (Lt. Commander Richard „Reef“ Holloway), Dick Foran (Commander Dan Wendover), Brett Halsey (Dr. Carl Neilson Jr.), Tom Conway (Sir Ian Hunt), Paul Dubov (Lt. David Milburn), Bob Steele (CPO „Grif“ Griffin), Victor Varconi (Dr. Clifford Kent), Joi Lansing (Julie), Selmer Jackson (Admiral Terhune), Jack Mulhall (Justin Murdock), Jean Moorhead (Helen Milburn), Richard Tyler (Froschmann Carney), Kenneth Becker (Frogman Powell als Ken Becker), Sid Melton (Schreibstubenunteroffizier Chester Tuttle), Frank Watkins (Watkins), Pat Michaels (Erzähler Stimme), John Hilliard (Untertassen Stimme), Edmund Cobb (Passant -uncredited), Frank Lackteen (Passant -uncredited)
Produktionsfirma: Allied Artists Pictures, Gorham Productions
Produktion: Alex Gordon
Regie: Spencer Gordon Bennet (als Spencer G. Bennet)
Drehbuch: Orville H. Hampton Vorlage: Irving Block (uncredited), Jack Rabin (uncredited)
Musik: Neil Brunnenkant
Kamera: Gilbert Warrenton
Schnitt: William Austin
Visual Effects: Irving Block, Louis DeWitt, Jack Rabin
Verleih: Anolis Entertainment
ErstauffĂĽhrung: USA 21.10.1959, Deutschland 19.7.1963, RTL 2 24.9.1995, Anolis Entertainment 21.9.2009 USA 1959
68:56 Minuten (+ Zusatzmaterial: Trailer Deutsch 2:23, Trailer Englisch 0:57; Super 8 Fassung 13:56; Werberatschlag 1:41; Bildergalerie 2:43; Demnächst in der Galerie des Grauens 2:03) 8 Seiten Booklet 17 Kapitel
4:3
Deutsch Dolby Digital 2.0, Englisch Dolby Digital 2.0, Audiokommentar Dr. Rolf Giesen Dolby Digital 2.0; Untertitel: deutsch, deutsch fĂĽr nicht synchronisierte Passagen
Ländercode: 2 DVD-9 (5,41 GB) FSK: 16


Inhalt:
Nachdem auch noch das U-Boot U.S.A.S. Sturgeon in der Nähe des Nordpools sinkt, sieht sich das Pentagon genötigt zu handeln. Das Atom U-Boot Tiger Shark wird mit einer wagemutigen Crew losgeschickt, um das Phänomen zu ergründen. Die Mannschaft kommt einem Angreifer auf die Spur, welcher für die Versenkungen der Schiffe und U-Boote verantwortlich ist. Sie können das Gefährt verfolgen und einen Plan zur Unschädlichmachung schmieden, doch der Feind scheint unverwundbar. Der Kommandant setzt alles auf eine Karte und riskiert so nicht nur das Leben seiner Mannschaft…

