03.03.2014, 17:10

Neuer Mann in neuem Stahl – das Robocop Remake

José Padilha hat sich keine einfache Vorlage für ein Remake ausgesucht – Robocop von Paul Verhoeven ist einer der Klassiker des harten 80er Jahre Actionkino, der unter anderem durch seine Indizierung hierzulande als Kultfilm verehrt wird.
Die raue und schmutzige Welt der Zukunft ist hier kein Ort in dem man leben möchte, die Gewalt ist ebenso ungeschliffen, omnipräsent und knallhart.
Deshalb war das Remake bereits im Vorfeld umstritten, denn nichts konnte dem hochstilisierten Original gerecht werden.
Padilha begeht weder den Fehler eine aktualisierte 1:1 Kopie zu erstellen, noch die Vorlage in seiner Aussage zu verraten.
Der Mut zur Erneuerung zeigt sich unter anderem auch in der Besetzung, die einige Ãœberraschungen bietet.
Gary Oldman als Arzt und Wissenschaftler mit Skrupel wirkt angenehm gegen den Strich besetzt.
Ähnlich sieht es auch bei Michael Keaton aus, den man stets als witzigen, leicht überdrehten freundlichen Charakter vor Augen hat – und nicht als rücksichtslosen Geschäftsmann mit hochgradigen Gottkomplex.
Mutig ist auch den im Original von Charaktergesicht Peter Weller gespielten Alex J. Murphy mit dem jungen Schweden Joel Kinnaman, der hierzulande vor allem durch das amerikanische Remake der Serie The Killing bekannt sein dürfte, zu besetzen.
Sicherlich geht es prinzipiell um das gleiche: die überbordende Gewalt in der Zukunft soll durch „menschliche Maschinen“ eliminiert werden.
Doch die Ausgangslage ist bei Padilha eine andere, denn hier ist bereits die ganze Welt mit Maschinen „gesichert“ und es wird nur für den heimischen amerikanischen Markt ein von der Bevölkerung akzeptiertes Modell gesucht.
Auch an anderen Stellen wird ein anderer Weg eingeschlagen, was zu einem passenden Gesamtbild führt.
Durchgehende Tiefgründigkeit darf auch hier nicht erwartet werden, aber für einen Actioner gibt es angenehm viel Hintergrund für die Figuren und ihre Verbindungen.
Was den Freunden des Originals sicherlich fehlt ist der schmutzige Look und die harte Gewalt, die wohl nicht zuletzt aufgrund von vorauseilendem Gehorsam gegenüber der Zensur.
Davon abgesehen bekommt der aufgeschlossene Zuschauer eine unterhaltsame Neuinterpretation in Hochglanz mit State of the Art Spezialeffekten geboten.

Quelle und Link:
http://www.omnicorp.com/ (externer Link!)




Letzte Aktualisierung: 18.06.2017, 17:55 Uhr
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