Acacia – die Wurzeln des Bösen

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Originaltitel: Acacia Alternativtitel:
Darsteller: Shim Hye-jin (Mi-sook Choi), Kim Jin-geun (Do-il Kim), Park Woong, Lee Young-hee, Moon Woo-bin (Jin-seong Kim), Jung Na-yoon (Min-ji)
Produktionsfirma: Dada Film, Beautiful Pictures
Produktion: Yu Young-shik
Regie: Park Ki-hyung
Drehbuch: Park Ki-hyung
Musik: Choi Man-Sik
Kamera: Oh Hyeon-je
Schnitt: Ham Seong-weon
Verleih: e-m-s
Erstaufführung: Südkorea 17.10.2003, Frankreich 29.1.2004 (Geradmer International Fantasy Film Festival) e-m-s media 17.1.2008 Südkorea 2003
102:57 Minuten (+ Zusatzmaterial: Making Of 11:44; Interview mit den Hauptdarstellern Kim Jin-Geun und Shim Hye-Jin 5:02; Interview mit dem Regisseur Park Ki-Hyung 4:47; Originaltrailer 1:59; Bildergalerie 2:17; Hidden Feature 7:53), 16 Kapitel
Widescreen 2,35:1 anamorph
Deutsch Dolby Digital 5.1, Koreanisch Dolby Digital 5.1; Untertitel: deutsch, deutsch für Credits
Ländercode: 2 DVD-9 (7,69 GB) FSK: 16


Inhalt:
Die Kuratorin Mi-sook und ihr Mann, der Frauenarzt Do-il, sind bislang kinderlos – zunächst sorgt die Entscheidung des Mannes, ein Kind zu adoptieren aufgrund seiner Eigenmächtigkeit für Streit. Doch Beim ersten Beratungstermin verliebt sich die Frau sofort in den – nicht nur zeichnerisch – begabten jungen Jin-seong, der stark auf Bäume fixiert ist. In den ersten Tagen nach der Adoption verbringt der Kleine viel Zeit bei der Akazie, die bei seinen neuen Eltern im Garten steht – doch langsam taut er auf und beschäftigt sich auch mit den Menschen seines neuen Umfeldes. Doch der Frieden währt nur kurz, als die Großmutter sehr deutlich zeigt, dass sie alles andere als begeistert von ihrem Enkel ist und lieber doch einen leiblichen hätte, wofür sie auch mittels eines Fruchtbarkeitsfächers zu sorgen versucht. Die Situation beginnt sich endgültig zu verschärfen, als Mi-sook tatsächlich schwanger wird und das Baby die Beziehung zu Jin-seong auf eine harte Zerreißprobe stellt – bis schließlich alles eskaliert…

