Günther Merlau
Caine
1: Das Amulett von Kyan‘ Kor

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LAUSCH – Phantastische Hörspiele
http://www.merlausch.de/
http://www.stevencaine.de/
Sprecher: Torsten Michaelis (Caine), Lutz Riedel (Kartaan), Klaus Sonnenschein (Torkaan), Kaspar Eichel (Moretti), Peter Gröger (Setho), Karl Schulz (Sanders), Frank Hildebrandt (Miller), Günter Merlau (Art Jeffries), Bernhard Völger (Vincenco), Gerald Paradies (Collin Drake), Wolfgang Bahro (Josh), Andreas Sparberg (Rio), Step Laube, Janet Sunsic, Tanya Kahana, Martin Schubert
Produktionsfirma: LAUSCH – Phantastische Hörspiele
Produktion: Günther Merlau
Regie: Günther Merlau
Dialogbuch: Günther Merlau
Originaltitel der Vorlage: Exposé von Patrick Grieser
Cover: Günther Merlau
ISBN-13: 4042564016000
CD 6.1.2006
Booklet 4 Seiten
48:07 Minuten 16 Tracks


Inhalt:
Der Henker Dr. Stonefield sinniert angesichts einer Radiosendung über die Todesstrafe – doch die auf ihn wartende Hinrichtung des Profikillers Caine sollte er nicht mehr durchführen, weil ihn zuvor selbst der Tod ereilt. Steven Cain erinnert sich derweil daran, wie es zu seiner Verhaftung kam: ein Job wie jeder andere, doch diesmal wurde er offensichtlich gelinkt. Bereits wenige Augenblicke nach der Ermordung des Senators findet er sich inmitten von Polizei und CIA wieder, denen selbst er nicht viel entgegen zu setzen hat. Die Giftspritze ist gesetzt und Caine verliert langsam das Bewusstsein – was den zwielichtigen Moretti mehr als freut. Doch auch er hat es nicht leicht, da bereits wenige Augenblicke später der Rädelsführer der grausamen Aganoi auftaucht und ihn an seinen Pakt erinnert. Caine erwacht derweil bei der anderen Rasse von Außerirdischen, dem Volk von Kyan´ Kor und seinem Vertreter Torkaan, die ihn als Killer für ihre Zwecke einsetzen will. Nach der Folter die ihn gefügig machen soll, wird dem Profikiller Das Amulett von Kyan‘ Kor umgelegt, in welchem der Geist des selbst in den eigenen Reihen gefürchteten wahnsinnigen Schlächters Kartaan weilt…

