Kohta Hirano
Hellsing #1

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Panini Verlags GmbH Planet Manga
Softcover 8.2004 (Japan 1998)
Chefredakteur: Tony Verdini
Übersetzung: Burkhard Höfler
Lettering: Lara Iacucci
Text: Kohta Hirano
Bleistift: Kohta Hirano
Tusche: Kohta Hirano
ISBN: 3-89921-780-2
Originaltitel: Hellsing
220 Seiten 795


Inhalt:
Die Welt ist voller Vampire, Ghuls und anderem untoten Pack, doch zumindest in England gibt es eine Organisation, die diesen Feinden der Menschheit die Stirn bietet. Die „Königlich-Protestantische Ritterschaft“, besser bekannt als die „Hellsing-Organisation“, greift, unter der Leitung von Lady Integra Wingates Hellsing, ein, wenn die herkömmlichen Eingreiftruppen überfordert sind. An ihrer Seite kämpft der Blutsauger Alucard, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, alle niederen – und somit aus seiner Sicht unwürdigen – Wesen seiner Rasse zu vernichten. Bei einem Einsatz wird die junge Polizistin Seras von Alucard tödlich verletzt, und er macht sie zu einer seiner Art, wodurch sie mit ihren neu gewonnenen Fertigkeiten die Organisation mal mehr Mal weniger gut unterstützt. Doch die „Hellsing-Organisation“ ist nicht die einzige, die sich um Vampire „kümmert“ – auch der Vatikan hat seine eigene Eingreiftruppe, mit einer nicht zu unterschätzenden Vorhut…

Meinung:
Wieder einmal wird ein Comic erst durch seine Verfilmung bei der breiten Masse bekannt – in diesem Falle ein Manga, der wohl für sich genommen hierzulande auch nicht aufgefallen wäre. Die Serie Hellsing konnte jedoch auf dem Musiksender VIVA einen solchen Erfolg für sich verbuchen, dass auch die DVD Veröffentlichung seitens OVA nicht auf sich warten ließ. Demgegenüber erscheint der erste Manga mit deutlicher Verspätung, was allerdings nur bedingt an Panini Comics liegt. Die in der Planet Manga Reihe erscheinende Serie sollte bereits vor geraumer Weile veröffentlicht werden, doch Kohta Hirano weigerte sich, für den deutschen Markt Zensur an seinem Werk, in welchem einige Hakenkreuze Verwendung finden, vorzunehmen. Da in Deutschland jedoch im Strafgesetzbuch der Paragraphen §86a existiert, der das „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ mit Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren ahndet, gab es für Panini Comic keine andere Möglichkeit, den Manga herauszubringen, ohne strafrechtliche und finanzielle Einbußen zu riskieren. Da Hellsing nicht unbedingt ein ausschließliches Werk gegen den Nationalsozialismus ist, sondern die Zeichen eher als Stilmittel oder in der japanischen Bedeutung als Glückszeichen verwendet, wäre ein Versuch mehr als wagemutig gewesen. Vor allem angesichts der Tatsache, dass selbst der mit Pulitzerpreis ausgezeichnete Comic Maus des amerikanischen Zeichners Art Spiegelmann, der in diesem Comic die Erlebnisse seiner Eltern im Konzentrationslager verarbeitet, sich in Deutschland eine Untersuchung wegen Verstoßes gegen §86a gefallen lassen musste. So gibt es dann nun auch einige „Fensterkreuze“ mehr in der deutschen Fassung, da um die Runen herum ein Rahmen gezogen wurde – eine, meines Erachtens, akzeptable Lösung. Im Vergleich zum Anime gibt es hier etwas mehr Gewalt zu sehen, die jedoch durch das Fehlen von Farbe und die nicht überaus detaillierten Zeichnungen relativiert werden. Die Reihenfolge der Ereignisse wurde im Anime verändert, und außerdem wurden Auch scheinbar direkt übernommene Szenen anders umgesetzt. Das kann man beispielsweise schon im ersten Kapitel sehen, in welchem Alucard nicht auf dem Friedhof (Manga), sondern in der Kirche (Anime) zusammengeschossen wird. Doch es ist alles andere als tragisch, das es sich hier nicht um eine eins zu eins Umsetzung handelt, da beide Medien auf ihre Weise mit den Figuren und der Handlung umgehen. So lebt der Manga vor allem durch seine rasante Panelfolge, die ständig vorherrschende Gewalt sowie eine sehr nette Art von Humor (Beispiel: Alucard gönnt sich erst einmal eine Blutkonserve, wie unsereins eine Capri Sonne). Der Anime bedient sich hingegen vor allem der Coolness der Hauptfigur und verliert sich auch gerne mal in wilden „Kamerafahrten“. So gibt es also selbst für Fans der TV Serie noch einige neu Momente und Ansichten, für die sich der Kauf des Mangas auf jeden Fall lohnt.

Ausstattung:
Die Qualität des Bandes selbst ist allerdings nicht unbedingt so begeisternswert – der Druck ist zwar in Ordnung, doch der Umschlag hat eine zwar sinnvolle, aber nicht besonders sauber angebrachte Schutzfolie verpasst bekommen, die nicht gerade zum Kauf animiert. Ansonsten ist die deutsche Aufarbeitung gut und zum Teil deutlich über dem teils sonst bei Manga Übersetzungen vorherrschenden Niveau. Das Lettering ist sauber, wenn auch teilweise die Worte angesichts des großen Freiraums Drumherum ein wenig verloren ausschauen.

Fazit:
Sowohl fĂĽr Fans, wie auch fĂĽr Manga Interessierte zu empfehlen !!!

© Heiko Henning
14.9.2004


Infos beim Vertrieb/Verlag:
http://www.paninicomics.de (externer Link!)

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Letzte Aktualisierung: 03.07.2017, 12:13 Uhr
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