Meinung:
Park Ki-hyung hat bereits vor etwa fünf Jahren mit Acacia einen sehr ruhigen Vertreter des koreanischen Mystery Kinos fertiggestellt. Anscheinend fand dieser durch schlechtes Marketing erst jetzt hiesige Verleiher, denn auf Festivals ist der Film bereits wenige Monate nach dem Start in Südkorea gelaufen. Es zeigt sich jedoch, dass dieser verspätete Zeitpunkt gar nicht so schlecht ist, da der Film hierdurch nicht gegen die Erwartungshaltung der Ring Ära mit ihrer schaurig schockierenden Inszenierung antreten muss. Mit seinem langsamen und gemächlichen Anfang hätte der Film die Zuschauer auch ziemlich enttäuscht und zum Abschalten bewogen. Der Rezipient, der sich jedoch darauf einlässt, bekommt einige umso überraschendere akustische Schockeffekte geboten. Doch Acacia ist eigentlich nur am Rande ein Horrorfilm – grundsätzlich wird ein Drama mit Mystery Elementen versetzt mittels derer eine unheimliche Stimmung erzeugt wird. Diese intensiviert sich durch das Mitleid dem kleinen Jungen gegenüber, welcher sich in einer grausamen Lage befindet. Seine Mutter ist tot und aus Trauer projiziert er ihren Geist auf einen Baum – die Pflegeeltern die dies nicht nachvollziehen können agieren ihm gegenüber immer reservierter. Noch schlimmer ist die Großmutter, die ihn offensichtlich verachtet und sich geradezu hämisch über den leiblichen Nachwuchs freut. Im Nachhinein sind alle Reaktionen des Kleinen mehr als nachvollziehbar und kehren somit den ersten Eindruck von einem „Teufelskind“ ins krasse Gegenteil. Nach dem einfühlsamen Einstieg mit dem „seltsamen“ Jungen beginnt schon nach kurzer Zeit ein interessantes Psychospiel zwischen den Eltern, welches gekonnt einige Verwirrung stiftet. Dabei kommt es zu etlichen übernatürlichen Geschehnissen, die schlussendlich eine adäquate Auflösung erfahren. Da die Handlung an diesen Stellen nicht durchgängig logisch und nachvollziehbar erscheint, wird einigen Zuschauern sicherlich der Zugang erschwert. Wer sich hierauf einlässt wird allerdings mit schaurigen Einstellungen und überraschenden Feinheiten belohnt. Eingerahmt wird das Ganze von schönen Kamerafahrten und ebensolchen Bildern, die meist die Bedrohung in die Idylle transportieren. Durchbrochen wird der ruhige, aber nicht zwingend langweilige, Erzählfluss von wohldosierten, herzrasen fördernden akustischen Effekten, die gerade bei laut gedrehtem Sound für die eine oder andere Überraschung sorgen (vielleicht auch beim Nachbarn).

Ausstattung:
Bei der Bildqualität hat sich die e-m-s diesmal nicht gerade mit Ruhm bekleckert, da der Transfer nicht optimal gelungen scheint und ein Rauschfilter Verwendung fand. Dadurch ist auch partiell Unschärfe auszumachen, die zudem noch feine Details verschwinden lässt. Die Farben sind hingegen natürlich und analoge Defekte sind nicht zu beklagen.
Der Ton überrascht hingegen mit einer erstaunlichen Räumlichkeit, da eigentlich nicht wirklich viel Potential seitens des Films dafür gibt, doch selbst filigrane Hintergrundgeräusche werden gut auf die Rears gelegt und ergeben ein rundes Klangbild. Die Dialoge kommen zwar fast immer aus der Front, sind aber stets gut verständlich. Sehr stark tritt der Rundumklang bei den musikalischen Schockeffekten in den Vordergrund, bei denen mit einem sehr hohen Pegel gearbeitet wird, welcher fast schon zu große Dynamik bietet (die Nachbarn werden auch erschrocken sein) – leider gibt es keine DTS Spur.
Das Zusatzmaterial geht für eine reguläre Edition mehr als in Ordnung – alleine schon das Making Of bietet einen netten Blick hinter die Kulissen, wenn auch leider nichts wirklich Essentielles vermittelt wird. Im Interview mit den Hauptdarstellern Kim Jin-Geun und Shim Hye-Jin kommen angenehmerweise auch kritische und selbstkritische Kommentare. Was man von dem Regisseur Park Ki-Hyung leider nicht sagen kann, da dieser eher zusammenhangloses Blabla von sich gibt. Der Originaltrailer ist leider nicht anamorph, die Bildergalerie hingegen ganz nett anzuschauen. Wirklich interessant ist allerdings das Hidden Feature, welches eindrucksvoll die „Kamerakünste“ eines Laien während einer Tour zu dem Festival, auf welchem Acacia lief, verdeutlicht.

Fazit:
Sehr ruhiger Vertreter der asiatischen Mystery Welle, der gerade aufgrund seiner ruhigen Inszenierung und gut akzentuierten Schock Elemente mitreißt !!!

© Heiko Henning
17.3.2008


Infos beim Vertrieb/Verlag:
http://www.e-m-s.de/dvd.php?name=116049 (externer Link!)

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Letzte Aktualisierung: 12.03.2017, 22:33 Uhr
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