Meinung:
Mit dieser ersten Folge wird nicht nur die ungewöhnliche Hörspielreihe Caine, sondern auch das Hamburger Hörspiellabel LAUSCH eingeläutet. Günther Merlau, der ähnlich wie Thomas Birker bei Dreamland Production, fast alles am Hörspiel selbst in die Hand genommen hat, möchte ein Label für phantastische Hörspiele etablieren. Parallel zu dieser Serie erscheint auch eine Heftromanserie bei Basilisk – ähnlich wie bereits Gabriel Burns, der auch in schriftlicher Form vorliegt. Die geplante Innovation und teilweise Revolution des Hörspiels geht auf: mit den antiquierten Vertretern der ersten Stunde hat Caine herzlich wenig gemein. Bereits die Einleitung mit E-Gitarrenklängen macht klar, dass hier so manches anders ist, als gewohnt – wobei das natürlich auch schon dagewesen ist (beispielsweise Offenbarung 23). Doch in Verbindung mit einem Profikiller als Identifikationsfigur wird das Ganze zu etwas bisher nicht dagewesenem und überraschendem. Alles ist klar darauf ausgerichtet mit allen Traditionen zu brechen und eine neue Art von Hörgewohnheit zu schaffen. Doch das hat natürlich auch seine Schattenseiten, denn inmitten der Innovation geht schon mal ein wenig die Dialogspur in den futuristischen Effekten oder vor allem dem Score unter, was zum lauter und dann schnell wieder leiser machen nötigt. Wohl dem der gute diesbezügliche Nerven und schwerhörige Nachbarn hat. Auch die Sprache ist eine moderne, teils fast schon schnodderige, kein Blatt vor den Mund nehmende, die gerade eine jüngere Hörerschaft zu schätzen wissen wird. Quasi die Hörspielantwort auf die MTV Mentalität – laut, frech und mit frischen Ansätzen – auf schnelleres Konsumieren ist die Folge ebenfalls angelegt. Auch die sonstige Ästhetik und Dramatik ist klar auf Hollywood Niveau; die übertrieben coole Stimme und die übertrieben coolen Sprüche der Hauptperson sind das beste Beispiel. Nur das hier mehr Köpfchen vonnöten ist, als bei den schnell geschnittenen Inhalten des Videosenders, denn es wird zwar einiges an Hintergrund geschildert, aber eben doch nicht alles und für so manches sind offenes Ohr und ebensolcher Verstand vonnöten. An diesem Punkt bemerkt man auch die Tatsache, dass es sich bei dieser ersten Folge fast ausschließlich um die Einleitung der Serie handelt, in welcher die wichtigsten Personen sowie manche Beziehung zueinander – teils auch sehr kurz – vorgestellt werden. Die Grundgeschichte von Patrick Grieser um Außerirdische, die als Dunkelelfen bezeichnet werden, was zur Verwirrung beiträgt, bietet offensichtlich viel Potential, doch es wird zum Glück nicht der Fehler begangen, den Hörer mit allen Informationen zu erschlagen. Der vollzogene Genre Mix zwischen Mafia, Science Fiction und Horror ist gut geglückt und lässt das Hörspiel, zusammen mit dem Bad Guy als Identifikationsfigur, angenehm frisch und unverbraucht rüberkommen. Auch die Geräuschkulisse unterstützt diesen Eindruck – wodurch das Ganze trotzdem routiniert erscheint, ist die gesamte Sprecherschaft. Allen voran dürfte Torsten Michaelis (deutsche Stimme von Wesley Snipes, Sean Bean, Julian McMahon als Christian Troy in Nip / Tuck) aus Film und Fernsehen bekannt sein. Doch auch in Hörspielkreisen ist er kein Unbekannter, hat er doch unter anderem bei Faith – The Van Helsing Chronicles, Star Wars – Dark Lord und nicht zuletzt Offenbarung 23 mitgesprochen. Trotz der lockeren Art die er verbal an den Tag legt merkt man zu jeder Zeit seine professionelle Art. Ebenso Lutz Riedel (Timothy Dalton, Richard Gere, Udo Kier), der noch stärker in dem Hörspielbereich involviert ist (H. R. Giger´s Vampirric, Necrophobia, Offenbarung 23), und die Seele von Kartaan gibt, welche im titelgebenden Amulett von Kyan‘ Kor eingeschlossen ist. Klaus Sonnenschein (Danny DeVito, Morgan Freeman, Bob Hoskins) spricht mit Torkaan die dritte wichtige Figur im Bunde – wie seine beiden Kollegen stammt auch er aus Berlin, was man anhand der Aussprache jedoch nicht merkt (Hörspiele: Faith – The Van Helsing Chronicles, Geisterjäger Jac Longdong, Die PSI-Akten). Günther Merlau selbst lässt es sich natürlich auch nicht nehmen und absolviert einen kurzen Auftritt.

Ausstattung:
Auch optisch zeigt sich die CD Veröffentlichung vielseitig – sowohl professionell als auch innovativ, wobei Vorbilder aus der Popart der siebziger Jahre zu erkennen sind. Auch in technischer Hinsicht wird sauber gearbeitet: so ist beispielsweise CD Text enthalten, was zwar zum guten Ton gehören sollte, aber doch von manch Großen gerne vergessen wird. Leider ist das Hörspiel sehr kurz ausgefallen, was einerseits zu der schnellen Schnittfolge und der Metal Musik passt, aber andererseits unbefriedigend bei Handlung und Preis-/Leistung stimmt.

Fazit:
Mehr als gelungener Einstieg in die Hörspielwelt – es bleibt nur der eingeschlagenen Bombe eine lange Lebenszeit zu wünschen !!!

© Heiko Henning
14.5.2008


Infos beim Vertrieb/Verlag:
http://www.stevencaine.de/ (externer Link!)

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Letzte Aktualisierung: 12.03.2017, 22:33 Uhr
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