The Butcher

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Originaltitel: The Butcher Alternativtitel: The Harvest
Darsteller: Catherine Wreford (Rachel), Tom Nagel (Adam), Myiea Coy (Sophie), Alan Ritchson (Mark), Ashley Rebecca Hawkins (Atlanta), Tiffany M. Kristensen (Liz), Annie Mackay (Angel Mayhew), Bill Jacobson (Franklin Mayhew), Leila Gravyier (Mrs. Mayhew), Nick Stellate (Sheriff), Pej Vahdat (Chip), April Gilbert (Sarah), Conner Gorsuch (kleine Angel Mayhew)
Produktionsfirma: Mainline Releasing, MRG Entertainment
Produktion: Michael Feifer
Regie: Edward Gorsuch
Drehbuch: Ellis Walker
Musik: Dennis Smith
Kamera: Hank Baumert Jr.
Schnitt: Adam Severin
Special Effects: Tom Devlin
Visual Effects: Kelley Cauthen
Verleih: e-m-s
ErstauffĂĽhrung: 11.7.2006 USA e-m-s media AG 15.3.2007 USA 2005
80:06 Minuten (+ Zusatzmaterial: Originaltrailer: englisch 1:22, deutsch 1:22) 12 Kapitel
Widescreen 1,78:1 anamorph
Deutsch Dolby Digital 5.1, Englisch Dolby Digital 5.1; Untertitel: ---
Ländercode: 2 DVD-5 (4,29 GB) FSK: keine Jugendfreigabe


Inhalt:
Die sechs gerade noch Teens Mark, Rachel, Atlanta, Liz, Sophie und Adam sind auf dem Weg nach Vegas um so richtig den Erfolg von Marks Schulabschluss zu feiern. Da alles nicht schnell genug gehen kann, schlägt Adam eine Abkürzung vor, bei welcher Marks Geländewagen mal zeigen soll, was er kann. Doch zunächst kommt es durch einen mit Stacheldraht umwickelten Pfahl auf der Straße zu einem Platten – ein Redneck im obligatorischen LKW verweigert dabei nicht nur die Hilfe, sondern überfährt auch noch Mark fast. Mit frischem Reifen wird natürlich Rache geschworen, doch beim gleichzeitigen Einlösen einer Spielschuld ist Liz durch eine Mischung aus Unsinn, Leichtsinn und absolute Dummheit nicht nur wie geplant ihr Oberteil, sondern gleich ihren Oberkörper los. Ihre Geliebte Atlanta ist gleich so schockiert, dass sie im Wagen mit den beiden Hälften von ihrer Freundin sitzen bleibt, während die anderen losziehen um Hilfe zu holen. Außerdem findet Mark auch noch das Mädchen, wegen dem er den Wagen gegen den Baum gesetzt hat – mit ihr zusammen begibt sich die Truppe auf den Weg zu einem in der Nähe gelegenen, verlassen aussehenden Haus, welches überraschenderweise von dem Redneck bewohnt wird…

