Masamune Shirow/Mamoru Oshii
Ghost In The Shell

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Dino Comics
Softcover mit farbigem Schutzumschlag DIN A5 8.2001 (Japan 1995)
Chefredakteurin: Anne Berling
Übersetzung: Akiko, Jens Altmann
Lettering: Rowan RĂŒster
Text, Bleistift, Tusche, Kolorierung: Masamune Shirow, Mamoru Oshii
Originaltitel: Ghost In The Shell
256 Seiten 2990


Inhalt:
2029 – die stets (fĂŒr japanische VerhĂ€ltnisse) aufreizend angezogene Major Motoko Kusanagi arbeitet fĂŒr die Sektion neun der Staatssicherheit. Die Übersetzerin des Außenministers wird von einem Virus infiltriert, der sie nach kurzer Zeit zerstören wird. Die Jagt nach dem TĂ€ter gestaltet sich deutlich anders, als es sich die Einsatztruppe vorstellen kann. Ein weiblicher Cyborg landet bei Sektion neun, bei der festgestellt wird, daß es sich hierbei nicht um ein handelsĂŒbliches Model handelt. Plötzlich taucht ein Handlanger der Sektion sechs auf und will die Überreste des Roboters abholen. Er behauptet, es ginge um den sogenannten Puppenspieler, einen Hacker der fĂŒr etliche Angriffe auf das globale Datennetz verantwortlich ist. Nach der Flucht des Cyborg geht Masamune Shirow auf die Suche und findet Antworten, die sie in dieser Form gar nicht haben wollte. Sie dringt immer mehr in den Strudel um den geheimnisvollen Drahtzieher ein, bis sie selbst zur Gejagten wird. Doch auch nach einer wilden Hatz gibt es noch einige Überraschungen...

Meinung:
Da Japan ein so stark bevölkertes Land ist, zieht es die Bewohner zwangsweise weiter aus den StĂ€dten heraus. Die lĂ€ngeren Anreisewege werden mit der Bahn zurĂŒckgelegt und dabei bedarf es natĂŒrlich der Ablenkung – zum Teil sogar RealitĂ€tsflucht. Hier greifen vor allem die Mangas, die in jeder Richtung des Mediums reichlich vorhanden sind – von Kitsch bis essentiell. Letztere Gattung ist selbstredend weniger hĂ€ufig vertreten, denn auch in Japan ist der Fast Food nicht alleine auf das Essen beschrĂ€nkt. Ghost In The Shell hebt sich angenehm ab von den teils sehr kitschigen Mangas ĂŒber kleine MĂ€dchen mit riesigen Augen, die dĂŒmmlich grinsend alles mögliche ĂŒber sich ergehen lassen, damit die meist mĂ€nnliche Leserschaft „befriedigt“ wird. Die Zukunftsgeschichte nimmt ĂŒbliche Science Fiction Elemente ein, konzentriert sich unterdessen vor allem mit philosophischen AnsĂ€tzen. „Was ist mit der menschlichen Seele, wenn die zunehmende Industrialisierung und der Computerwahnsinn Überhand nehmen?“ Die Gedanken von Masamune Shirow sind dabei Ă€ußerst faszinierend und gerade die anderen AnsĂ€tze im Gegensatz zu amerikanischen Zukunftsvisionen macht den Inhalt so interessant.

Ausstattung:
Im Gegensatz zu der Veröffentlichung von drei BĂ€nden Ghost In The Shell bei Feest Comics handelt es sich hier nicht um die eigentlichen Mangas von Masamune Shirow. Dieser Comic ist hingegen eine Übertragung von dem 1995 umgesetzten Anime (japanischer Zeichentrickfilm), der seinerseits dem Manga in einigen HandlungsstrĂ€ngen folgt. Somit stellt dieses dicke „Buch“ nicht das Gesamtwerk dar, sondern liefert nur einen Teil der gesamten Geschichten, ist jedoch in sich abgeschlossen. Die Aufmachung ist nicht nur komplett (!) vollfarbig und mit Schutzumschlag versehen, sondern auch noch wesentlich besser umgesetzt, als bei den Feest BĂ€nden, bei denen die Zeichnungen schon teils recht roh wirken. Hier wird fast schon plastisches Aussehen der Figuren geliefert, was auch der Handlung sehr gut tut, da alles wesentlich realer wirkt. AdĂ€quat ist auch die Tatsache, daß der Band von hinten nach vorne gelesen wird, wie eigentlich bei Mangas ĂŒblich.

Fazit:
Sehr empfehlenswerte Variation des Mangas – Comic als Film als Comic !!!

© Heiko Henning
12.8.2001


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Letzte Aktualisierung: 23.04.2017, 13:14 Uhr
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