Garth Ennis/ Steve Pugh/Carlos Ezquerra/Richard Case
Preacher #4 – Für ein paar Leichen mehr

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Panini Comics
Hardcover 266x177mm 14.3.2008 (USA 1996-1997)
Übersetzung: Fred Fliege & the wild bunch
Lektorat: Pia Oddo
Lettering: Gialuca Pini
Text: Garth Ennis
Bleistift: Steve Pugh (Kap. 1-2 & 4), Carlos Ezquerra (Kap. 3)/Richard Case/Carlos Ezquerra
Tusche: Steve Pugh (Kap. 1-2 & 4), Carlos Ezquerra (Kap. 3)/Richard Case/Carlos Ezquerra
Farben: Pamela Rambo/Matt Hollingsworth/Nathan Eyring
Cover: Glenn Fabry
Originaltitel: Preacher Special: Saint Of Killers No. 1-4/The Story Of You-Know-Who/Preacher Special: The Good Old Boys
ISBN: 978-3-86607-629-7
244 Seiten 2995


Inhalt:
Der einsame Krieger fand nach endlosem Töten endlich etwas anderes außer Gewalt in seinem Leben – die Liebe einer Frau. Als diese und ihre gemeinsame Tochter an Fieber erkranken begibt er sich auf die Reise und findet in dem weit entfernten Ratwater endlich einen Arzt, der ihm Medizin gibt. Doch durch eine Bande mordender Banditen kommt er zu spät nach Hause und schwört fortan Rache, die auch nicht gestoppt werden kann, als er von dem Kopf der Bande getötet wird. In der Hölle angekommen stellt der Krieger nämlich alles auf den Kopf, woran selbst der Teufel nichts ändern kann. Und als die ewigen Flammen dort erlöschen fasst der Todesengel den folgenschweren Entschluss… Denn er wusste nicht, was er tat fasst die – zwar nicht ganz so dramatische, aber doch lesenswerte – Vorgeschichte von dem mittlerweile nur noch als Arschgesicht bekannten armen Jungen, der sich selbst das Gesicht weggeschossen hat, zusammen. Sein Vater misshandelt ihn ständig, er und sein bester Freund Craig von allen Mitschülern gehasst und dann schießt sich auch ihr Idol Kurt Cobain den Kopf weg. Da ist es schon eher verständlich, warum er das Gleiche machen wollte – wenn auch nicht mit dem gleichen Resultat… Good Old Boys zeigt im Gegensatz zu den ersten Geschichten nichts Grundlegendes – eben „nur“ einen Tag im Leben von den beiden Hurensöhnen T. C. und Jody. Aber so darf man ihnen zusehen, wie sie nach einem bezahlten Kampf gegen einen Gorilla zwei Flüchtige vor einem Kriminellen und seiner Armee beschützen. Dabei handeln sie natürlich völlig eigennützig…

Meinung:
Wer interessiert Preacher liest, wird sich schon einige Male gefragt haben, was Der Heilige der Killer in seiner Vergangenheit erlebt hat, was ihn so eiskalt und hart hat werden lassen. Dieser Anfang in seiner Geschichte, die vorher nur fragmentarisch bekannt war, fasst Ennis hier komplett zusammen. Deshalb ist es auch besser, ihn vor dem nächsten Album zu lesen, vor dem er auch im Original erschienen ist. Was bei dieser Geschichte anders ist, sind die beiden Zeichner, die dem Inhalt einen kantigen, verwaschenen Stil verleihen. Hinzu kommt noch die Kolorierung von Pamela Rambo, die entgegen ihrer sonstigen Art recht dunkle Farben nimmt. Denn er wusste nicht, was er tat schildert auch einen interessanten Hintergrund, der zwar zum großen Ganzen nicht wirklich etwas beiträgt, aber doch Pflichtlektüre darstellt. Good Old Boys bietet leider nicht so tiefe Einblicke und die Geschichte wirkt etwas flach. Der gute Herr Ennis scheint beim Schreiben einen schlechten Tag gehabt zu haben, denn an skurrilen und faszinierenden Ideen mangelt es ihm ja sonst nicht – obwohl das mit dem wörtlichen Kopf abreißen und in den Hals scheißen ist schon nett!

Ausstattung:
Entgegen den beiden Veröffentlichungen bei Tilsner seinerzeit erscheinen diese drei Geschichten nicht in zwei Specials sondern einem regulären Band – das hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil ist auf jeden Fall, dass die Geschichten an der richtigen Stelle und von allen Lesern rezipiert werden. Andererseits handelt es sich auch im Original nicht um integrale Bestandteile der eigentlichen Storyline, sondern nur um Hintergründe zu den einzelnen Charakteren innerhalb von Specials. Als Dreingabe beschert uns Panini eine Einleitung von Garth Ennis persönlich, in welcher er die Ursprünge der Serie und vor allem von Der Heilige der Killer schildert. Der Western in Film und Buch hat Ennis bereits sehr früh beeindruckt, was vor allem bei diesem Special ganz klar zu sehen ist. Es wird auch erklärt, warum hierbei auf andere Zeichner zurückgegriffen wurde, was für die Leserschaft sehr interessante Info bietet.

Fazit:
Die erste Geschichte ist unverzichtbar und schier genial – die zweiten eher Durchschnitt und ganz nett zu lesen !!!

© Heiko Henning
8.12.2012


Infos beim Vertrieb/Verlag:
http://www.paninicomics.de/preacher-4-fuer-ein-paar-leichen-mehr-i4618.html (externer Link!)

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Letzte Aktualisierung: 18.06.2017, 17:55 Uhr
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