Dead Set

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Originaltitel: Dead Set
Darsteller: Jaime Winstone (Kelly), Andy Nyman (Patrick), Riz Ahmed (Riq), Warren Brown (Marky), Liz May Brice (Alex), Beth Cordingly (Veronica), Adam Deacon (Space), Kevin Eldon (Joplin), Kathleen McDermott (Pippa), Davina McCall (Davina McCall), Brian Belo (Brian Belo), Paul „Bubble“ Ferguson (Paul Ferguson), Chizzy Akudolu (Angel), Shelley Conn (Claire), Raj Ghatak (Grayson), Cavan Clerkin (Dennis), Krishnan Guru-Murthy (Krishnan Guru-Murthy), Madra Ihegborow (Makeup Girl), Kyle Summercorn (Bob), Maxi Moffat (Gormless), Rachel Ogilvy (Angela), Helen Adams (Helen Adams), Aisleyne Horgan-Wallace (Aisleyne Horgan-Wallace), Kinga Karolczak (Kinga Karolczak), Saskia Howard-Clarke (Saskia Howard-Clarke), Makosi Musambasi (Makosi Musambasi), Eugene Sully (Eugene Sully), Ziggy Lichman (Ziggy Lichman), Imogen Thomas (Imogen Thomas), Marcus Bentley (Marcus Bentley), Jennifer Aries (Sophie), Drew Edwards (Colin), Elyes Gabel (Danny), Kelly Wenham (Chloe)
Produktionsfirma: Zeppotron
Produktion: Charlie Brooker
Regie: Yann Demange
Drehbuch: Charlie Brooker
Musik: Dan Jones
Kamera: Tat Radcliffe
Schnitt: Chris Wyatt
Special Effects: Neal Champion
Visual Effects: William Carley
Verleih: Sony Pictures Home Entertainment
ErstauffĂĽhrung: England: 27.10.2008, Sony Pictures Home Entertainment 27.9.2012 England 2008
45:17/23:23/24:03/24:15/25:32 Minuten (Zusatzmaterial: Interview mit Regisseur Yann Demange 4:21; Interview mit Produzent und Autor Charlie Brooker 6:02; Davina McKill 6:51; Auf dem Set mit DEAD SET 6:13; Haus der Toten 5:06; „Ich bin Patrick, hört mich brüllen“ 3:51; Armee der Toten 3:35; SFX: Du musst es in den Kopf bekommen 2:45; SFX: Kopfschüsse 2:09; SFX: Davina 0:58; SFX: Patrick gibt Kopf 4:11; Entfernte Szenen: Knochen im Kopf 1:25; 8 von 10 Katzen 0:51; „Das ist ein Anschlag“ 1:19; Pippas Rauswahl 1:41; Spare in der Zeit... 1:02; Fusselige kleine „Bälle“ 3:52; Pippa trifft ihre Mutter 0:29) 8 Seiten Booklet 7/5/5/5/7 Kapitel
1,79:1 anamorph 1080i
Deutsch 5.1 DTS-HD MA, Englisch 5.1 DTS-HD MA; Untertitel: deutsch
Ländercode: B 2x Blu Ray-25 (18,7/19,2 GB) FSK: 18


Inhalt:
Im englischen Big Brother Haus steht ein weiterer Exit eines Bewohners kurz bevor und Angel, Grayson, Joplin, Veronica, Marky, Space und Pippa warten das Zuschauerurteil ab. Währenddessen beleidigt der widerliche Produzent Patrick die gesamte Belegschaft des Fernsehteams – inklusive der Produktionsassistentin Kelly die ihre eigenen privaten Probleme hat. Die Laune wird noch schlechter als die Sendung wegen einer Sondersendung zu den tumultartigen Geschehnissen im ganzen Land abgesetzt werden soll. Beim Big Brother Haus kommt die Welle der Aufstände an, doch es handelt sich nicht um eine rebellierende Bevölkerung, sondern blutrünstige Untote, die sich auf der Jagd nach Menschenfleisch befinden. Das Studio wird auch komplett überrannt und nur wenige können sich in vorübergehende Sicherheit bringen – unter ihnen auch Kelly, die sich in das Haus zu den Bewohnern flüchten kann. Diese glauben erst nach dem Angriff von einem der Untoten was sie erzählt, und nun gilt es für alle zu überleben, was von Minute zu Minute schwieriger wird…