Meinung:
Nach seinem Ausstieg bei der Produktionsfirma AAP kam Alex Gordon (Voodoo Woman), ehemaliger Freund und Partner von Ed Wood, auf die Idee, einen Film mit Atom U-Booten zu produzieren. Als Submarine Seahawk gutes Geld eingespielt hatte, produzierte Gordon zusammen mit Drehbuchautor Orville H. Hampton (Der Herrscher von Cornwall) Atomic Submarine. Praktischerweise wurde ein Teil der Crew des Vorgängers gleich übernommen, und der U-Boot Film mit Science Fiction Elementen in sage und schreibe acht Drehtagen runtergekurbelt. Da verwundert es auch nicht, dass die zur Anreicherung des Plots dienenden Nebenhandlungen, wie beispielsweise eine angerissene Liebesgeschichte, kurz und knapp abgehandelt werden. Dafür gibt es umso mehr Pathos und die USA darf wieder einmal uneingeschränkt die Weltpolizei spielen – natürlich findet sich ein Feind gegen den es sich anzutreten lohnt. Nebenbei wird selbst der härteste Kritiker (ein pazifistischer Wissenschaftlersohn, der fast schon als Hippie verschrien wird) davon überzeugt, dass es des Militärs und der Atomwaffen zwingend bedarf. Wer über diese zeitgemäße Heroisierung der Waffengewalt gegen alles Äußere hinwegsehen kann, bekommt eine überraschend zutreffende Voraussage, was die Möglichkeiten von zukünftigen Atom U-Booten und ihren Waffen angeht. Die Science der Fiction bekommt mit ein paar netten Gimmicks auch ihren – zugegebenermaßen lückenfüllenden – Part zugewiesen. Damit es zwischendurch nicht zu langweilig wird und auch die Kosten nicht explodieren, erklärt ein recht reißerischer Off-Kommentator, was die Besatzung so macht, während man lediglich auf einer eingeblendeten Karte ihre Route verfolgen kann. Wenn das U-Boot ins Bild rückt, wird es nicht wirklich besser – leider erscheinen die Modelle durch ungünstige Beleuchtung noch kleiner als sie eigentlich sind: etwa Spielzeuggröße. Hinzu kommen mit Zellophan realisiertes Wasser und ein unscharf gehaltener Hintergrund, was dem Trash Faktor neuen Auftrieb verleiht. Wenn das Unterseeboot dann auch noch auf das Gefährt des Feindes zurast passt von den Proportionen rein gar nichts mehr. Dafür wird sich glücklicherweise mit Stock Footage Material zurückgehalten, so dass nicht wie bei einem Film des Kollegen Wood das unterschiedliche massiv unangenehm auffällt – partiell wünscht man sich jedoch insgeheim mehr davon, wenn die Trickaufnahmen wieder einmal negativ ins Auge fällt. Spaßig wird es beim Interieur, welches definitiv nicht in einem noch so geräumigem U-Boot Platz findet – abgesehen davon, dass nichts mit dem Boden verbunden scheint, aber trotzdem bei jeder Lage fest stehen. Dafür herrscht beim feindlichen Objekt dezente Leere – obwohl vom logischen Gesichtspunkt zumindest irgendwelche Gerätschaften, und vom geschichtstechnischen zumindest Flüssigkeit vorhanden sein müsste. Dafür wurde von Irving Block, Louis DeWitt und Jack Rabin bei der letzten gemeinsamen Arbeit seitens des Monsters saubere Arbeit abgeliefert. So wirkt der Gegenspieler – für die Entstehungszeit – erstaunlich vielfältig und plastisch, wenn auch nach heutiger Sicht eher erheiternd. Auch die gut realisierten Gore Effekte mit verstrahlten Menschen fallen positiv auf, wirken jedoch durch das schwarz/weiss Bild nicht ganz so effektvoll wie man es heutzutage gewohnt ist. Die alternde B-Film Cast, die zum Teil schon einige Male mit dem Regisseur zusammengearbeitet hat, liefert eine durchweg akzeptable Performance ab. Zur Identifikation reicht es jedoch noch nicht einmal beim vermeintlichen Rebellen, was allerdings mehr am einschränkenden Drehbuch liegt. Sicherlich hätte der eine oder andere Schauspieler mehr aus seiner Rolle herausholen und ihr zumindest durch Spiel mehr Plastizität verleihen können, doch mit eher schlecht bezahlten Mimen aus der zweiten Reihe scheint kaum mehr möglich. Das Drehbuch von Hampton wurde offensichtlich ähnlich schnell abgetippt wie der Film abgekurbelt, denn es finden sich nicht nur Logiklöcher, sondern auch einige Seltsamkeiten. Niemand von der Besatzung scheint überrascht über den Feind oder hat Angst, es will auch niemand beim Betreten die Technologie untersuchen, und der Gegner verrät frei raus dem Unterlegenen seine genauen Pläne. Doch auch Regisseur Spencer Gordon Bennet leistet sich einige Unnötige Schnitzer, wie beispielsweise die statische Kameraführung und mangelnde Dynamik, die man trotz der wenigen Möglichkeiten beim Set besser hätte umsetzen können. Zwar wird der Film weder dem reißerischen deutschen Titel Auf U-17 ist die Hölle los noch dem eher konservativen, an einen reinen Kriegsfilm erinnernden Originaltitel The Atomic Submarine gerecht, doch er kann nicht zuletzt durch die verhältnismäßig guten Effekte (nicht Modelle!) für gute und auch heitere Unterhaltung sorgen.

