06.05.2007, 01:34

„Wassup Rockers“ - Kult-Regisseur Larry Clark widmet sich hispanischen Kids

Dortmund, 12.02.2007. Larry Clark sorgte bislang mit seinen Filmen immer für Aufsehen - die freizügige Darstellung von Sex, Gewalt und Drogenexzessen, die teilweise einen festen Bestandteil im Leben Jugendlicher darstellen, wurde häufig kontrovers diskutiert. Am 1. März veröffentlicht die e-m-s sales GmbH das neueste Werk von Larry Clark auf DVD: „Wassup Rockers“ zeigt ungeschönt die Welt einiger hispanischer Kids im Ghetto von L.A.

Larry Clark ist eigentlich Fotograf. Wer seine Filme wie „Ken Park“ oder „Kids“ kennt, weiß, dass Clark darin eine ganz eigene Bildästhetik favorisiert. Larry Clark interessieren Jugendliche und ihre Probleme. Er versucht, so realitätsnah wie möglich deren Lebenswelt filmisch aufzubereiten und castet dafür teilweise direkt von der Straße, so auch bei „Wassup Rockers“. Larry Clark gelingt es immer wieder, Film-Kunst auf einzigartige Weise mit Realitätsnähe zu verschmelzen.

Diese Vorgehensweise führte schon bei früheren Filmen zu kontroversen Diskussionen. Die freizügige Darstellung von Sex und Gewalt gepaart mit Drogenkonsum führte bei seinen Filmen immer wieder zu Komplikationen bei der Jugendfreigabe. Zu realistisch und freizügig findet dann eben nicht immer das Wohlwollen der Bewertungsstellen. Aber gerade diese Ehrlichkeit und Nähe zu den wirklichen Kids auf der Straße machen Clarks Filme so unvergleichlich.

„Wassup Rockers“ führt ein wenig zurück zu Larry Clarks Wurzeln. Dieses Mal steht eine Gruppe hispanischer Jugendlicher im Fokus: Jonathan und seine Freunde sind die Außenseiter in South Central, dem Ghetto von L.A. Sie haben keine Lust auf Waffen, Bandenkriege und Drogen, stattdessen hören sie lieber harte Rockmusik und skaten gerne. Ihr Ausflug in das reiche Beverly Hills entwickelt sich jedoch zu einem gefährlichen Trip in die Welt der Schönen und Reichen, Oberflächlichen und Grausamen. Fiese Polizisten, rassistische Schläger, sexsüchtige Künstler, gelangweilte Jet Set Frauen und andere unschöne Überraschungen erleben sie dort, und der Weg zurück lässt sie alle etwas erwachsener werden.

Die hispanischen Kids sind Laien-Darsteller, ihr Trip, ihre Sprache und ihre Erfahrungen sind direkt aus dem Leben gegriffen. Larry Clark eröffnet uns auch mit diesem Film einen ganz eigenen, intimen Blick auf den „echten“ Alltag von Jonathan und seinen Freunden.

Dichter am Leben kann Kino kaum sein.

Quelle und Link:
http://www.e-m-s.de (externer Link!)




Letzte Aktualisierung: 03.07.2017, 12:13 Uhr
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