Meinung:
Dead Set ist eine fünfteilige (inklusive Pilot mit doppelter Laufzeit) Zombieserie, die im Jahre 2008 auf dem britischen Sender E4 lief. Die Vergleiche mit dem jetzigen Platzhirsch The Walking Dead hinken also nicht nur, weil die beiden Serien thematisch und inhaltlich komplett auseinandergehen, sondern auch weil Dead Set zwei Jahre vor dem amerikanischen Kollegen ausgestrahlt wurde. Ähnlichkeiten finden sich eher im Vergleich zu der ebenfalls aus UK stammenden Serie The Fades, die ebenfalls soziale Themen anspricht, allerdings den Humor komplett außen vor lässt – aber auch diese leider nach einer Staffel abgesetzte Serie lief nach der Ausstrahlung der Big Brother Zombies. Das Hauptthema ist bei Dead Set jedoch Big Brother und die Frage ob die Zuschauer dadurch endgültig zu vor der Glotze abhängenden Zombies werden. Der Grund für die reale Zombiefizierung der Bevölkerung außerhalb des Hauses wird nicht erwähnt – medialer und sozialer Werteverfall erscheint dabei nicht logisch, wird aber durch die Handlung nahegelegt. Produzent Charlie Brooker war mit seiner offensichtlichen Abneigung gegen diese Form des TV Programms, die sich in England großer Beliebtheit erfreut, in diesem Punkt sicherlich nicht unbeteiligt an der Ausrichtung. Unterstützt wird das Konzept durch eine möglichst glaubhafte Umsetzung des Big Brother Hauses und des Logos, ohne eine bestimmte Staffel zu kopieren, sowie Gastauftritten von echten ehemaligen Bewohnern des Hauses und Davina McCall, die auch in der Serie die Moderatorin von Big Brother gibt. Auch bei der Kameratechnik wurde in den ersten Minuten auf bei dem TV Format üblichem Digital Video gedreht und erst bei den äußeren Aufnahmen findet das klassische Filmmaterial Verwendung. Unvermeidlich ist natürlich die Handkamera, die meistens erträglich, in manchen Fällen aber auch in Verbindung mit schnellen Schnitten störend auffällt. Da der Regisseur Yann Demange nie ein Zombiefan war und bis kurz vor dem Dreh auch keinen Film des Genres gesehen hatte, verwundert es nicht, dass die wandelnden Kannibalen nichts mit den klassischen Ursprüngen von George R. Romero (Night of the living dead) zu tun haben. Es sind vielmehr die rasenden Wiedergänger eines Danny Boyle (28 days later), die als Vorlage dienen und dadurch eine zeitgemäße Bedrohung mit rasender Ausbreitung realistisch machen. Ungereimt wird es allerdings in diesem Zusammenhang wenn diese agilen Fressmaschinen sich von einfachen Zäunen aufhalten lassen oder die nach Menschen lechzenden Kameramänner nicht durch die Scheiben brechen und nicht von den Big Brother Teilnehmern bemerkt werden. Interessant ist die eingebaute Feinheit, dass sie sich wie ihre untoten Kollegen die Vampire nicht durch Wasser bewegen können. Die Umsetzung ist durchweg gelungen, sowohl bei den Effekten als auch dem Make-Up geht es ansprechend mit Blut und Gedärm selbst in Nahaufnahmen voll zur Sache – nur an mancher Stelle fallen CGI negativ auf. Die Schauspieler schaffen es trotz wenig Tiefe der Figuren seitens des Drehbuchs, das einfach nur jeden mit wenigen Eigenschaften versorgt und dann alleine lässt, einen gewissen Eindruck zu hinterlassen. Jaime Winstone (Donkey Punch – Blutige See) schafft es in Ihrer Rolle als Sympathiefigur und roter Faden gut den Zuschauer zu halten und durch die Handlung zu führen. Andy Nyman (Severance – Ein blutiger Betriebsausflug) läuft als zynischer Unsympath zur Hochform auf, und auch wenn es partiell etwas zu dick aufgetragen ist, bietet seine Rolle immer wieder Grund zum Schmunzeln bis Lachen. Riz Ahmed (Four Lions) hat derweil mit seinem Part weniger Glück und wirkt dadurch klar unterfordert. Auch der ansonsten fast immer überzeugende britische Humor kann an mancher Stelle zwischen den Horrorelementen nicht immer zünden. Dafür gibt es keine Minute Ruhe – die Handlung wird von Minute zu Minute und Folge zu Folge durchgeprügelt ohne Atempause. Dabei fehlt das Gefühl für die vergangene Zeit leider komplett – man stellt nur manchmal anhand von Tag und Nacht fest, dass von einer Szene zur nächsten anscheinend einiges an Zeit liegt. Doch aufgrund der Handlung Drumherum erscheint dieser Wechsel auch teilweise wie ein Fehler in der Continuity. Die äußerst geraffte Handlung hätte an einigen Stellen Potential für mehr geboten, ohne Gefahr zu laufen langweilig zu werden. Die gerade mal über 142 Minuten gehen zur Not auch noch als langer Film durch, zumal bei jeder Folge noch der Rückblick rausfallen würde. Mit etwas mehr investierter Arbeit bei der Charakterisierung hätte Dead Set durchaus das Potential zu einer normal langen Staffel von 13 oder 22 respektive üblich langen Folgen gehabt. Die Serie war 2009 viermal nominiert: BAFTA TV Award (Best Drama Serial), British Comedy Award (Best Television Comedy Drama), Broadcasting Press Guild Award (Best Multichannel Programme), TV Quick Award (Best New Drama).

