Jack Slaughter - Tochter des Lichts #01

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Universal Music Family Entertainment, Folgenreich
http://www.jack-slaughter.de/
Sprecher: Till Hagen (Erzähler), K. Dieter Klebsch (Daniel Oswald Ozymandias Mangrove/Professor Doom), Arianne Borbach (Dr. Kim Novak), Rainer Fritzsche (Basil Creeper), Simon Jäger (Jack Slaughter), Regina Lemnitz (Ms. Albrigth), Detlef Bierstedt (General Custer), David Nathan (Tony Bishop), Lutz Mackensy (Lucifer), Andy Matern (Bob), Schaukje Könning (Sunset River), Dennis Schmidt-Foß (Rick Silver), Fang Yu (Mr. Ming), Gisela Fritsch (Grandma Abigail)
Produktionsfirma: LPL Records
Produktion: Lars Peter Lueg
Regie: Lars Peter Lueg
Buch: Lars Peter Lueg
Musik: Andy Matern
Gestaltung: Alexander Lug, torius
ISBN: 978-3-8291-2187-3
CD 31.10.2008
66:43 Minuten 13 Tracks


Inhalt:
Dr. Daniel Oswald Ozymandias Mangrove hat den Lehrstuhl der Parapsychologie der Universität von Jacksonville in Kalifornien inne. Wegen seiner Engstirnigkeit verlässt ihn jedoch nicht nur seine Assistentin Dr. Kim Novak, es taucht auch noch der ungeliebte Schleimer Basil Creeper auf und zu allem Überfluss werden ihm auch noch von seinem wahren Vorgesetzten General Custer, dem Chef des geheimen Psi-Korps, die Mittel gestrichen. Als den Doktor dann auch noch die Nachricht ereilt, dass sich sein perfekter Bruder David sich das Leben genommen hat, ist ihm alles egal, und er verkauft seine Seele dem prompt auftauchenden Mr. Lucy (Luzifer), um die Existenz von Dämonen zu beweisen indem er selbst zu einem wird. Jack Adrian Slaughter jobbt derweil im Waffengeschäft der hiesigen Mall mit dem passenden Namen Lucky Hunter, als seine Nachbarin Miss Albrigth auftaucht um ihm neben der Erinnerung an den Treppendienst auch noch ein für ihn abgegebenes Päckchen ohne Absender zu übergeben. Bei seinem besten Freund Tony Bishop, den er später auf seiner Arbeit im Videoland besucht, findet er beim Auspacken eine sogenannte Liberator, der Waffe, die im zweiten Weltkrieg auf äußerst billige Weise für die Widerstandskämpfer produziert wurde. Doch dieses Exemplar ist, genau wie die beigelegte Munition, etwas besonderes, was Jack kurz drauf auf einer EGA Studentenparty testen kann, als ein Höllenhund in die Feierlichkeiten platzt…