Meinung:
Die Story klingt nicht nur sehr vertraut – sie ist auch unverhohlen von Vorbildern wie Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre, The Hills have Eyes – Hügel der blutigen Augen und Wrong Turn entnommen. Doch war beispielsweise Wrong Turn, der sich seinerseits auf Klassiker des Genrekinos bezogen hat, noch erfrischend und äußerst unterhaltend, sucht man bei The Butcher Eigenständigkeit vergeblich. Das liegt vor allem an dem Drehbuch von Ellis Walker (Room 6, The Darkroom, New Blood), der sich mittlerweile Michael Hurst nennt – er hat neben den „Inspirationen“ von anderen Filmen und etlichen Klischees des Horrorfilms keine eigenen Ideen zu Papier gebracht. Dadurch wird das Geschehen auch recht vorhersehbar und wirkliche Spannung sucht man deswegen und bedingt durch die fehlende Sympathie für Identifikationsfiguren vergebens. Dies wiederum liegt an der Tatsache, dass keiner der Charaktere eine tiefere Zeichnung zuteil wird – alles bleibt komplett oberflächlich. Was den Fan vor allem stört sind die wenig bis gar nicht glaubhaften Handlungsweisen der Figuren, die offensichtlich dem Handlungsverlauf angepasst wurden. Wenn es halt notwendig ist, dass die Figur dem Killer in die Arbeit leichter machen, damit die Handlung vorangeht, dann wird das halt so gemacht – wie unlogisch das auch immer sein mag. Ein Beispiel wäre das seelenruhige Schauen durch ein Loch, welches ein wahnsinniger Killer gerade mit einer Hacke dort hinein geprügelt hat, um dann überrascht festzustellen, dass der ja immer noch da ist, und nun versucht ein Loch in den Menschen hinter der Wand zu hacken. Dabei sieht man das Ganze an wenigen Stellen sogar humorvoll, wenn Figuren auf Klischees aus Horrorfilmen – wie die der scheinbar verlassenen Farm – hinweisen, doch sie werden umgehend demaskiert, wenn sie wenige Augenblicke später in ernsthafter Form diesen oder anderen Klischees gehorchen. So darf beispielsweise die liebestolle und freizügige Lesbe als erste dran glauben – Sex scheint noch immer böse zu sein. Positiv darf angemerkt werden, dass es gleich zur Sache geht, ohne irgendwelche, in diesem Fall unnötigen, Vorgeplänkel. Auch Edward Gorsuch (Rapa Nui: Legends in Stone), der zuvor nur bei einer Serie Regie führte, bekleckert sich ebenfalls nicht mit Ruhm bei der Regiearbeit, da seine Inszenierung des schwachen Skriptes auch einige unnötige grobe Schnitzer enthält. Beispielsweise wirkt die Szene, in welcher die weibliche Heldin wild im Sicherungskasten herumfuchtelt nicht nur peinlich – es verwundert auch, dass sie damit nicht jemanden ihrerseits zur Strecke bringt. Demgegenüber sind die Schauspieler sogar recht passabel und vor allem Bill Jacobson als Killer verrichtet seinen Job angenehm glaubhaft. Leider kommt ihm auf halber Laufzeit das Drehbuch in die Quere und er hat einige Textpassagen, was seiner Rolle einen Großteil des Reizes nimmt. Auch ein paar von den jungen Darstellerinnen liefern durchschnittliche bis brauchbare Leistungen, die aber immer wieder von dümmlichen Dialogen durchsetzt werden. Ganz klar auf der Haben Seite kann sich der Film die Location verbuchen, da die Farm der Killer Familie sehr authentisch ausschaut. Auch die Ausstattung mit allerlei krudem Stoff versteht es dem geneigten Zuschauer zu gefallen – zarte Gemüter werden sicherlich nicht ganz so viel Freude daran haben, doch für diese ist der Film ja auch nicht gedacht. Kommen wir nun zum wichtigsten Bestandteil eines Backwood Slashers: dem möglichst häufigen und blutigen Dahinscheiden der Opfer. Das ist auch soweit der Fall und es wird für die kurze Laufzeit ein akzeptabler Bodycount hingelegt, aber das meiste davon findet entweder im Off statt oder wird gnadenlos unterbelichtet. Nur wenige Effekte sind wirklich gut zu erkennen oder gar in Großaufnahme zu sehen, was bei einem Direct to Video Streifen eigentlich nur mit der Budget Schraube zu erklären ist.

Ausstattung:
Das anamorphe Bild sieht fĂĽr eine solche Produktion recht gut aus. Dank der natĂĽrlichen Farben entsteht eine angenehm plastische Wirkung. Der Kontrast ist sauber ausgerichtet und es gehen keine Details verloren, was bei der teils vorherrschenden wenigen Beleuchtung sehr wichtig ist.
Die Dialogverständlichkeit ist in beiden Spuren gut bis sehr gut – der Originalton klingt natürlicher, bei der Synchronisation sind die Gespräche lauter abgemischt. Direktionale Effekte gibt es wenige zu vermelden, was sicherlich auch an mangelndem Geld gelegen haben dürfte. Rauschen oder Aussetzer gibt es nicht zu vermelden, was aber auch bei einem Film dieses Alters eher ungewöhnlich wäre.
Das einzige Zusatzmaterial ist je ein Originaltrailer in englisch und deutsch – seltsamerweise in Fullscreen. Die Gestaltung von Menü und Cover ist ansprechend gelungen. Warum allerdings der Vergleich mit High Tension sein musste ist unbegreiflich, denn gegen diesen Kollegen kann der Film nur verlieren und umso verärgerter ist die Zuschauerschaft über die Irreführung.

Fazit:
The Butcher ist sicherlich nicht der schlechteste Vertreter des Backwood Slasher Genres – allerdings auch leider ein ganzes Stück von „gut“ entfernt !!!

© Heiko Henning
24.4.2007


Infos beim Vertrieb/Verlag:
http://www.e-m-s.de/dvd.php?name=116228 (externer Link!)

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Letzte Aktualisierung: 10.12.2017, 02:24 Uhr
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