Markus K. Korb
Träume vom Abgrund

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Rough Art Verlag Bremen und Hamburg
Denis Vidinski
Heft DIN A5 12.2002
Auflage: 50 Exemplare
52 Seiten


Inhalt:
Mit der Rea-li-tät eröffnet Markus K. Korb diese Geschichtensammlung, und zeigt mit einem zwar bekannten, aber nichtsdestotrotz interessanten Gedankenspiel, wie relativ diese doch ist. Das Geschehen spielt sich vor einem passenden Hintergrund ab, und bietet neben Inhalt zum Nachdenken noch einen deutungswürdigen Schlusssatz. Karussells auf Rummelplätzen verkörpert hingegen einen Kinderalptraum, aus der Sicht eines Sprösslings, der auf diese Weise das Grauen des Erwachsenwerdens zu kompensieren versucht. Träume vom Abgrund beschäftigen sich eingehend mit einem zunächst zitierten Dichterspruch von Friedrich Nietzsche – zeigen auf, welche Abgründe in den Menschen innewohnen, bedienen sich dabei jedoch einer etwas hochgestochenen Schreibweise. Wer sagt?, dass es sich bei der den Wahrnehmungen wirklich um Tatsachen handelt – der Autor greift ein bekanntes Thema auf, und setzt es auf seine eigene interessante Weise um. Fragment eines Traumes liest sich auch wie ein ebensolches, bei welchem unerklärliche und verschrobene Kleinigkeiten den Leser verstören. Ein Friedhofsbesuch, bei welchem die Angst vor den Geistern der Verstorbenen die Angehörigen zu einem verschrobenen Ritus verleiten – fremdartig und beängstigend. Gefangen im Haus der Unmöglichkeiten beruft sich auf einige schriftstellerische Vorbilder und nennt diese sogar beim Namen, jedoch enttäuscht das Finale, bei welchem Markus Korb scheinbar unentschlossen war, ein wenig angesichts dem viel versprechenden Handlungsverlauf.

Meinung:
Diesmal begeistert Denis Vidinski, nach Clark Ashton Smith, mit einem hiesigen Autor, der ebenfalls dem Phantastischen verfallen ist. Markus K. Korb, der in letzter Zeit nicht nur durch seine schriftstellerischen Qualitäten, sondern auch durch die Arbeit als Herausgeber auf sich aufmerksam macht, zeigt sich auch hiermit als Hans Dampf in allen Gassen. Bei den Kurzgeschichten dieses Bandes spielt der Autor meist die verstörende Wirkung der Texte voll aus. Die phantastischen Elemente scheinen zwar manchmal vertraut, doch er zeigt daran immer wieder neue Seiten auf. Graphisch unterstützt werden die Texte von sechs Federzeichnungen, die Patrick Voigt auf ähnlich faszinierende Weise angefertigt hat, wie es Markus Korb bei den Geschichten getan hat.

Ausstattung:
Die Aufmachung des DIN A5 Hefte ist wieder relativ schlicht, aber sauber und adäquat von Denis Vidinski umgesetzt.

Fazit:
Ă„uĂźerst lohnenswerte Sammlung von phantastischen Geschichten !!!

© Heiko Henning
26.7.2003


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Letzte Aktualisierung: 12.03.2017, 22:33 Uhr
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