Meinung:
LPL Records dürfte den meisten Hörern von der hochinteressanten Verschwörungsserie Offenbarung 23 her bekannt sein. Wie auch die vielseitigen Hörbücher aus dem Hause befindet sich auch diese sehr erfolgreiche Serie im Vertrieb von Lübbe Audio. Für Universal Music Family Entertainment, bei denen unter anderem auch Gabriel Burns und Point Whitmark erscheinen, produziert LPL nun auch noch zusätzlich diese Horror-Hörspiel-Sitcom. Idee und Konzeption stammen vom Mastermind der Firma selbst, Lars Peter Lueg, der sich hier mit offensichtlichem Spass voll austobt. Entgegen der eher konservativen, wenn auch politisch sehr kontroversen, Offenbarung 23 gibt es hier recht respektlose Kost mit reichlich Eigenironie. Doch nicht nur deshalb dürfte Jack Slaughter nicht ins Programm von Lübbe passen lassen – hat der Verlag aus Bergisch Gladbach doch mit John Sinclair, dem Sohn des Lichts, schon ein Pferd im Rennen, welchem Jack Slaughter – die Tochter des Lichts nicht nur die Initialen zu verdanken hat. Ähnlich humorvoll dürfen auch solche Namensgebungen wie General Custer gesehen werden – es nimmt aber zum Glück nicht Überhand, so dass der Wortwitz nicht überstrapaziert wird. Im Gegensatz zum „Kollegen“ spielt die Geschichte jedoch in den Staaten, wo es kein Problem ist, sich mit Waffen zu bestücken. Mit der Liberator, deren Fakten gut recherchiert wiedergegebenen werden ohne störend aufgesetzt zu wirken, gibt es auch gleich zu Anfang eine erfrischend andere Waffe gegen das Böse – noch witzigere werden folgen. Nicht ganz so treffsicher sind manche stilistische Elemente wie die verwendeten und teils etwas störend auffallenden Selbstgespräche von Figuren – darauf wird hoffentlich in den nächsten Folgen verzichtet. Bereits im Juli 2008 wurden die Arbeiten an den Aufnahmen im Berliner Tonstudio abgeschlossen, der Veröffentlichungstermin wurde jedoch bedeutungsschwanger auf Halloween gelegt. Auch die 13 Kapitel dürften Absicht gewesen sein, was eindrucksvoll den Spaß am Detail seitens der Macher beweist. Ähnlich sieht es auch bei der passend frischen Musik und den Geräuschkulissen aus, welche von Andy Matern zumeist äußerst trefflich inszeniert wurden. Nur teilweise wird über das Ziel hinausgeschossen, wenn in einer an und für sich ruhigen Szenerie ein akustisches Modul nach dem anderen eingebaut wird, oder andersherum in einer lauten Szene die Stimmen der Akteure klar und deutlich herausgefiltert werden. Bei der Auswahl der Sprecher gibt es demgegenüber keinen einzigen Ausfall zu vermelden – bereits in den ersten Sekunden fühlt man sich wie zuhause. Till Hagen (Synchronsprecher für Kevin Spacey, Billy Bob Thornton, Matt McCoy…) ist zwar nicht der klassische Erzähler mit tiefer sonorer Stimme, aber auch das wirkt erfrischend anders. Simon Jäger (in Hörspielen: Gabriel Burns, Tony Ballard, Das Schloß-Trio… Synchronsprecher für Heath Ledger, Josh Hartnett, Jet Li…) macht die Arbeit als Hauptfigur offensichtlich sehr viel Spaß, was man unter anderem auch an seinem humorvollen Ton und lockeren Mundwerk merkt. David Nathan (in Hörspielen: Geisterjäger John Sinclair, Dorian Hunter, Grusel Kabinett… Johnny Depp, Christian Bale, Paul Walker…), der den meisten Hörspielfreunden vor allem als Hacker Georg Brand aus Offenbarung 23 bekannt sein dürfte, stielt ihm zwar scheinbar zu Anfang die Show, doch bereits nach wenigen Szenen ergeben die beiden Sprecher ein wundervolles Buddy Paar.

Ausstattung:
Auch optisch gibt man sich sehr innovativ – Alexander Lux verleiht Cover und Backcover eine Popart Gestaltung, die an klassische Horrorserien angelehnt ist. Die angelegten hellen Flecken sehen sogar so treffend aus, dass man meint, auf der Hülle wäre Wasserflecken. Auch hier spiegelt sich der etwas eigene Humor wieder, und somit ist das Äußere eine mehr als adäquate Umsetzung des Inhalts.

Fazit:
Angenehm frische und humorvolle Horror Comedy – empfehlenswert für den aufgeschlossenen Fan !!!

© Heiko Henning
16.3.2009


Infos beim Vertrieb/Verlag:
http://www.jack-slaughter.de/ (externer Link!)

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Letzte Aktualisierung: 18.06.2017, 17:55 Uhr
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