Ausstattung:
Das Bild weist keine analogen Defekte auf, wird aber selbstverständlich schon alleine aufgrund der TV Qualität und vor allem dem Stilmittel der Big Brother Kamera nicht dem High Definition Medium gerecht.
Beim Ton sieht es ähnlich aus, denn alles wird sauber und akkurat wiedergeben, aber die Direktionalität und der räumliche Klang treten nur in wenigen Momenten hervor.
Die passend zum Start der zweiten Staffel von The walking dead im free TV veröffentlichte Blu Ray und DVD Box von Dead Set kann durchaus überzeugen. Anolis Entertainment hat, diesmal mit Sony Pictures Home Entertainment als Vertriebspartner, wieder einmal saubere Arbeit abgeliefert. Das Wendecover gegen das übergroße FSK Logo ist genauso selbstverständlich wie das Booklet, welches diesmal Nando Rohner mit einem informativen Text zur Serie und dem Markt allgemein füllt. Das Menü der Blu Ray ist angenehm minimalistisch ausgefallen – die Navigation leidet leider auch ein wenig darunter und eine „Play all“ Funktion wäre hilfreich gewesen. Das Zusatzmaterial ist natürlich – im Gegensatz zum abrupten Ende der Folgen ohne jeglichen Abspann – üppig ausgefallen, wie man es bei Anolis gewohnt ist. Je ein Interview mit Regisseur Yann Demange, Produzent und Autor Charlie Brooker sowie Davina McKill bieten trotz der Kürze interessante Fakten zu den Beteiligten. Auf dem Set mit DEAD SET, Haus der Toten, „Ich bin Patrick, hört mich brüllen“ und Armee der Toten zeigen vor allem Hintergründe während der Produktion. Das wichtigste bei einer Zombieserie sind aber die SFX und auch hier gibt es einen guten Einblick in die Entstehung. Entfernte Szenen sind partiell äußerst interessant und an mancher Stelle auch lustig – es ist aber auch zu erkennen, warum sie zugunsten eines rasanteren Handlungsverlaufs geschnitten wurden.

Fazit:
Die wahre Initialzündung der Zombieserien – sehr lohnenswerte und blutige Medienkritik !!!

© Heiko Henning
20.11.2012


Infos beim Vertrieb/Verlag:
http://www.anolis-film.de/index.php/produkte-filme/item/dead-set (externer Link!)

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Letzte Aktualisierung: 10.12.2017, 02:24 Uhr
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