Ausstattung:
Dies ist die dritte Veröffentlichung der „Galerie des Grauens“ von Anolis Entertainment, in welcher sich schlussendlich zehn etwas andere Werke der Filmgeschichte finden werden. Auch hier gilt wieder die Liebe zum Detail: nach dem auf Retro schwarz/weiss getrimmten Logo gibt es einen extra produzierten Serienteaser. Glücklicherweise ist diesmal eine FSK Freigabe da – und das obwohl der Film das erste Mal ungeschnitten in Deutsch veröffentlicht wird. Das Bild der DVD ist guter Durchschnitt, vor allem angesichts des Alters der Vorlage. Selbst die im Film enthaltenen Archivaufnahmen passen sich recht gut in das Gesamtbild ein und fallen nur durch etwas mehr Rauschen auf. Sowohl die Schärfe als auch der Kontrast bewegen sich auf guten Werten, wobei letzterer sowohl bei hellen als auch dunklen Szenen zu bestehen weiss.
Wieder einmal ist es die deutsche Tonspur, die sogar besser klingt, als das Original – vor allem was die Dialogverständlichkeit angeht. Seltsamerweise sind zwei Dialogpassagen nicht synchronisiert (mit einer zweiten Untertitelspur wieder einmal sauber von Anolis realisiert) – wo Mercator bei anderen Filmen einen eigenen Vorspann gedreht hat um auf Laufzeit zu kommen, wurden hier seltsamerweise geschnitten. Wer möchte kann sich den etwas redseligeren Originalton mit deutschen Untertiteln geben – im Film wurde auf Musik verzichtet und es gibt nur wenige wirklich auffallende akustische Effekte.
Das Zusatzmaterial ist diesmal etwas magerer ausgefallen – doch es dürfte ohnehin nicht leicht sein, überhaupt etwas aus dieser Zeit aufzutreiben. Neben dem deutschen Trailer, der auf jeden Fall zu viel von der knappen Handlung verrät, ist auch der deutlich kürzere englische vorhanden. Die Super 8 Fassung bietet ein recht gutes Bild und eine zudem noch mal krass geraffte Laufzeit – mangels Ton gibt es herrlich nostalgische Projektor Laufgeräusche. Abschließend füllen die übliche Combo aus Werberatschlag und Bildergalerie sowie der Vorschau „Demnächst in der Galerie des Grauens“ die Riege. Beim Audiokommentar darf sich diesmal wieder der deutsche Filmwissenschaftler Dr. Rolf Giesen austoben – zum Glück im Gegensatz zum ersten Teil der Reihe alleine, denn so beschränkt er sich auf den Film und Drumherum. So gibt es reichliche Hintergrundinformationen zu den Beteiligten des Films und dem damaligen Studiosystem – leider relativ wenig zum Film selbst. Das Problem ist allerdings wieder, dass Giesen kein Redner und sein Englisch eher weniger gut ist, so dass der Kommentar ein wenig zur Durchhalteprobe wird. Ein 8 Seiten Booklet gehört natürlich auch wieder dazu, und Ingo Strecker versteht es gut, die Fakten rund um die Beteiligten zusammenzutragen.

Fazit:
Unterhaltsames Kleinod mit spaĂźigen Effekten !!!

© Heiko Henning
28.7.2010


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Letzte Aktualisierung: 12.03.2017, 22:33 Uhr
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